2026-06-17T10:05:23+0000

Oldtimer-Boom hält an – Fahrzeuge und Halter werden jünger

Der Oldtimer-Bestand in Deutschland wächst weiter. Wie aus Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervorgeht, waren zu Jahresbeginn 2026 insgesamt 822.535 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen zugelassen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von rund 32.000 Fahrzeugen. Parallel dazu zeigt eine aktuelle Auswertung der HUK: Die Halter klassischer Fahrzeuge werden zunehmend jünger. Nach Angaben des Versicherers sind 13,8 Prozent der bei der HUK versicherten Oldtimer älter als ihre Besitzer. Die Entwicklung deutet auf einen Generationenwechsel hin. Denn während historische Fahrzeuge lange Zeit vor allem als Hobby älterer Enthusiasten galten, entdecken heute immer mehr jüngere Fahrer klassische Automobile für sich. ## Fahrzeuge mit Erinnerungswert rücken nach Ein Grund dafür liegt im Wandel des Fahrzeugbestands. Mit jedem Jahr erreichen weitere Modelle die Altersgrenze für das H-Kennzeichen. Vor allem Fahrzeuge aus den 1980er- und 1990er-Jahren prägen inzwischen die Oldtimer-Szene. Viele Besitzer verbinden mit diesen Fahrzeugen persönliche Erinnerungen und sehen sie als Teil ihrer automobilen Biografie. Die HUK beobachtet deshalb seit Jahren eine Verjüngung der Halterstruktur. Der Trend dürfte sich fortsetzen, denn zahlreiche Modelle aus den 1990er-Jahren stehen kurz davor, den Oldtimerstatus zu erreichen. ## Wachsende Bedeutung für den Aftermarket Mit dem steigenden Bestand wächst auch die wirtschaftliche Bedeutung des Segments. Neben Wartung und Werterhalt sind bei Old- und Youngtimern häufig Karosserie-, Lackier- und Restaurierungsarbeiten gefragt. Für Betriebe eröffnet sich damit ein Markt, der vom anhaltenden Interesse an klassischen Fahrzeugen profitiert. ## Classic Cars auch bei Automechanika stärker im Fokus Dass das Thema auch in der Branche stärker wahrgenommen wird, zeigt ein Blick auf die Automechanika Frankfurt. Mit der neuen Classic Alliance hat die Leitmesse ein Netzwerk geschaffen, das Akteure aus Werkstätten, Teilehandel, Industrie und der Classic-Car-Szene zusammenbringen soll. Auf der Messe im September werden Old- und Youngtimer deshalb einen größeren Raum einnehmen als in den vergangenen Jahren. Geplant sind Fachvorträge, Netzwerkveranstaltungen und Praxisformate rund um Restaurierung, Ersatzteilversorgung und den Erhalt historischer Fahrzeuge. Für Betriebe bietet sich damit die Möglichkeit, sich über die Entwicklung eines Marktsegments zu informieren, das weiterhin wächst.
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