2026-05-20T09:06:58+0000

WDR-Reportage „ECHT“ nimmt Kürzungspraxis der Versicherer unter die Lupe

Für viele K&L-Betriebe gehört es längst zum Alltag: berechtigte Reparaturkosten werden gekürzt, Arbeitspositionen gestrichen oder Stundenverrechnungssätze infrage gestellt. Was bislang vor allem innerhalb der Branche diskutiert wurde, greift nun das WDR-Reportagemagazin „ECHT“ auf – und bringt die Debatte damit in die breite Öffentlichkeit. Der Beitrag wird am 22. Mai um 18:15 Uhr im WDR ausgestrahlt, [ist aber bereits jetzt online auf dem Youtube-Kanal „ARD Marktcheck“ einsehbar](https://www.youtube.com/watch?v=R8nmpP7LqIs) sowie in der [ARD-Mediathek](https://www.ardmediathek.de/video/echt/tricksen-kfz-versicherungen-bei-schadensregulierung/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtYjk3NTJkNzQtMTRhZS00NTYwLThiYzQtNjU2YWZiOTBiMWEw). Die Reportage „Tricksen Kfz-Versicherungen bei Schadensregulierung?“ beleuchtet die Praxis der Rechnungskürzungen anhand konkreter Fälle und spricht mit Betroffenen, Branchenvertretern und Insidern. Auch die seit Jahren von schaden.news begleiteten Positionen des Zentralverbands Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) sowie der Kanzlei Voigt finden darin Raum. ## Henning Hamann ordnet die Entwicklung ein Einer der zentralen Gesprächspartner der Reportage ist Henning Hamann. Der Fachanwalt für Verkehrsrecht und Geschäftsführer der Kanzlei Voigt beschreibt im Beitrag, wie sich die Kürzungspraxis in den vergangenen Jahren verändert habe. Aus seiner Sicht gehe es längst nicht mehr um Einzelfälle, sondern um ein systematisches Vorgehen. Anhand eines konkreten Schadenfalls zeigt die Reportage, wie Versicherer Rechnungen reduzieren und dabei auf alternative Werkstattverweise oder Prüfberichte zurückgreifen. Gerade kleinere Kürzungsbeträge würden laut Beitrag häufig nicht weiter verfolgt – obwohl Betroffene juristisch gute Erfolgsaussichten hätten. ## ControlExpert gerät in den Fokus der Recherche Besonders kritisch setzt sich die WDR-Reportage mit dem Prüfdienstleister ControlExpert auseinander. Das Unternehmen erstellt für zahlreiche Versicherer Prüfberichte zu Reparaturrechnungen und Gutachten. Die Reporter sprechen dabei auch mit einem ehemaligen Mitarbeiter, der den internen Prüfprozess schildert und den hohen Zeitdruck thematisiert. Im Beitrag wird die Frage aufgeworfen, wie unabhängig und nachvollziehbar automatisierte Prüfprozesse tatsächlich sind – insbesondere dann, wenn standardisierte Kürzungsregeln zum Einsatz kommen. Damit greift die Reportage einen Vorwurf auf, der Werkstätten und Sachverständige seit Jahren beschäftigt. ## ZKF macht wirtschaftliche Folgen sichtbar Auch der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik kommt in der Reportage zu Wort. Präsident Arndt Hürter und Hauptgeschäftsführer Thomas Aukamm verweisen auf die wirtschaftlichen Belastungen für Reparaturbetriebe und machen deutlich, dass viele Werkstätten regelmäßig mit Kürzungen konfrontiert sind. ## Reportage dürfte Diskussion weiter anheizen Mit der „ECHT“-Reportage erreicht das Thema nun eine neue Aufmerksamkeit. Während Branchenmedien, Verbände und spezialisierte Kanzleien seit Jahren auf die Problematik hinweisen, dürfte die TV-Berichterstattung die Diskussion auch außerhalb der Branche verstärken.