2014-06-26T08:23:23+0000
# Schalter umlegen Wo viel geleistet wird, wird auch viel verbraucht: Energie für Wärme, Beleuchtung, Druckluft und besonders die Lackierkabinen sorgen in der Werkstatt für hohe Zählerstände. Bei steigenden Energiepreisen ein Problem, das durch die Erhöhung des Stundenverrechnungssatzes nur teilweise gelöst werden kann. „Eine Option für die Betriebe ist die Erzeugung eigener Energie – wie beim Blockheizkraftwerk“, weiß Wolfgang Feyrer, Spies Hecker Spezialist für Energieeffizienz in Lackierbetrieben. ## Funktion folgt dem Anspruch „Das Blockheizkraftwerk funktioniert im Prinzip ganz einfach“, erklärt Josef Berges von der deutschen Gesellschaft für Energieeffizienz. „Ein Motor erzeugt mit Hilfe von Brennstoffen wie Erdgas oder Pflanzenöl Energie, die über einen Generator in Strom umgewandelt wird. Daneben – und das ist das besondere am Blockheizkraftwerk – wird auch die dabei entstehende Abwärme genutzt.“ Das macht die Anwendung im Karosserie- und Lackierbetrieb sinnvoll, besonders zur Beheizung von Spritz-, Trocken- und Kombikabinen. „Typisch für die Werkstatt ist ein spezielles Nutzungsprofil: die Kernzeit liegt hier zwischen 8 und 16 Uhr mit einer Leistungsspitze am Morgen“, so Josef Berges. „Deshalb sollte vor einer Entscheidung eine genaue Ermittlung des Energiebedarfs erfolgen – darauf baut dann die gesamte Auslegung und Planung auf. Außerdem braucht es genug Platz für Anlage und Kessel.“
Ein Tipp bei der Vorüberlegung: Das BHKW sollte durch Modulation – also die Leistungsanpassung an den Wärmebedarf – in der Lage sein, sowohl die Grundlast als auch einen Teil der Spitzenlast abzudecken. „Im Betrieb zeigt die Anlage dann ihr Potenzial: Durch die gemeinsame Erzeugung von Strom und Wärme wird ein hoher Wirkungsgrad von knapp 90% erzielt. Dadurch ergeben sich Amortisierungszeiten von durchschnittlich 5 Jahren.“ ## Umfassende Förderung Interessant wird das Blockheizkraftwerk für Karosserie- und Lackierbetriebe auch durch die verfügbaren Förderungen. „Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bietet Möglichkeiten der Förderung, die KfW- Bank spezielle zinsgünstige Darlehen“, rät Wolfgang Feyrer. „Daneben gibt es auch Energiesteuerfreiheit auf Brennstoffe wie Gas und der gesamte erzeugte Strom wird vergütet“, ergänzt Josef Berger. Zudem erhalten Erzeuger momentan einen KWK-Bonus in Höhe von 5,41 Cent je kWh auf den gesamten erzeugten Strom. „Hier lohnt sich auch das Gespräch mit einem Experten: Der kennt nicht nur alle Möglichkeiten, sondern kümmert sich oft auch um die Antragsstellung.“
Nadine Kunert