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2026-06-24T08:43:49+0000

Praxis-Tipp: Kratzerentfernung auf altem Klarlack: So geht‘s

Die Aufbereitung von gealterten Klarlacken gehört zu den sensiblen Aufgaben im Lackieralltag. Der Lack ist über die Jahre oft spröde geworden, reagiert empfindlich auf Wärmeentwicklung und zeigt je nach Beanspruchung unterschiedliche Kratzertiefen. „Für ein reproduzierbares Ergebnis ist eine exakte Unterscheidung des Schadensbildes und die Wahl des passenden Systemaufbaus erforderlich“, erklärt Markus Weinspach, Gebietsleiter beim Hersteller Mirka. Er empfiehlt für die großflächige Aufbereitung des Klarlacks den bürstenlosen Rotationspolierer Mirka Polaros RP 600. ## Gründliche Reinigung und Schadensanalyse Egal ob leichter Kratzer oder tieferliegende Beschädigung: Der Mirka Gebietsleiter beginnt den Instandsetzungsprozess mit einer gründlichen Reinigung der betroffenen Bauteile. „Staub und Schmutzpartikel müssen vollständig entfernt werden, um während des Polierens keine neuen Sekundärkratzer zu verursachen“, erklärt Markus Weinspach und fügt hinzu, worauf es bei den folgenden Schritten ankommt: „Eine fachgerechte Diagnose des Lackzustands direkt nach der Reinigung entscheidet über den wirtschaftlichen Erfolg der gesamten Reparatur.“ Je nach Tiefe der Lackdefekte unterscheide sich das nachfolgende Verfahren nämlich grundlegend in der Wahl der Polituren und Polierpads. ## Vorgehen bei oberflächlichen Defekten Liegen lediglich feine Waschanlagenkratzer oder leichte Oberflächenmattierungen vor, kommt ein zweistufiger Polierprozess zum Einsatz. Markus Weinspach startet die Maschine im Drehzahlbereich von 1000 bis 1300 Umdrehungen pro Minute. Im ersten Schritt nutzt er die Politur Polarshine 10 in Kombination mit dem gelben Lammfell-Pad, um die feinen Defekte planzuarbeiten. Im direkt anschließenden Schritt der Kratzerkonditionierung wechselt er bei gleichbleibender Drehzahl auf das gelbe Waffel-Schaumstoffpad, was den Lack für das finale Finish vorbereite. ## Korrekturabtrag bei tiefen Schrammen Erfordern tiefe Kratzer einen stärkeren Materialabtrag, erfordert das einen leicht veränderten Prozess. Für den ersten, groberen Abtrag verwendet Markus Weinspach die grobe Politur Polarshine 35 Compound auf dem gelben Lammfell-Pad. „Die Drehzahl verbleibt dabei ebenfalls materialschonend zwischen 1000 und 1300 Umdrehungen pro Minute“, erklärt er. Nach diesem ersten Durchgang folgt eine Zwischenkonditionierung der geschaffenen Oberfläche, bei der der Gebietsleiter auf die feinere Polarshine 10 Politur und das gelbe Waffel-Schaumstoffpad umrüstet. ## Finish: Hologramme vermeiden Nach den jeweiligen Vorarbeiten laufen beide Prozesse für das Hochglanz-Finish wieder synchron ab. Um Hologramme auf dem Altlack vollständig zu beseitigen, verarbeitet der Mirka Gebietsleiter die feine Anti-Hologramm-Politur Polarshine 5 mit dem schwarzen Waffel-Schaumstoffpad bei 1000 bis 1300 Umdrehungen pro Minute. Den Abschluss bildet das Abwischen mit einem gelben Mikrofasertuch. Markus Weinspach betont: „Gerade bei dunklen Altlacken zeigt sich erst im Finish, ob die Abstimmung zwischen Pad, Politur und Drehzahl exakt eingehalten wurde.“ ## Fokus auf Ergonomie Im schaden.news-Gespräch erklärt er noch einmal detailliert die Eigenschaften des Rotationspolierers Polaros RP 600: „Das Gerät verfügt über einen bürstenlosen 750-Watt-Motor, der ein Drehzahlband von 700 bis 2.500 Umdrehungen pro Minute abdeckt.“ Bei der Entwicklung habe Mirka den Fokus auch auf die Ergonomie gelegt: Das vergleichsweise niedrige Gewicht soll Ermüdungen des Anwenders im Polierprozess reduzieren. Zudem arbeitet der Polierer geräuscharm, erklärt Markus Weinspach: „Der Geräuschpegel liegt unter Vollast bei unter 60 Dezibel.“ ## Verzögerte Drehzahlsteuerung für saubereres Arbeiten Eine Ramp-Up-Funktion steigere die Drehzahl beim Einschalten verzögert, wodurch das unkontrollierte Spritzen von Politur minimiert werde. Ergänzend verhindere ein Ramp-Down-System, dass beim Auslaufen übermäßiger Druck auf die Oberfläche ausgeübt wird. Über eine Bluetooth-Kopplung mit der myMirka-App lassen sich zudem Geräteeinstellungen anpassen und die Vibrationsbelastung überwachen. „Die digitale Überwachung der Vibrationen ist ein wichtiger Baustein, um die gesetzlichen Vorgaben zum Arbeitsschutz im Betrieb messbar einzuhalten“, betont Markus Weinspach abschließend. ## Positive Reaktionen aus dem Markt „Die meisten Anwenderinnen und Anwender, die unseren Rotationspolierer in die Hand nehmen, finden ihn im ersten Moment sehr groß und sehr schwer. Wenn sie ihn dann aber das erste Mal tatsächlich genutzt haben, sind sie überzeugt von dem Gerät“, weiß Markus Weinspach aus Erfahrung, wenn es um den Mirka POLAROS geht. Inzwischen ist das Gerät in zahlreichen Werkstätten im Einsatz und sogar preisgekrönt: So wurde der Polaros bei den Red Dot-Awards 2026 für sein Produktdesign ausgezeichnet.