2026-02-25T11:14:40+0000

HUK-E-Barometer: Privater Umstieg auf E-Autos erreicht neuen Höchststand

Der private Umstieg vom Verbrenner auf das Elektroauto hat 2025 weiter an Dynamik gewonnen. Wie der größte deutsche Kfz-Versicherer HUK-Coburg auf Basis seines eigenen Versicherungsbestands ermittelt hat, wechselten im vierten Quartal 2025 bei 6,3 Prozent aller privaten Fahrzeugwechsel die Halter auf einen rein elektrischen Antrieb. Damit wurde laut aktuellem HUK-E-Barometer der höchste Quartalswert seit Beginn der Erhebung erreicht. Für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich nach der Auswertung eine durchschnittliche Umstiegsquote von 5,5 Prozent – ebenfalls ein neuer Höchststand. Auffällig: Wie das HUK-E-Barometer zeigt, ist die Quote im Verlauf aller vier Quartale 2025 kontinuierlich gestiegen. [Die Ergebnisse des HUK-E-Barometers fügen sich damit in die Entwicklung des deutschen Pkw-Marktes im Jahr 2025 ein.](https://schaden.news/de/article/link/44856/bilanz-pkw-markt-2025) Zwar blieb das Gesamtvolumen der Neuzulassungen unter dem langjährigen Durchschnitt, batterieelektrische Fahrzeuge legten jedoch deutlich zu. Nach der Marktschwäche des Vorjahres verzeichnete das E-Segment wieder spürbare Zuwächse – getragen sowohl von gewerblichen Flotten als auch zunehmend von privaten Käufern. "Die Ankündigung einer neuen staatlichen Förderung bei der Anschaffung von E-Autos hat 2025 offenbar nicht zu einem breiten Abwarten bei privaten Käufern geführt. Augenscheinlich scheint die Attraktivität der E-Mobilität inzwischen also auf einem deutlich stabileren Fundament zu stehen", betont Dr. Jörg Rheinländer, Vorstandsmitglied der HUK-Coburg. ## Deutliches Stadt-Land-Gefälle Die Auswertung der HUK macht zugleich erhebliche regionale Unterschiede sichtbar. Demnach liegt die Umstiegsquote in den 15 größten deutschen Städten im Jahr 2025 bei 4,6 Prozent und damit klar unter dem Bundesdurchschnitt. Spitzenreiter unter den Großstädten ist Düsseldorf mit 5,5 Prozent, gefolgt von Dortmund (5,3 Prozent) und Nürnberg (5,1 Prozent). Am unteren Ende des Rankings liegen Leipzig (3,5 Prozent) und Dresden (3,3 Prozent). Deutlich höhere Wechselquoten verzeichnet der Kfz-Versicherer dagegen in einzelnen Landkreisen. Nach Angaben des Versicherers erreichen diese teils Werte von bis zu 10 Prozent, angeführt vom Landkreis Starnberg. Rund drei Viertel der 15 Landkreise mit den höchsten Umstiegsquoten liegen demnach in Bayern. ## Wohneigentum und Stellplatz als Schlüsselfaktoren Aus Sicht der HUK-Coburg lassen sich die Unterschiede vor allem durch strukturelle Rahmenbedingungen erklären. So besäßen Eigentümer einer selbstgenutzten Immobilie exakt dreimal so häufig ein privates Elektroauto wie Personen ohne Wohneigentum (4,8 Prozent gegenüber 1,6 Prozent). Insgesamt werden 81 Prozent aller privaten E-Autos in Deutschland laut HUK-Daten von Immobilienbesitzern gefahren. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Stellplatzsituation. Demnach verfügen Halter mit Garage oder Carport fast drei Viertel häufiger über ein Elektroauto als Personen, die ihr
Fahrzeug auf der Straße parken müssen. „Wenn sich in den Großstädten Deutschlands die Lademöglichkeiten auch für Freiluftparker verbessern, könnte das noch einmal deutliche Zuwächse beim Hochlauf der Elektromobilität bringen“, folgert Dr. Jörg Rheinländer auf Basis der Ergebnisse. ## Markenbindung beeinflusst den Umstieg Ein weiterer identifizierter Einflussfaktor ist die Markenpräferenz. Nach Angaben der HUK-Coburg kommen für 27 Prozent der Führerscheininhaber nur Elektroautos einer bestimmten Automarke infrage. Bei Vielfahrern mit mehr als 10.000 Kilometern Jahresfahrleistung steigt dieser Anteil auf 36 Prozent, bei Familien mit Kindern auf 37 Prozent. Für rund zehn Prozent der Autofahrer hängt ein Umstieg laut HUK-Erhebung maßgeblich davon ab, ob ihre bevorzugte Marke ein passendes E-Modell anbietet. Entsprechend konzentriert sich auch das tatsächliche Wechselgeschehen: 13,4 Prozent aller privaten Umstiege entfielen 2025 auf die Marken VW, gefolgt von Skoda (8,2 Prozent) und BMW (7,9 Prozent).
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