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2024-01-03T09:54:58+0000

„Unsere Branche wird mit Situationen in einer ganz neuen Dimension konfrontiert“

_Der Fachkräftemangel und der Preisdruck bleiben aus Sicht von ZKF-Präsident Peter Börner auch in diesem Jahr die größten Herausforderungen für Werkstätten. Mit der Elektrifizierung sieht der Branchenverband jedoch auch neue Chance für K&L-Betriebe. Fakt ist: Der ZKF wird sich in diesem Jahr neu ausrichten, um seine Mitgliedsbetriebe noch besser unterstützen zu können. Wie der Verband die Herausforderungen konkret angehen will, lesen Sie im Gastbeitrag von ZKF-Präsident Peter Börner. _ Eines vorweg: der ZKF wird sich verändert aufstellen. Der Vorstand wird durch „Junge Berater“ aus unterschiedlichen Regionen ergänzt, um frische Gedanken und neue Sichtweisen für verschiedenen Fragestellungen der Branche für Zukunft und Gegenwart einfließen zu lassen. Darüber hinaus werde ich wie angekündigt zur Mitgliederversammlung im April mein Amt nach dreizehn Jahren als ZKF-Präsidenten einer Nachfolge zur Verfügung stellen. All dies bedeutet interne Anpassungen, um sich erfolgreich für die Zukunft aufzustellen zu können. Unsere Branche wird von außen mit neuen Situationen konfrontiert, die bisher in dieser Dimension noch nicht eingetreten sind. Fachkräfte- und Auszubildendenmangel betrifft alle Betriebe und stellt uns vor neue Herausforderungen. Ebenso wird begünstig von langen Vorlaufzeiten und der Notwendigkeit der steigenden Kostenstruktur in den Betrieben ein fairer Stundensatz und eine ausgeglichene Leistungsstruktur ein unvermeidbar wichtiges Ziel in den Jahresgesprächen sein. Vor diesem Hintergrund muss insbesondere die eigene Rolle als Partnerwerkstatt von den Betrieben selbst hinterfragt werden. Wir werden uns konsequent gegen die Abarten unberechtigter Rechnungskürzungen in unserer Branche einsetzen. Wir wollen das Leistungsspektrum an die Mitglieder und Werkstätten nochmals deutlich erhöhen. Mit der Elektrifizierung einhergehend werden neue Fahrzeughersteller immer stärker auf den deutschen Markt präsent sein. Das bedeutet für die Werkstatt die Chance, sich auf neue Service- und Reparaturkonzepte einzulassen, bietet aber im gleichen Maß auch die Möglichkeit, sich als zertifizierte Werkstatt für eine oder mehrere der neuen Marken zu positionieren. Hiermit verbunden ist auch die Notwendigkeit, sich mit Ausstattung und Qualifikation auf die Elektromobilität (E-Mobilitätsfachbetrieb) genauso vorzubereiten wie auf komplexe Fahrerassistenzsysteme. SERMA (Standardisierte Zugang zu diebstahl- und sicherheitsrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen der Fahrzeughersteller) ist in diesem Zusammenhang ein weiteres Stichwort, mit dem sich jeder an modernen Fahrzeugen arbeitende Betrieb auseinandersetzen muss. Nachhaltigkeit ist ein weiteres Schlagwort, für das der ZKF gemeinsam mit allen relevanten Branchenverbänden an einem allgemein gültigen Standard mit einem Siegel für Nachhaltigkeit arbeitet. Aufzupassen ist hierbei, dass insbesondere Versicherer und Schadensteurer nicht mit fadenscheinigen Gründen unter dem Vorwand der vermeintlichen Nachhaltigkeit zu Lasten der Betriebe Kosten sparen wollen. Auf einer anderen Ebene werden wir uns über unsere Mitgliedschaft beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin gemeinsam mit dem Zentralverband des Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) für den Bürokratieabbau im Mittelstand einsetzen und über unseren internationalen Verband AIRC in Brüssel auch in vielen anderen Themen weiter für die Rechte des Freien Aftermarkts sowie insbesondere eine sektorspezifische Gesetzgebung und freie Datenzugänge kämpfen. Auf unserem Branchentreffen, der 2024 in Koblenz mit einem neuen Präsidenten stattfinden wird, werden wir zu den genannten Themen allen Interessierten Rede und Antwort stehen - Es bleibt und wird spannend und wer gut informiert ist, hat einen klaren Vorteil! _Peter Börner, Präsident Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik_
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