2026-07-01T09:02:03+0000

KI-Upgrade und Big Data: DAT präsentiert viele Neuheiten auf Automechanika

Knapp zwei Monate vor Beginn der Automechanika geben erste Aussteller Einblicke in ihre Messepremieren. Im Rahmen einer Online-Pressekonferenz hat die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) in dieser Woche vorgestellt, was die Besucher am Messestand (Halle 11.0) in Frankfurt erwartet. Im Mittelpunkt steht dabei die konsequente Weiterentwicklung von SilverDAT 3 durch KI-gestützte Funktionalitäten – von der Schadenaufnahme bis zur Reparaturkostenkalkulation. ## KI soll den gesamten Erfassungsprozess beschleunigen Die automatische Bilderkennung FastTrackAI hatte die DAT bereits 2022 auf der Automechanika vorgestellt. Die Software erkennt sichtbare Beschädigungen an Fahrzeugbauteilen anhand von Fotos und übernimmt diese Informationen in die Kalkulation. Mit der nun marktreifen Sprachassistenz Silvie geht die DAT den nächsten Schritt. Sachverständige oder Werkstattmitarbeiter können Schäden während des Fahrzeugrundgangs direkt in ihr mobiles Endgerät diktieren. Die KI transkribiert die Sprachaufnahme und erstellt daraus automatisch eine erste Reparaturkostenkalkulation. Anschließend greift der sogenannte Parts Completion Service. Anders als die beiden KI-Anwendungen basiert dieser auf Big-Data-Analysen. Dafür wertet das System Millionen anonymisierte Schadenfälle aus dem DAT-Datenbestand aus und erkennt typische Reparaturmuster. Fehlen bei einem konkreten Schadenbild Positionen, die erfahrungsgemäß häufig mit anfallen, weist der Parts Completion Service den Anwender automatisch darauf hin. Ziel ist es die Prozesssicherheit zu erhöhen, unvollständige Kalkulationen zu vermeiden und Nachkalkulationen deutlich zu reduzieren – wie Michael Manske, Leiter der Produktlinie Reparaturkostenkalkulation, in der Online-Veranstaltung erklärte. ## Diagnosedaten fließen direkt in die Kalkulation Ein weiterer Baustein auf dem Weg zur teilautomatisierten Schadenkalkulation ist die Integration von Fahrzeugdiagnosen über Car Diagnostics. Gemeinsam mit Hella Gutmann hat die DAT dafür bereits die Grundlage geschaffen. Diagnosedaten lassen sich künftig direkt in Kostenvoranschläge und Reparaturkostenkalkulationen übernehmen. Bislang liefen Diagnose und Kalkulation in der Praxis meist in getrennten Prozessen. Das neue Feature soll künftig eine medienbruchfreie Übermittlung gewährleisten und manuelle Aufwände deutlich reduzieren. ## Weitere Funktionen für Flotten, E-Autos und Classic Cars Darüber hinaus erweitert die DAT ihr Portfolio um weitere Anwendungen. Mit SilverDAT Connect bringt das Unternehmen erstmals eine Lösung auf den Markt, die Telematik- und Fahrzeugdaten zusammenführt. Fuhrparkverantwortliche können so unter anderem Kilometerstände, Servicebedarfe, Batterieladezustände oder Kraftstofffüllstände zentral verwalten und mit weiteren Fahrzeugdaten der DAT verknüpfen. Auch die Fahrzeugbewertung wird ausgebaut. Künftig soll der Gesundheitszustand (State of Health) der Hochvoltbatterie nicht nur bei batterieelektrischen Fahrzeugen, sondern auch bei Plug-in-Hybriden in die Wertermittlung einfließen. Der jeweilige SoH-Wert wird dabei automatisch in einen konkreten Wertabschlag oder -aufschlag umgerechnet. Nicht zuletzt wird auch der Datenbestand für historische Fahrzeuge erweitert. Neben Bewertungsdaten für Fahrzeuge älter als 20 Jahre erhalten Werkstätten künftig auch Informationen zur Verfügbarkeit von Ersatzteilen für Young- und Oldtimer – selbst dann, wenn Originalteile der Hersteller nicht mehr verfügbar sind.