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2026-05-20T09:06:17+0000

Von der Hinterhof-Lackiererei zum Full-Service-Betrieb: „Wir habens einfach gemacht“

Steve Bachmann und Dirk Frühauf aus dem thüringischen Ilmenau schauen auf ereignisreiche Monate zurück. Auf 1.600 Quadratmetern haben die beiden Geschäftsführer der Bcarso GmbH eine neue Halle gebaut und damit die Weichen für die Zukunft ihres Karosserie-, Lack- und Mechanikbetriebs gestellt. Anfang Mai fand die Neueröffnung am neuen Standort statt. Der Weg dahin war kurvenreich. Doch von Anfang an. ## Von der Hinterhof-Lackierwerkstatt... Die Geschichte von Bcarso begann 2019 als Hinterhof-Lackierwerkstatt, gegründet von Steve Bachmann als Einzelunternehmer. Auch in der Corona-Zeit konnte sich der findige Fahrzeuglackierermeister durch so manche Unwegbarkeit manövrieren und brauchte schon bald Personal, um die Aufträge bewältigen zu können. So stellte er seinen alten Freund Dirk Frühauf ein, der später Geschäftspartner wurde. Das Unternehmen platzte schon bald aus allen Nähten und machten eine Vergrößerung und einen Umbau des Geländes notwendig. ## ...zum Full-Service-Betrieb in sieben Jahren So musste das Geschäftsführer-Duo relativ schnell die Entscheidung „Hop oder Top“ treffen und entschied sich für den Schritt nach vorn. Zunächst stand der Kauf eines neuen Geländes auf der Agenda. Fündig wurden sie bei einem Geschäftspartner, der mit amerikanischen Autos handelte und sein Unternehmen aufgegeben hat. „Dort haben wir innerhalb von drei Monaten eine komplette, neue Halle aufgebaut“, berichtet Steve Bachmann. Darin verbaut wurden eine Lackierkabine mit Extra-Höhe und energiesparender Technik. „Wir sind selbst überrascht, wie energieeffizient wir jetzt unterwegs sind. Im Vergleich zur alten Lackierkabine sparen wir rund 80 Prozent ein, ein Quantensprung“, berichtet Dirk Frühauf. Zudem arbeitet das Team an vier voneinander abtrennbaren Multi-Arbeitsplätzen. Auch der Farbmischraum wurde neu errichtet. Vergangenen September startete das Unternehmen am neuen Standort. Auf dem neuen Betriebsgelände kann das inzwischen auf 13 Mitarbeitende gewachsene Team sein Leistungsportfolio erweitern und bietet nun neben Lackierungen auch Karosserie- und Mechanikarbeiten an. „Zu unserem Kundenkreis zählen Autohäuser, Privatkunden und andere Werkstätten.“ Zudem repariert und lackiert das Team von Bcarso Fahrzeuge von Polizei, Rettungsdienst und Bundeswehr und restauriert Oldtimer. ## Freitags kommt der Tätowierer für die Mitarbeitenden Auch außergewöhnliche Fahrzeuge standen schon in der Lackierkabine, zum Beispiel der Schlitten, der die Rennrodel-WM 205 im Doppelsitzer gewonnen hat. Und noch durch ein paar andere Fun-Facts sticht der Betrieb heraus: Zum einen, weil der Standort in einem ehemaligen Sparkassengebäude untergebracht ist. Zum anderen, weil Bcarso ein außerwöhnliches Konzept zur Mitarbeiterbindung fährt: Freitags kommt der Tätowierer zur Belegschaft in den Betrieb. Ebenso außergewöhnlich ist auch der Name. Bei Bcarso handelt es sich nämlich um ein Laut-Wortspiel, das auf den Namen Picasso zurückgeht. Laut Steve Bachmann ist seine Mutter durch Zufall Schöpferin des Firmennamens gewesen. ## „Unser Ziel: Uns in der Region weiter etablieren“ Das Ziel der beiden jungen Geschäftsführer: „Die Auslastung noch weiter steigern und unseren Betrieb in der Region noch weiter als Reparaturdienstleister etablieren.“ Die Neueröffnung, die übrigens acht Monate nach Inbetriebnahme des neuen Betriebsgeländes stattgefunden hat, dürfte dieses Ziel noch befeuern. „Wir haben allein durch die Feier noch drei Autohäuser und einen Kfz-Versicherer als Kunden dazugewonnen“, berichtet Dirk Frühauf. Sein Geschäftspartner Steve Bachmann blickt im schaden.news-Gespräch auf die vergangenen sieben Jahre zurück: „Wir hatten bisher so viel Glück. In der heutigen Zeit eine Werkstatt neu zu bauen, ist mit einem großen Risiko verbunden. Dennoch haben wir nicht lange nachgedacht, sondern es einfach gemacht.“
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