Von
 
2026-07-29T10:16:34+0000

Ausbildungszahlen im Handwerk: Höchster Juni-Wert seit 2018

Die Auszubildendenzahlen im Handwerk sind erneut gestiegen. Das hat der Zentralverband des Deutschen Handwerk (ZDH) vergangene Woche (20. Juli 2026) [auf seiner Website verkündet](https://www.zdh.de/presse/veroeffentlichungen/interviews-und-statements/azubi-plus-im-handwerk-berufliche-bildung-gleichwertig-behandeln/). Die Zahlen und Statements stammen aus einem Interview mit dpa-Redakteur Andreas Hoenig. Demnach wurden zwischen Januar und Juni dieses Jahres bereits knapp 67.800 neue Ausbildungsverträge in die Lehrlingsrollen eingetragen. Das entspricht laut dem ZDH einem Zuwachs von 3.160 Verträgen beziehungsweise 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Einen so hohen Juni-Wert hatten wir zuletzt 2018“, erklärt ZDH-Präsident Jörg Dittrich dazu. ## „Junge Menschen entscheiden sich bewusst für das Handwerk“ In der Meldung auf der ZDH-Website wird Präsident Jörg Dittrich weiter zitiiert: „Das ist eine nachdrückliche Botschaft: Junge Menschen entscheiden sich bewusst für das Handwerk. Wer sich jetzt noch mit der Berufswahl beschäftigt, hat weiterhin beste Chancen, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden. Obwohl das Ausbildungsjahr in vielen Bundesländern bereits Anfang August beginnt, ist ein Ausbildungsstart noch bis weit in den Herbst hinein möglich. Allein über die Lehrstellenbörsen der Handwerkskammern werden derzeit noch Auszubildende für 20.460 offene Ausbildungsstellen gesucht.“ Die neuen Ausbildungszahlen seien ein positives Zeichen dafür, dass das Handwerk als Gesellschaftsgruppe auch in schwierigen Zeiten Verantwortung übernehme und ausbilde. ## Gründe für den erneuten Zuwachs Als Gründe für die steigenden Ausbildungszahlen nennt der ZDH-Präsident unter anderem die steigende Bedeutung von KI, die nach und nach Berufsbilder ersetzen könnte. Nicht so in handwerklichen Berufen: „Junge Menschen erkennen, dass das Handwerk eine echte Alternative bietet, wenn sie einen sicheren Job haben wollen.“ Zudem verbucht Jörg Dittrich die steigenden Zahlen als Erfolg in den eigenen Reihen: „Unsere Imagekampagne und unsere Werbebemühungen sind offensichtlich in der Gesellschaft angekommen.“ Darüber hinaus führt er verbesserte Verdienst- und Karrieremöglichkeiten im Handwerk als Gründe für den Trend auf. Viertes Argument: „Teile der Industrie haben die Zahl ihrer Ausbildungsplätze aufgrund der Weltmarktlage massiv verringert.” ## Wie steht es um die Ausbildungszahlen im Unfallreparaturmarkt? Wie stellt sich die Situation im Unfallschadenmarkt konkret dar? schaden.news hat den Zentralverband für Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) sowie den Bundesverband der Fahrzeuglackierer (BFL) um aktuelles Zahlenmaterial gebeten. Der ZKF registrierte im Gesamtjahr 2025 insgesamt 1.495 Neuverträge für die Ausbildung zum Fahrzeug- und Karosseriebaumechaniker. Das ist ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozent (2024: 1.492 Neuverträge). Von den neuen Azubis waren im vergangenen Jahr 71 weiblich, 1.424 männlich. Im Langzeit-Vergleich seit 2020 ist in diesem Ausbildungsberuf ebenfalls ein klarer Aufwärtstrend erkennbar. Laut ZKF lag die Zahl der Neuverträge 2020 noch bei 1.176. Innerhalb von sechs Jahren gab es also einen Anstieg um 21,3 Prozent. Für die abgeschlossenen Neuverträge bei den Fahrzeuglackierern liegen laut BFL noch keine Zahlen für 2026 vor. Der Verband sieht aber eine eindeutig positive Tendenz bei den Ausbildungszahlen. So gab es 2025 genau 1.973 abgeschlossene Neuverträge. Im Fünf-Jahres-Vergleich sind das 281 (14,3 Prozent) mehr als 2021. Besonders freut sich der Verband über den gestiegenen Frauenanteil in diesem Ausbildungsberuf. Dieser ist seit 2021 um 4,8 Prozentpunkte gestiegen und liegt nun bei 19,9 Prozent.
Lesens Wert

Mehr zum Thema