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2026-06-24T08:44:39+0000

Teure Software, altes Chaos – „Viele Betriebe verschenken ihr digitales Potenzial“

Digitale Werkzeuge gehören in Karosserie- und Lackierbetrieben längst zum Standard. Doch die erhoffte Wirkung bleibt in der Realität oft aus. Viele Inhaber klagen enttäuscht in der Beratungspraxis, dass die Software nicht das bringe, was sie sich versprochen hätten. Die Ursache liegt meist nicht an der Technik selbst, sondern an fehlenden durchgängigen Abläufen und der mangelnden Einbindung der Mitarbeiter, weiß Marina Markanian von der bpr Mittelstandsberatung in Dortmund. „Viele Betriebe nutzen heute mehrere digitale Systeme parallel, was im Alltag zu einer fehleranfälligen Doppelerfassung von Schadendaten führt“, erklärt die Unternehmensberaterin. ## „Viele Werkstätten nutzen nur 40 Prozent des Potenzials ihrer Systeme“ Weil Verbindungselemente zwischen den Programmen ungenutzt bleiben, schöpfen Werkstätten den Funktionsumfang ihrer teuren Kalkulationssysteme ihrer Erfahrung nach oft nur zu 30 bis 40 Prozent aus. „Daten werden zwar erfasst, aber nicht ausgewertet – eine strukturierte Nachkalkulation oder ein Soll-Ist-Vergleich bleiben auf der Strecke“, nennt sie ein weiteres Problem in der Praxis. Stattdessen entstünden Behelfslösungen über Excel-Tabellen. „Das Risiko: Wertvolles Wissen wandert aus dem System direkt in die Köpfe Einzelner.“ ## Die Mannschaft muss mitziehen Die Unternehmensberaterin betont: „Digitalisierung ist ein Organisationsprojekt, kein reines IT-Projekt. Erst muss der gewünschte Ablauf exakt definiert sein, dann folgt die Auswahl der Software.“ Wer den Arbeitsablauf nicht mitdenke, digitalisiere am Ende nur das alte Chaos. „Zudem scheitert jede Veränderung von oben herab am Betriebstor, wenn die Mannschaft nicht von Beginn an mitzieht“, fügt Marina Markanian hinzu. ## 80 Prozent Förderung für digitalisierte Abläufe Einen wirksamen Hebel zur ganzheitlichen Umsetzung der Digitalisierungsstrategie in Werkstätten Hier bietet das sogenannte INQA-Coaching einen wirksamen Hebel. Das Programm unterstützt mittelständische Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten praxisnah bei der Digitalisierung, der Arbeitsorganisation und der Fachkräftesicherung. Wichtiger Hinweis für Betriebsinhaber: Es winkt ein Zuschuss zu den Beratungskosten von bis zu 80 Prozent, denn es wird staatlich gefördert. ## Klar strukturierte Abläufe Marina Markanian erklärt: „Durch das Förderprogramm wird der Weg zum durchgängigen Arbeitsablauf klar strukturiert. Nach einer ehrlichen Bestandsaufnahme aller vorhandenen Programme im Betrieb entwickelt die Unternehmensberatung den Wunsch-Ablauf von der Annahme über die Werkstatt bis zum Büro – gemeinsam mit dem Betrieb“. Eine gezielte Zuordnung decke anschließend Lücken und doppelte Arbeitsschritte auf, bevor die verbindliche Umsetzung mit festen Verantwortlichkeiten und neuen Routinen starte. „Diese geförderte Beratung ist aktuell eine der wirtschaftlichsten Chancen, getätigte Investitionen endlich gewinnbringend auf die Straße zu bringen“, betont Marina Markanian abschließend.
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