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2026-03-11T10:47:19+0000

Konjunktur: Betriebe zwischen wirtschaftlicher Stagnation und hohem Kostendruck

Mehrere hundert Betriebe haben an der Februar-Konjunkturumfrage von schaden.news teilgenommen – davon rund zwei Drittel Partnerwerkstätten und ein Drittel freie Betriebe. Die wirtschaftliche Situation der Befragten scheint auf der Stelle zu treten: Etwas mehr als die Hälfte der Werkstätten (51,6 Prozent) gaben an, dass sie konjunkturell auf dem gleichen Stand sind wie vor einem Jahr. 37,9 Prozent bewerteten ihre Situation sogar schlechter als im Jahr zuvor. Lediglich 10,5 Prozent meinten, ihre Situation sei besser als 2025. Interessant an dieser Stelle ist, dass sich die Antworten von Partnerwerkstätten und freien Betrieben an dieser Stelle voneinander unterscheiden. Die freien Betriebe bewerten die Situation etwas negativer (45 Prozent: unverändert, 45 Prozent: schlechter) als Partnerwerkstätten (53,3 Prozent: unverändert, 36 Prozent schlechter). ## Vollauslastung auf niedrigem Niveau Die Auslastungssituation ist nicht mehr so angespannt wie in den vergangenen Jahren: 23,4 Prozent der Befragten sprachen zum Zeitpunkt der Umfrage von Vollauslastung. Zum Vergleich: Im März 2024 gabe fast 64 Prozent an, voll ausgelastet zu sein, im August 2022 waren es 43,6 Prozent und im Februar 2020 – kurz vor der Corona-Pandemie waren es immerhin 30 Prozent. Allerdings könnte auch der Zeitpunkt der Umfrage auf diese Ergebnisse zurückzuführen sein: Erfahrungsgemäß ist die Auftragslage,[ gemessen an der Blechschädenzahl des Statistischen Bundesamtes](https://schaden.news/de/article/link/44929/blechschaeden-dezember-gesamtjahr-2025), im Februar immer auf einem Tiefpunkt. Mehr als die Hälfte der Befragten (60,4 Prozent) gaben in der aktuellen Konjunkturumfrage an, ihre Auslastung liege zwischen 70 und 90 Prozent. 15,9 Prozent meinten, zu 50 bis 70 Prozent ausgelastet zu sein. ## Fachkräftesituation: Enspannter oder verschlechtert? Ebenso ambivalent sind auch die Antworten bei der Frage nach dem Fachkräftemangel: Während ein Viertel der Befragten meinte, die Lage hätte sich entspannt, berichtete ein Drittel, der Fachkräftemangel habe sich noch erhöht. Von einer unveränderten Lage auf dem Fachkräftemarkt gehen derzeit 41,5 Prozent aus. ## Ein Drittel der befragten Betriebe sind sehr investitionsfreudig – ein Fünftel gar nicht Wie steht es um die Investitionsfreudigkeit der befragten Betriebe? Hohe oder sehr hohe Bereitschaft (Schulnoten 1 und 2) vermeldete rund ein Drittel. Die Schulnote 3 vergaben immerhin 27,7 Prozent der Befragten. Knapp 20 Prozent gaben an, dass sie derzeit eher nicht oder gar nicht investitionsbereit seien. ## Hoher Kostendruck und unsichere Marktlage bereiten Sorge In unserem Freitextfeld konnten die Betriebe angeben, welche Herausforderungen sie momentan besonders beschäftigen. Die Antworten sind dominiert von Werkstätten, denen der hohe Kostendruck, die unsichere wirtschaftliche Situation und der zunehmende administrative Aufwand in der Schadensteuerung Sorge bereiten. Viele Betriebe blicken auf Möglichkeiten, sich effizienter aufzustellen und erwägen dafür auch den Einsatz von KI und Robotik.