2020-06-17T11:48:33+0000

Stellenmarkt 2020: Leichte Erholung im Mai

Mit welcher Wucht die Corona-Krise die deutsche Wirtschaft und auch die Reparaturbranche getroffen hat, lässt sich auf einen Blick an den einschlägigen statistischen Auswertungen des letzten Vierteljahres ablesen. Vom Verkehrsaufkommen über die gesteuerten Schäden bis hin zu den Auftragseingängen im verarbeitenden Kfz-Gewerbe zeigen sämtliche Kurvenverläufe für die Monate März und April den charakteristischen „Knick“. Für den Bereich Kraftwagen und Kraftwagenteile [ermittelte das Statistische Bundesamt (Destatis) im April gar ein Minus der Aufträge von 60,8 Prozent gegenüber dem Februar](https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Corona/Wirtschaft/kontextinformationen-wirtschaft.html). Seit Mai lässt sich eine allgemeine Erholung erkennen, die allerdings unterhalb der Werte vor der Krise verharrt. Angesichts der ebenfalls markanten Rückgänge bei Außenhandel, Investitionsbereitschaft und Konsum [rechnet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im zweiten Quartal 2020 daher „mit dem größten Einbruch des Bruttoinlandsprodukts in der deutschen Nachkriegsgeschichte“](https://www.iab-forum.de/einschaetzung-des-iab-zur-wirtschaftlichen-lage-mai-2020/). ## Leichte Entspannung, aber weniger Einstellungsbereitschaft bei Betrieben Auch der Arbeitsmarkt steht angesichts dieser Zahlen weiterhin unter Druck, wenngleich der massive Einsatz der Kurzarbeit hier eine noch gravierendere Entwicklung verhindert haben dürfte. Laut aktuellem Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt der Arbeitsagentur hat die Corona-Krise die Arbeitslosigkeit bisher um 578.000 erhöht. Der jüngste Branchenvergleich zeigt, dass der „Handel, Instandhaltung von Kfz“ zu den besonders von Arbeitslosigkeit betroffenen Wirtschaftszweigen zählt. Mit rund 20.000 neuen Erwerbslosen rangiert dieser hinter dem Gastgewerbe (+ 33.000) auf Platz zwei der Statistik für die zusammengefasste Statistik der Monate April und Mai. Insgesamt hat sich die Nachfrage der Betriebe wieder etwas gefangen, verbleibt allerdings insgesamt auf niedrigerem Niveau. Nicht saisonbereinigt gingen im April 102.000 Arbeitsstellen ein, 67.000 oder 40% weniger als vor einem Jahr. Noch ist es zu früh, um verlässliche Aussagen darüber treffen zu können, inwiefern sich aus der aktuellen Gegenbewegung eine rasche Erholung der Reparaturbranche ableiten lässt. Das vom IAB entwickelte Arbeitsmarktbarometer weist trotz der aktuellen Entspannung auf eine deutliche Verschlechterung des Arbeitsmarktes in den nächsten Monaten hin. Laut dem ifo Geschäftsklimaindex beurteilen die Unternehmen die aktuelle Lage im Mai zwar „nochmals etwas schlechter, ihre Erwartungen für die kommenden Monate aber haben sich verbessert“, heißt es dazu in der von der Arbeitsagentur im Mai erstellten Analyse der Frühindikatoren für den Arbeitsmarkt. Ein solcher Indikator ist der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X), der von April auf Mai 2020 nochmals um 3 Punkte auf 91 Punkte gefallen ist und mit einem Minus von 38 Punkten seinen Vorjahreswert deutlich unterschreitet und unter dem Referenzwert aus dem Jahr 2015 bleibt. ## Stellenmarkt von werkstattjob.de erholt sich ebenfalls Diese Entwicklung spiegelt auch der aktuelle Verlauf der Stellenanzeigen auf der Branchenplattform werktattjob.de wider. Nach dem Einbruch um 87,2 Prozent im April haben sich die neu hinzugekommenen Jobs im Mai bei minus 10,6 Prozent gegenüber dem Jahresmittel aus 2019 eingependelt. Die Verteilung der Berufe auf die
Stellenanzeigen erweist sich dabei als stabil: Unter den gesuchten Fachkräften bilden die Karosseriebauer mit einem Anteil von rund 39 % die größte Gruppe. Die Fahrzeuglackierer kommen derzeit auf 36,4 %. Es folgen Kfz-Mechatroniker (7,9 %), Beschäftigte im Bereich Kundenservice (6,4 %), Kfz-Mechaniker (5,2 %), Bürokaufleute (2,7 %) sowie Autoglaser (1 %). Der Rest verteilt sich auf Mitarbeiter von Werkstattausrüstern in den Bereichen Technik und Vertrieb, Sachbearbeiter und leitende Angestellte.
Christoph Hendel