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2026-01-07T08:46:54+0000

BVdP: „Entscheidender Schlüssel: Gezielte Steuerung in Partnerbetriebe“

_Die gezielte und verstärkte Steuerung von Schäden in leistungsfähige Partnerbetriebe wird aus Sicht des Bundesverbands der Partnerwerkstätten (BVdP) in diesem Jahr entscheidend. Denn wie Geschäftsführer Michael Pinto und Vorstandsvorsitzender Reinhard Beyer im Gastbeitrag für schaden.news betonen, benötigen die Werkstätten vor dem Hintergrund steigender Kosten und fehlender Fachkräfte vor allem eines: Planungssicherheit._ ## Wirtschaftliche Unsicherheit prägt den Markt Auch 2026 bleibt die wirtschaftliche Gesamtsituation herausfordernd. Zwar haben sich einzelne Rahmenbedingungen im Vergleich zu den Vorjahren beruhigt, allerdings auf einem deutlich veränderten und insgesamt höheren Kostenniveau. Gleichzeitig sorgen Unsicherheit bei Verbrauchern und Unternehmen, eine zurückhaltende Investitionsneigung sowie volatile Rahmenbedingungen für eine angespannte Planungssituation in vielen Betrieben. Dabei handelt es sich nicht um eine Entwicklung, die ausschließlich unsere Branche betrifft. Vielmehr befindet sich die gesamte Gesellschaft in einem tiefgreifenden wirtschaftlichen, technologischen und strukturellen Wandel. Veränderungen in einzelnen Bereichen detailliert zu benennen, würde den Rahmen dieser Markteinschätzung sprengen – sie prägen jedoch nahezu alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Felder und wirken entsprechend auch auf die Schaden- und Reparaturbranche. Auslastung und Planungssicherheit rücken stärker in den Fokus. ## Steigende Anforderungen bei gleichzeitigem Kostendruck Die technologische Weiterentwicklung der Fahrzeuge schreitet kontinuierlich voran. Neue Antriebskonzepte, komplexe Assistenzsysteme und veränderte Reparaturmethoden erhöhen die Anforderungen an Qualifikation, Ausstattung und Prozesse in den Betrieben. Gleichzeitig steigen die Kosten weiter an, insbesondere im Personalbereich. Der Fachkräftemangel ist eines der zentralen strukturellen Probleme der Branche. Qualifizierte Fachkräfte sind zunehmend schwer zu gewinnen, insbesondere in Ballungsräumen mit hohen Mieten und insgesamt hohen Lebenshaltungskosten. Gleichzeitig steigen Sozialabgaben und Arbeitskosten weiter an und belasten die Betriebe erheblich. Insgesamt nehmen die Arbeitskosten deutlich zu, ohne dass diese Entwicklung in den bestehenden Vergütungs- und Erlösmodellen der Schadensteuerung bislang ausreichend abgebildet wird. ## Reparaturkapazitäten sichern und auslasten Vor diesem Hintergrund wird die Sicherung und wirtschaftliche Auslastung der Reparaturkapazitäten zu einem zentralen Erfolgsfaktor. Leistungsfähige Betriebe benötigen Planungssicherheit, um investieren, Mitarbeiter binden und Kapazitäten vorhalten zu können. Ein entscheidender Schlüssel liegt dabei darin, mehr Schäden gezielt und verlässlich in die Partnerbetriebe zu steuern. Nur wenn ausreichend Schadenvolumen in die Betriebe
kommt, können Fixkosten getragen, Investitionen refinanziert und stabile Reparaturkapazitäten aufgebaut werden. Schadensteuerung darf sich daher nicht nur auf Kostenaspekte konzentrieren, sondern muss Auslastung und Wirtschaftlichkeit der Betriebe stärker berücksichtigen. ## Schadensteuerung weiterentwickeln statt verengen Die Bedeutung der Schadensteuerung wird weiter zunehmen. Gleichzeitig steigt der Steuerungsanspruch. Umso wichtiger ist es, Steuerungsmodelle so weiterzuentwickeln, dass sie realistische Leistungsbilder abbilden und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Partnerbetriebe berücksichtigen. Eine stärkere Steuerung von Schäden in leistungsfähige Betriebe ist dabei ein wesentlicher Bestandteil eines funktionierenden Schadenmanagements. ## Strukturveränderungen und Konsolidierung Parallel setzen sich Konsolidierung, Beteiligungen und neue Kooperationsmodelle im Markt fort. Diese Entwicklungen verändern Strukturen und Entscheidungswege. Sie eröffnen Chancen, bergen jedoch auch Risiken. Umso wichtiger ist es, dass die operative Wertschöpfung in den Betrieben weiterhin eine zentrale Rolle spielt und partnerschaftliche Modelle gestärkt werden. ## Kooperatives Schadenmanagement als gemeinsames Ziel Unser Ziel für 2026 ist es, das kooperative Schadenmanagement weiter voranzubringen. Dazu gehört aus unserer Sicht ausdrücklich, Schäden konsequenter in leistungsfähige Partnerbetriebe zu steuern und diesen damit die notwendige wirtschaftliche Basis zu sichern. Als BVdP werden wir diesen Prozess auch in diesem Jahr aktiv begleiten, kritisch hinterfragen und konstruktiv mitgestalten, um gemeinsam mit allen Marktteilnehmern tragfähige und zukunftsorientierte Lösungen zu etablieren. _Michael Pinto und Reinhard Beyer, BVdP_
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