2023-02-22T11:19:14+0000

„Unser Handwerk soll durch die Bilder sichtbar werden“

_Um das Image des Handwerks und den Zusammenhalt im Betrieb zu stärken, konnte sich das Team von Betriebsinhaber Steven Didssun Ende 2022 mit seinen privaten Oldtimern professionell ablichten lassen. Daraus entstanden ist ein ganz einzigartiger Werkstattkalender, der auch bei der Suche nach Fachkräften unterstützen soll. Im schaden.news-Interview spricht der Unternehmer aus dem Vogtland über Beweggründe, Resonanz und die Auswahl der Motive._ ___Warum gerade einen Oldtimerkalender, Herr Didssun?___ __Steven Didssun:__ Das Ganze war ursprünglich als besonderes Weihnachtsgeschenk für unsere engsten Kunden und guten Geschäftspartner gedacht. Ein weiterer Grund war die Außenwirkung unseres Berufes, die wir mit diesen großartigen Bildern einfach auffrischen wollten. Außerdem waren wir auf der Suche nach einer ganz persönlichen Aufmerksamkeit für unsere Mitarbeiter, die deren Leistung und Teamwork im Betrieb wertschätzt. Und welcher Besitzer eines Oldtimers freut sich nicht über ein professionelles Fotoshooting? Für dieses Projekt konnten wir schließlich einen regionalen Fotografen gewinnen, der bereit war, das Ganze mit uns hier vor Ort umzusetzen. ___Welche Rolle spielen die Oldtimer in Ihrem Betrieb?___ __Steven Didssun:__ Das ist ein Thema, das fast unser komplettes Team betrifft. Nicht nur im Arbeitsalltag, der sich bei uns recht oft in Teil- und Komplettrestaurationen widerspiegelt, sondern wirklich jeder einzelne Mitarbeiter hat auch privat eine ganz bestimmte Verbindung zu altem Blech und Motorsport. Deshalb erschien es uns nur logisch, unser Hobby auch zum Thema zu machen. Und ganz nebenbei, darin liegen auch die Wurzeln des Unternehmens - denn mit Oldtimern fing bei uns alles an. Nach Spot-Repair und Restaurationen rollten damals die ersten größeren Unfallschäden von Privatkunden und Versicherungen in die Werkstatt. Mit Aufträgen aus dem Industrie- und Werbetechniksegment haben wir unsere Angebotspalette hier am Standort ergänzt und sind nun mit 12 Mitarbeitern gut aufgestellt. ___Was war Ihnen wichtig bei der Umsetzung und Auswahl der Motive?___ __Steven Didssun:__ Bereits in der Planung stand fest, unser Handwerk soll durch die Bilder sichtbar werden – sowohl die harte Arbeit, aber auch die Leidenschaft, die dahintersteht. Einzelne Arbeitsschritte sollten einerseits modern und irgendwie auch „cool“ dargestellt werden, in anderen Situationen wollten wir aber das Traditionelle unseres Berufes hervorheben. Außerdem, so finden wir, wecken Oldtimer und der klassische Motorsport auch zunehmend mehr Emotionen, gerade bei jüngeren Menschen. Vielleicht kann man Jugendliche auch auf diesem Wege für unseren Handwerksberuf, der oftmals noch nicht den Stellenwert hat, der ihm zusteht, begeistern. So kam bei uns eine Idee zur Anderen und die Motive waren schnell gefunden.
___Abschließend die Frage - Wie war die Resonanz auf den Kalender?___ __Steven Didssun:__ Wir hatten anfänglich eine Auflage von 50 Stück geplant, die war aber schneller vergriffen als gedacht. Der Nachdruck von weiteren 20 Kalendern verteilte sich ebenfalls sehr zügig, was uns in unserer Idee bestärkte, einen anderen Weg im Bereich Marketing zu gehen und zeitgleich unser Team und dessen Leistung in den Vordergrund zu stellen. Wir haben uns daher mit dem Fotografen gegen einen weiteren Nachdruck geeinigt. Es soll eine Art „Limited Edition“ bleiben, aber ich kann schon sagen, auch für 2024 haben wir reichlich neue Ideen in der Schublade. Dass das Thema im Januar gerade in den sozialen Medien so an Fahrt aufgenommen hat, damit hätte von uns keiner gerechnet. Es freut uns aber sehr, dass dieser etwas andere Werkstattkalender so gut ankam und die Wichtigkeit unseres Berufes auf diese Art neu interpretiert werden konnte. Vielleicht trägt er ja ein Stück weit zu einem Imagewandel bei. ___Vielen Dank für das Interview!___
Lesens Wert

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