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2026-05-06T09:33:52+0000

Härtetest für Hochvolt-Akkus: Blick hinter die Kulissen des DEKRA Batterie Test Centers

Hier steht die Sicherheit der Hochvolt-Speicher von E-Fahrzeugen auf dem Prüfstand: In Klettwitz betreibt DEKRA eines der modernsten Batterie Test Centren Europas. Erst im vergangenen Herbst 2025 wurde es eingeweiht. Seitdem hat sich am Standort Klettwitz viel getan. Während vor anderthalb Jahren noch Visionen auf der Tribüne des Lausitzrings diskutiert wurden, herrscht heute geschäftiges Treiben in den Hallen. Thomas Hucke, Leiter des Batterie Test Centers, blickt im schaden.news-Interview auf ein intensives erstes Halbjahr zurück: „Wir haben in erster Linie unser hochqualifiziertes Team aufgebaut und befinden uns aktuell in der finalen Phase der Inbetriebnahme unserer Prüfstände“, erklärt er. Der Hochlauf sei in vollem Gange, erste Kundenspeicher werden bereits unter realen Bedingungen geprüft. ## Ganzheitliche Prüfung: Mehr als nur Pkw-Akkus Das Spektrum der Tests ist dabei breit gefächert und nicht nur für den Kfz-Unfallschadenmarkt relevant. Von klassischen Fahrzeugbatterien für die E-Mobilität über Batterien für Arbeitsmaschinen bis hin zu stationären Speichern, die für die Energiewende essenziell sind – alle werden auf Herz und Nieren geprüft. Denn damit diese Systeme sicher in den Verkehr oder die Nutzung gebracht werden können, müssen sie komplexe Zertifizierungsprozesse durchlaufen. ## Simulation extremer Belastungen und Unfallszenarien An rund 20 verschiedenen Prüfständen, verteilt auf drei große Gebäude, testet das Team in Klettwitz die Hochvoltspeicher. Neben Umweltprüfungen für Staub, Feuchtigkeit oder extreme Temperaturen und mechanischen Belastungen wie Vibrationen stehen dabei sogenannte „nicht bestimmungsgemäße Situationen“ im Fokus. Hierzu gehören mechanische Beschädigungen, das Durchstechen der Batterie mit Fremdkörpern oder Sturztests. Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Speicher auch bei massiver Einwirkung keine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen – eine Grundvoraussetzung für die Schadenabwicklung und Bergung verunfallter Fahrzeuge. ## Sicherheit unter kontrollierten Bedingungen: Der Feuerprüfstand Ein technisches Highlight ist der imposante Feuerprüfstand. In einer massiven Bunkeranlage wird simuliert, was passiert, wenn ein Fahrzeugbrand auf die Batterie übergreift. „Die Batterie wird beflammt und muss eine Beobachtungsphase überstehen, ohne zu explodieren oder thermisch durchzugehen“, erklärt Thomas Hucke. Solche Prüfungen unter Laborbedingungen sind für Fahrzeughersteller ein zentraler Baustein in der Entwicklung sichererer Speicherlösungen. Und im Anschluss an diesen Versuch zählen auch Sicherheit für die Mitarbeitenden und Umweltschutz: Eine hocheffiziente Rauchgaswäsche reinigt die entstehenden Gase, bevor sie die Anlage verlassen. ## Effizienz und Expansion als Zielmarke Der Blick in die Zukunft des Batterie Test Centers ist klar definiert, erklärt Thomas Hucke im Interview weiter. Der Leiter will sein Team weiter ausbauen, insbesondere im Bereich der Hochvolt-Qualifikation, um die steigende Zahl an Kundenaufträgen effizient abzuwickeln. Neben der Homologation für den Fahrzeugsektor will sich das Center als fester Player für stationäre Speicher und Arbeitsmaschinen etablieren. Thomas Hucke betont: „Wir wollen unsere Prüfverfahren so effizient und kostengünstig wie möglich anbieten.“ Für den Unfallschadenmarkt bedeutet das: Die Batterien der Zukunft werden noch gründlicher auf ihre Resilienz geprüft, was langfristig zu mehr Sicherheit und klareren Standards im Umgang mit verunfallten E-Fahrzeugen führen wird.