2026-04-01T06:16:55+0000

Classic Alliance: Netzwerk will Young- und Oldtimer-Szene mit dem Aftermarket zusammenbringen

Im Oktober 2025 hat die Classic Alliance ihre Arbeit aufgenommen. Das auf Initiative der Automechanika Frankfurt gegründete Business-Netzwerk soll den Aftermarket gezielt mit der Classic Car-Szene vernetzen und das Old- und Youngtimer-Segment auch langfristig im Rahmen der Messe etablieren. Im September ist das Netzwerk daher mit einem neuen Standkonzept, inmitten der Halle 11.1. in Frankfurt vertreten. „Wir wollen der Aftermarket-Szene zeigen, dass der Classic-Car-Markt ein interessanter Markt ist. Das Volumen ist groß, es gibt viele Potenziale zu heben, was jedoch bisher fehlte, war ein Netzwerk das die Akteure miteinander vernetzt sowie ein zentraler Anlaufpunkt im Rahmen der Automechanika “, erklärt Mitinitiator und Classic Car-Experte Jürgen Book im Gespräch mit schaden.news. Die strategische Partnerschaft mit dem Oldtimer-Weltverband FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens) unterstreiche die Vernetzung mit der weltweiten Klassik-Szene zusätzlich. ## Plattform für Aftermarket und Classic Professionals Zwar waren Ansätze für das Classic-Segment in den vergangenen Jahren in verschiedenen Formen auf der Automechanika in Frankfurt präsent, aber an einem übergreifenden Konzept, das zwischen den Messejahren wirkt, mangelte es bisher, wie Jürgen Book betont. Entsprechend spielte die Messe in der Old- und Youngtimer Szene bisher nur eine untergeordnete Rolle. Das soll sich ändern und genau hier setzt die Classic Alliance an. Das Netzwerk richtet sich in erster Linie an Unternehmen, Werkstätten, Verbände und Institutionen mit entsprechender Expertise – etwa Teilelieferanten, Schulungsanbieter oder spezialisierte Dienstleister. Gleichzeitig sollen Sachverständige, Versicherer oder auch Händler angesprochen werden, die als Multiplikatoren direkten Zugang zu Classic-Car-Enthusiasten haben. „Einzelne Fahrzeugbesitzer sprechen wir indirekt an – die Classic Alliance versteht sich bewusst als B2B-Netzwerk“, erklärt Jürgen Book. ## Blick auf Fahrzeuge und Segmente mit Marktpotenzial Inhaltlich richtet das Netzwerk seinen Fokus bewusst auf Segmente mit wirtschaftlicher Relevanz für den Aftermarket. Denn es hat in den letzten Jahren einen spürbaren Wandel in den Preis- und Nachfrageentwicklungen von klassischen Fahrzeugen gegeben. Raritäten und Einzelstücke bilden eher den Sammlermarkt ab, auch die Nachfrage nach Vorkriegsfahrzeugen bis hin zu 70er Jahre-Fahrzeugen lässt laut dem Classic-Car-Experten nach. „Spezielles Know-How für diese Fahrzeuge gilt es zu konservieren, die Verfügbarkeit von Teilen über verschiedene Quellen zu sichern. Dazu zählen wir auch den Bereich klassischer Motorräder“, erklärt Jürgen Book. Dennoch richtet sich das Netzwerk auch bewusst nach der Nachfrage aus. Vor allem Fahrzeuge aus den 1990er- und frühen 2000er-Jahren wachsen zunehmend in den Youngtimer- und Oldtimerstatus hinein. Ein Effekt, der sich auch in der Alterspyramide zeigt, denn das emotionale Hobby ist oft mit Ereignissen aus der Jugend verbunden. Gerade in diesem Bereich sieht die Classic Alliance erhebliches Wachstumspotenzial, aber auch Herausforderungen für Werkstätten, Teilelieferanten und Dienstleister. Wie groß das wirtschaftliche Potenzial tatsächlich ist, [zeigt sich u.a. in der BBE-Classic-Studie:](https://schaden.news/de/article/link/44603/bbe-studie-classic-cars-2025-ergebnisse) Allein im Oldtimersegment liegt das Marktvolumen für Wartung, Reparatur, Karosserie- und Lackarbeiten sowie Reifen bei rund 3,6 Milliarden Euro jährlich – und
hier geht es „nur“ um den deutschen Markt. Youngtimer generieren zusätzlich rund 4,5 Milliarden Euro Werkstatt- und Teileumsatz pro Jahr. Für den Aftermarket ergibt sich damit ein Milliardenmarkt – mit steigender Bedeutung, da immer mehr Fahrzeuge aus den 1990er-Jahren in das Classic-Segment nachrücken. ## Netzwerk-Hub in Halle 11.1 Auf der Automechanika Frankfurt wird die Classic Alliance mit einem eigenen Messestand vertreten sein. Der Standort in Halle 11.1 – direkt hinter der Hauptbühne – ist bewusst als Treffpunkt für Austausch und Vernetzung angelegt. Neben verschiedenen Exponaten soll dort während der gesamten Messewoche auch eine Live-Restaurierung stattfinden. Restauriert wird ein Simca Figoni von 1954 durch die niederländische Stiftung Classic Mike. Die Organisation führt seit vielen Jahren sehr erfolgreich Restaurierungsprojekte gemeinsam mit benachteiligten Jugendlichen durch und zeigt, wie Begeisterung für handwerkliche Berufe entsteht. Der Oldtimerclub-Weltverband FIVA ist in Frankfurt durch den Präsidenten Dr. Alberto Scuro und Jos Theuns, Senior Vice President vertreten. Alle Akteure treffen die Besucher auch bei der täglichen Happy Hour ab 16:30 Uhr. ## Nachwuchs und Branchenfragen auf der Bühne Darüber hinaus planen die Automechanika und Jürgen Book ein umfangreiches Programm auf der Bühne in Halle 11.1. Nach aktuellem Stand sollen täglich zwei Bühnenaufritte rund um Klassik-Themen stattfinden. Diskutiert werden unter anderem Themen wie Teileversorgung und Nachfertigung, Betriebsnachfolge sowie Entwicklungen in der deutschen Oldtimerszene. Und auch Lösungen gegen den akuten Fachkräftemangel im Classic-Car-Bereich sollen auf der Bühne diskutiert werden – zusammen mit Classic Mike, der mit seinen Projekten rund um die Nachwuchsförderung bereits international für Aufmerksamkeit sorgte. „Wir setzen das Thema Fachkräftenachwuchs bewusst auf die Agenda, weil es in diesem Segment noch akuter ist als ohnehin in der Unfallreparaturbranche“, begründet Jürgen Book. Moderiert werden die Paneltalks von der Rennfahrerin und Motorsportmoderatorin Eve Scheer. ## Netzwerk mit Wachstumsperspektive Parallel zur Vorbereitung des Messeauftritts arbeitet die Initiative daran, weitere Partner für die Classic Alliance zu gewinnen. Ziel ist es, das Netzwerk in den kommenden Monaten kontinuierlich auszubauen und langfristig zu etablieren. Zu den ersten Partnern der Allianz zählen unter anderem der Oldtimer-Weltverband FIVA, Bosch, DAT, Eucon und ROWE. Für Mitinitiator Jürgen Book ist das Projekt dabei auch persönlich motiviert: „Ich will etwas bewegen. Die Classic Alliance ist ein Herzensprojekt“, erklärt der Enthusiast abschließend.
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