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2026-08-19T09:20:08+0000

„Pimp my Ride“ war Auslöser: Aus einer Fernsehserie wurde erst Beruf, dann Berufung

Hinter Maria Franke liegt aus beruflicher Perspektive betrachtet ein steiniger Weg. Heute ist die 35-Jährige Fahrzeuglackierermeisterin im thüringischen K&L-Betrieb Bcarso in Ilmenau. Begonnen hat ihrer Karriere mit der Fernsehserie „Pimp my Ride“ auf MTV, in der alte und schrottreife Autos wieder aufgemotzt wurden. „Damals haben mein bester Kumpel und ich beschlossen, dass wir auch mal in einer Autowerkstatt arbeiten wollen. Ich hab's durchgezogen, er nicht“, erinnert sie sich. Bereits mit 14 begann sie, sich für eine Ausbildung als Fahrzeuglackiererin zu bewerben. „Doch es war sehr schwer für mich, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Der Grund: Ich bin eine Frau“, berichtet Maria Franke. Sie habe die Absage aus ebendiesem Grund schwarz auf weiß bekommen, erzählt sie im schaden.news-Gespräch. ## Als 16-Jähre wegen der Ausbildung von Erfurt nach Coburg Nachdem sie vergeblich Bewerbungen an Betriebe in ihrer Heimatstadt Erfurt und Umgebung verschickt hatte, versuchte sie es bundesweit und bekam eine Lehrstelle in einem Mercedes-Autohaus in Coburg, 120 Kilometer entfernt von ihrem Heimatort. „Mein Meister dort war mir eine große Stütze, in fachlicher wie emotionaler Hinsicht“, erinnert sie sich. Denn als 16-Jährige allein in einer fremden Stadt einen Beruf zu erlernen, das sei nicht so einfach gewesen. Mit dem Gesellenbrief in der Tasche zog es sie eigentlich wieder zurück in die Heimat, doch auch da war es nicht so einfach, als Gesellin Fuß zu fassen. Es folgte ein kurzes Intermezzo in Suhl im Drei-Schicht-Betrieb, dann ging es zurück nach Coburg. „Ich habe sehr viele Betriebe durchlaufen in den vergangenen Jahren. Das lag auch daran, dass ich oftmals nicht die gewünschte Wertschätzung erfahren habe und auch Erfahrung mit Belästigung und Mobbing am Arbeitsplatz machen musste“, erzählt sie. 2019 habe sie beschlossen, ihren Meister in Vollzeit zu machen. ## Liebe zur Perfektion Zu ihrem jetztigen Arbeitgeber, Bcarso, kam sie durch Zufall: Ihr ehemaliger Kollege aus einem anderen Betrieb, Steve Bachmann, hat sich an sie erinnert, als er sein Unternehmen neu aufgestellt hat. „Er hat damals gesagt: So jemanden wie Dich können wir in unserem Betrieb brauchen.“ In der Werkstatt ist die Fahrzeuglackierermeisterin heute vor allem wegen ihrer Liebe zur Perfektion bekannt und geschätzt. ## Simsons und Bob-Schlitten in der Lackierkabine Das Unternehmen ist vor allem auf Design- und Ganzlackierungen spezialisiert, neben Simson-Mopeds lackiert Maria Franke mit ihrem Team auch immer wieder Schlitten für die Bob-WM. „Ich liebe diese Abwechslung, die mein Job mir bietet“, berichtet sie. Auch für die Ausbildung der Azubis ist sie zuständig. Und bemerkt, dass sich gerade hinsichtlich Frauen in Werkstattberufen in den vergangenen Jahren viel geändert hat: Inzwischen sind sie alltäglich, sowohl in unserem Unternehmen, als auch in anderen Betrieben. Und das findet Maria gut. Denn egal, ob männlich oder weiblich: „Wer mutig ist und Handwerk mag, kann Fahrzeuglackiererin oder -lackierer werden. Man sollte sich nur nie erzählen lassen, dass man es nicht kann.“ Für die nachfolgende Generation an Fahrzeuglackiererinnen wünscht sie sich eins: „Dass sie ihren Weg gehen – und dass sie von ihren Teams gut behandelt werden.“ Maria Franke ist ihren Weg gegangen, auch wenn er so maches mal steinig war. Sie sagt: „Bis ich mich beruflich gesehen wohlgefühlt habe, hat es gedauert. Aber hier, bei Bcarso, bin ich endlich angekommen.“
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