2026-07-15T09:44:35+0000

Reparaturvolumen aus der Restwert- oder Flottenbörse

Die Auftragslage in Karosserie- und Lackierbetrieben ist derzeit vielerorts stark rückläufig. Weniger Unfallschäden aufgrund einer geringeren Schadenhäufigkeit sowie die steigende Anzahl fiktiver Abrechnungen sorgen in vielen Werkstätten derzeit für eine geringere Auslastung. Ein neues Pilotprojekt von Solera Audatex AUTOonline soll die Betriebe nun dabei unterstützten, ihre Auftragsbücher mit zusätzlichen Reparaturarbeiten in Phasen eines niedrigen Auslastungsniveaus zu füllen. ## Auslastungsgrad punktuell steigern Wie soll das Prinzip funktionieren? In der Restwertbörse AUTOonline werden täglich mehrere tausend Fahrzeuge gehandelt, die entweder als Totalschäden oder als leicht und mittelschwer beschädigte Leasingrückläufer gehandelt werden. „Wir haben bereits mit verschiedenen Karosserie- und Lackierbetrieben gesprochen, ob ein Teil, der bei uns in der Restwertbörse befindlichen Schäden nicht auch für die Werkstätten interessant ist“, erklärt Bernd Albrecht, Key Account Manager AUTOonline. Der 63-Jährige verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Unfallschadenmarkt und ist in der Branche bestens vernetzt. Die Idee: „K&L-Betriebe kaufen in unserer Restwertbörse reparierbare Fahrzeuge auf, setzen diese instand und stellen sie dann wieder bei AUTOonline ein.“ So ließe sich nach Ansicht von Bernd Albrecht der Auslastungsgrad in der Werkstatt punktuell steigern. ## Viel Potenzial für K&L-Betriebe? Die Möglichkeiten sind nach Angaben von Erik Jahn, Mitglied der Geschäftsleitung bei Solera Audatex AUTOonline, fast grenzenlos: „Tag für Tag befinden sich in unserer Börse 3.500 bis 4.500 Fahrzeuge, bei denen die Restwerte durch Auktion ermittelt werden. Ein sehr großes Reservoir, aus denen sich K&L-Betriebe die beschädigten Fahrzeuge heraussuchen können, die sie für reparierbar und wieder verkaufbar halten.“ Mehr als 1.500 zertifizierte Aufkäufer sind bei AUTOonline angeschlossen, die auf die eingestellten Fahrzeuge bieten. So kommt der Restwert zustande. „Bei uns finden sich Fahrzeuge – vom 15 Jahre alten Opel Corsa mit einem Restwert von 500 Euro bis hin zu Porsche-Fahrzeugen mit Restwerten von 60.000 Euro und mehr. Hinzu kommen Flottenfahrzeuge unterschiedlichster Kategorien.“ Nach Informationen von AUTOonline werden zum Beispiel rund 17.000 Leasingrückläufer von den Herstellern Hyundai und Kia in die Börse gehandelt. ## Pilotprojekt mit reguliertem Prozess und ohne Gebühren Solera Audatex AUTOonline startet nun ein erstes Pilotprojekt, in dem Karosserie- und Lackierbetriebe die Möglichkeit erhalten, Reparaturaufträge aus der Restwertbörse zu generieren. „Wir unterstützen die Betriebe mit einem regulierten Prozess, sodass sich die Auf- und Verkäufer nicht mit den sonst üblichen Problemen bei Erwerb und Verkauf von Unfallfahrzeugen beschäftigen müssen“, unterstreicht Bernd Albrecht. „Die übliche Gebotsgebühr wird den Teilnehmern an unserem Pilotprojekt nur dann in Rechnung gestellt, wenn das Fahrzeug wieder erfolgreich vermarktet wurde.“ Sicherheit bietet nach seinen Angaben auch die Regelung in der Restwertbörse, dass nach einer Auktion der angebotene Verkaufspreis bis zu 21 Tagen gilt. So werden nachgelagerte Preisverhandlungen vermieden. Grundsätzlich gelten nach Aussage von Bernd Albrecht die rechtlichen Regelungen im B2B Geschäft, wie der Wegfall der Garantie oder Probefahrten beim Verkauf an Privatpersonen. „Einfacher Ankauf und einfacher Verkauf lautet unser Prinzip – auch weil es bei unseren Börsen keine Preisdiskussionen gibt.“