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2026-05-20T09:05:10+0000

Charity-Projekt: Wartburg als rollende Spendenbox – Fix Auto Vogtland engagiert sich für Kinderhospizarbeit

Ein Wartburg aus DDR-Zeiten wird zur rollenden Spendenbox: Mit „Herztakter“ entsteht derzeit eine Charity-Initiative aus der Ostfahrzeug- und Tuning-Szene, die Spenden für das Kinderhospiz Mitteldeutschland sammelt und gleichzeitig Aufklärungsarbeit leistet. Initiiert von Morris Furkert und unterstützt durch ein Netzwerk aus Szene, Handwerk und Partnerbetrieben wie Fix Auto Vogtland, steht das Projekt exemplarisch für gesellschaftliches Engagement im Umfeld der Karosserie- und Lackbranche. Herzstück ist ein aufwendig neu aufgebauter Wartburg 1.3 Tourist, der als mobiler Botschafter und auffällige Spendenbox auf Tuning- und Charity-Veranstaltungen eingesetzt wird. ## Eine Geschichte, die unter die Haut geht Im Mittelpunkt steht Morris Furkert, Schreinermeister und Familienvater. Seine Tochter Elsa verstarb im Alter von drei Jahren an Krebs – eine Erfahrung, die sein Leben grundlegend verändert hat. An seiner Seite: sein langjähriger Freund Jesko Weiß, Karosseriebauer bei Fix Auto Vogtland. Gemeinsam haben sie „Herztakter“ ins Leben gerufen – als persönliche Antwort auf das Erlebte und als Plattform, um anderen betroffenen Familien zu helfen. ## Kinderhospizarbeit: oft unterschätzt, dringend notwendig Das Projekt unterstützt gezielt das Kinderhospiz Mitteldeutschland – eine Einrichtung, die Familien mit schwerstkranken Kindern begleitet. Ein zentraler Aspekt der Initiative von Morris Furkert ist die Aufklärung über die tatsächliche Arbeit und Bedeutung von Kinderhospizen. Anders als häufig angenommen, handelt es sich nicht ausschließlich um Einrichtungen der Sterbebegleitung. Ein Großteil der Aufenthalte dient der Entlastung von Familien während intensiver Therapiephasen. Medizinische Versorgung, psychosoziale Betreuung und Alltagsunterstützung greifen ineinander. Auch Geschwisterkinder werden gezielt begleitet. ## Spenden für „Zuhause auf Zeit“ Und doch bleibt ein großer Teil dieser Arbeit auf Spenden angewiesen – insbesondere die Unterstützung von Familien der betroffenen Kinder, deren Alltag oft von Verdienstausfällen, Fahrtkosten und enormen Belastungen geprägt ist. „Das Kinderhospiz war für uns nicht nur ein Ort – das war unser Zuhause auf Zeit. Wir haben dort so viel Unterstützung bekommen. Irgendwann war klar: Ich möchte etwas zurückgeben“, betont der 41-jährige Morris Furkert. ## Restaurieren für den guten Zweck Bei einem Ostfahrzeugtreffen in Stahlbrode im vergangenen Jahr begann Morris Furkert erstmals, Spendenboxen für diese Herzensangelegenheit aufzustellen – mit überraschendem Erfolg: Innerhalb kurzer Zeit kamen vierstellige Summen für das Kinderhospiz zusammen. Auf der Rückfahrt entwickelten Furkert und Weiß die Idee, das Engagement weiter auszubauen. Ein Wartburg sollte zum rollenden Botschafter werden:
auffällig gestaltet, auf Veranstaltungen präsent und vor allem eines – ein Türöffner für Gespräche über ein Thema, das oft gemieden wird. ## Zwei Herzensthemen miteinander vereint „Herztakter“ verbindet den Wunsch nach Aufklärung und Unterstützung mit der Leidenschaft für Ostfahrzeuge. Furkert ist mit dieser Szene aufgewachsen: Schon als Kind unterstützte er seinen Großvater beim Aufbau von Trabant-Fahrzeugen aus Ersatzkarosserien. Heute fließt diese Leidenschaft in ein Projekt, das ohne die Unterstützung von Familie, Freunden und Partnern nicht möglich wäre. Auch Jesko Weiß bringt seine fachliche Expertise als Karosseriebauer und Ostfahrzeug-Tuner ein. „Zu sehen, wie Morris nach dieser Zeit wieder Kraft findet und daraus etwas Positives macht – das ist für mich persönlich das Größte an diesem Projekt.“ ## Unterstützung aus dem Handwerk: Fix Auto Vogtland als starker Partner Was als kleines Vorhaben begann, entwickelte sich schnell zu einem umfassenden Neuaufbau. Für die Karosseriearbeiten wandte sich Jesko Weiß an seinen Chef Steven Didssun, Geschäftsführer des Karosserie- und Lackierbetriebs Fix Auto Vogtland. Der Unternehmer erinnert sich: „Am Anfang wollte Jesko nur einzelne Schweißarbeiten bei uns umsetzen. Je mehr ich von dem Projekt gehört habe, desto klarer wurde: Das unterstützen wir als gesamtes Team.“ In der Folge begleiteten die Mitarbeitenden den kompletten Aufbau des Fahrzeugs – von Schweißarbeiten über Spachtel- und Lackierprozesse bis hin zum Finish. Ein Beispiel dafür, wie handwerkliche Kompetenz und gemeinschaftliches Engagement zusammenwirken können. ## Von der Ostsee bis zum Balaton: „Herztakter“ fährt durch die Welt Ob an der Ostsee, in Mittweida, am Balaton in Ungarn oder bei großen Szenetreffen in ganz Deutschland – überall dort wird „Herztakter“ in diesem Sommer präsent sein. Geplant ist unter anderem die Teilnahme an Veranstaltungen wie dem „Ostblock MV“ in Stahlbrode, dem „Heimweh“ in Eisenach sowie verschiedenen Events im Raum Berlin. Darüber hinaus soll das Fahrzeug bei weiteren Aktionen eingesetzt werden, etwa beim Transport der symbolischen „Engelsfackel“ im Rahmen des Kinder-Lebens-Laufs von Nordhausen nach Leipzig sowie einer Charity-Veranstaltung der Deutschen Kinderhospizstiftung als überdimensionale Spendenbox aufgestellt. „Dafür haben wir in der Heckscheibe aus Makrolon extra einen Schlitz eingebaut“, berichtet Jesko Weiß. Morris Furkert ergänzt: „Wir kommen einfach aus der Szene und wollen hier etwas Gutes tun – und genau dort erreichen wir die Menschen. Und wir zeigen: Wir sind mehr als nur ‚Autoverrückte – wir können etwas bewegen.“ Alle Entwicklungen postet Furkert auf dem eigens dafür gegründeten Instagram-Kanal @Herztakter. ## Eingetragener Verein in der Gründungsphase Aktuell befindet sich „Herztakter“ in der Gründungsphase eines eingetragenen Vereins. Die Ziele sind unter anderem weitere Spendenaktionen bei Fahrzeugtreffen, Präsenz auf Messen und Veranstaltungen, die direkte Unterstützung von betroffenen Familien in Einzelfällen und die langfristige Zusammenarbeit mit dem Kinderhospiz Mitteldeutschland. Und vielleicht das Wichtigste: Menschen die Angst vor einem schweren Thema nehmen – indem man darüber spricht.
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