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2015-04-22T08:14:06+0000
# Karosserie- und Schadenstage diskutieren Strategien gegen Rechnungskürzung Rund 500 Teilnehmer trafen sich zu den Karosserie- und Schadenstagen 2015 im Würzburger Vogel Convention Center. Das Leitthema: Die Unfallinstandsetzung zwischen Herstellervorgaben und Smart Repair. Im Mittepunkt der Diskussionen stand immer wieder die Kürzung von Werkstattrechnungen durch Controller in der Schadenregulierung. BVSK-Geschäftsführer RA Elmar Fuchs stellte in Würzburg klar: Im Schadensrecht spielt immer wieder die „Erforderlichkeit“ eine große Rolle. Vor Gericht streiten Rechtsanwälte, Versicherer und Werkstätten darüber, was bei einer fachgerechten Instandsetzung notwendig ist – und was nicht. ## Gegen Rechnungskürzungen wehren! Ob Beilackieren, Kleinteilepauschale oder willkürliches Kappen von Arbeitsstunden – Experten wie Ulrich Dilchert vom ZDK oder Jochen Pamer ([autorechtaktuell.de](https://www.autorechtaktuell.de/)) und die Vertreter der Branchenverbände zeigten sich einig: bei einer fachgerechten Reparatur durch den Werkstattbetrieb kann es grundsätzlich keinen Anlass zu Rechnungskürzungen geben. In der Brennpunktdiskussion „ControlExpert und Co. – Wie ernst nehmen wir 249 BGB?“, nahm Elmar Fuchs mit führenden Schadensrechtlern und Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk (ZDK) die Rechnungskontrolle von Dienstleistern wie der ControlExpert unter die Lupe. Das Fazit dieser Runde: bei Vorliegen einer korrekten Kalkulation bzw. Rechnung dürfe es keine Kürzungen geben. Alle Diskussionsteilnehmer appellierten an die Werkstätten, unberechtigte Kürzungen nicht hinzunehmen. Ihre Empfehlung: Im Zweifel sollten die Betriebe wesentlich stärker eine juristische Vertretung ihrer Interessen nutzen.
## Selbstbewusstsein statt vorauseilendem Gehorsam Für Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk stand in Würzburg fest, dass die Fachwerkstatt selbstbewusst ihre Interessen vertreten sollte. Es gelte, den Blick wieder auf das Ganze, also auf ein für alle Beteiligten wirtschaftlich sinnvolles Schadenbusiness zu richten. Eine Meinung die auch ZKF-Präsident Peter Börner teilte. Auch er unterstrich bei den Karosserie- und Schadenstagen, dass es keine Legitimation für Kürzungen gebe, solange die erforderlichen Arbeitszeitwerte und rechtlich einwandfreien Positionen auf einer korrekten Rechnung stünden. Bei ungerechtfertigten Kürzungen gelte es, sich zu wehren. Er appellierte an die Werkstattbetriebe, solche Fälle zu sammeln und zur Klage weiterzugeben. Er warnte noch einmal davor, notwendige Leistungen nicht aufzuführen, nur weil der Reparaturbetrieb glaube, diese würden ohnehin gekürzt. ## EuroDFT und Prozessoptimierung Der Geschäftsführer Technik des ZDK Neofitos Arathymos stellte im Rahmen der Veranstaltung das [neue Mehrmarken-Diagnose-Gerät EURO DFT als Lösung für freie Werkstätten](http://colornews.de/hotspots/neue-loesung-fuer-mehrmarken-fehlerdiagnose/) vor. Er zeigte sich überzeugt, dass gerade bei freien Karosserie- und Lackierbetrieben die Diagnose, das Flashen, die Rekalibrierung und Reprogrammierung von elektronischen Bauteilen im Fahrzeug eine Schlüsselrolle spielen wird. In seinem Vortrag zur Optimierung von Werkstattabläufen hob Stefan Höslinger Geschäftsführer !HEPP Unternehmensberatung) hervor, das gerade die Schadenkalkulation eine der Kernkompetenzen des Reparaturbetriebes sei. Hier gelte es Fehler und damit Prozessstörungen zu vermeiden. Vor allem aber eine exakte und verbindliche Dokumentation durch aussagekräftige Fotos über den gesamten Reparaturprozess hinweg könne eine wichtige Argumentationshilfe bei Diskussionen mit Kontrolldienstleistern sein.
## Karosserie- und Schadenstage als Expertentreff etabliert Die Veranstaltung am 17. und 18. April in Würzburg hat die Spannungsfelder im Schadensrecht und der fachgerechten Unfallinstandsetzung deutlich herausgestellt und sich damit als Expertentreff endgültig etabliert. Mit dabei waren Lackhersteller wie Standox und Spies Hecker, Werkstattausrüster wie Carbon, Herkules oder WOLF sowie die Schadendienstleister DAT, Audatex und KSR. [_Stefan Endres_](mailto:info@colornews.de)
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