2026-05-27T09:03:02+0000

Rangierzeiten: Mehr Effizienz auf engstem Raum

Ein leises Surren, dann setzt sich der Unfallwagen in Bewegung. Er fährt aber nicht aus eigener Kraft, sondern steht auf einer Hebebühne in der Werkstatt, die vom Lift-Assist-Mover durch die Arbeitsvorbereitung „fährt“. Per Fernbedienung manövriert ein Mitarbeiter das System durch die Werkstatthalle. Zwischen dicht an dicht stehenden Fahrzeugen rangiert er präzise auf engstem Raum, dreht die Bühne nahezu auf der Stelle und positioniert das Auto millimetergenau am Arbeitsplatz. Schon beim Betreten der Halle wird deutlich: Hier greift ein durchdachtes System. Enge Platzverhältnisse und neue Anforderungen durch die Elektromobilität stellen Karosserie- und Lackierbetriebe zunehmend vor Herausforderungen. Der Druck, effiziente Transportlösungen zu finden, wächst. Wie das in der Praxis gelingen kann, zeigt ein Blick in die Werkstatt der Ernst Jüntgen GmbH & Co. KG am Standort in Düsseldorf. Die Ernst Jüntgen GmbH & Co. KG betreibt insgesamt fünf Betriebsstätten mit rund 160 Mitarbeitenden, einer dieser Standorte befindet sich in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfahlen. Seit Mitte 2023 kommt hier der Lift-Assist-Mover vom Werkstattausrüster Liftwerk zum Einsatz, um die Rangierzeiten zu reduzieren. ## Mover verändert den Arbeitsalltag „Der Kunde gibt sein Fahrzeug hier ab, der Werkstattleiter fährt es auf die Bühne und von da an verlässt es diese erst wieder zur Endreinigung“, beschreibt Geschäftsführer Jörn Moldenhauer den Ablauf im Betrieb. Während der gesamten Reparatur bleibt das Fahrzeug auf derselben Hebebühne: von der Karosserie über die Lackvorbereitung bis in die Kabine und ins Finish. Bewegt wird es dabei ausschließlich über den Mover, ohne die Bühne zwischendurch zu verlassen. Der Vorteil: Rangierprozesse entfallen nahezu vollständig. Stattdessen wird die Bühne mitsamt Fahrzeug durch die Werkstatt bewegt. „Wir sparen eine Menge Zeit. Wir sprechen hier von anderthalb bis zwei Stunden pro Tag allein beim Rangieren“, erklärt Jörn Moldenhauer. ## Personal sinnvoller einsetzen Auslöser für die Investition war vor allem die räumliche Situation. „Wir sind hier einfach sehr eingeschränkt, was den Platz angeht“, beschreibt der Geschäftsführer die baulichen Gegebenheiten. Im Zuge eines Umbaus in den Jahren 2022 und 2023 wurden deshalb Multifunktionsarbeitsplätze geschaffen und die Abläufe neu strukturiert. Was früher viel Arbeitskräfte gebunden hat, erledigt heute nur ein Mitarbeiter, um Fahrzeuge innerhalb der Werkstatt zu bewegen. Früher mussten sich Mitarbeiter ins Auto setzen, heute übernimmt das der Mover. „Das Personal können wir dadurch deutlich sinnvoller einsetzen“, schildert Jörn Moldenhauer. ## Der Mover sorgt für mehr Präzision und Beweglichkeit von E-Autos Der Nutzen liegt für den Betrieb auf der Hand: Fahrzeuge lassen sich exakt positionieren, Arbeitsflächen optimal nutzen und selbst auf engem Raum effizient zwischenparken. „Wir können die Autos eng aneinanderstellen, das würde ohne diese Technik gar nicht funktionieren“, beschreibt Jörn Moldenhauer einen Vorteil. Zudem entfallen unnötige Motorstarts: Das reduziert Abgase und schont die Technik. Besonders bei E-Fahrzeugen spielt der Mover seine Stärken aus, da stromlose Autos ohne erneutes Anschließen bewegt werden können. Mit dem steigenden Anteil an Elektrofahrzeugen im Reparaturalltag gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung. „Gerade bei Hochvoltfahrzeugen ist es ein großer Vorteil, dass wir die Autos nicht immer wieder an den Strom anschließen müssen, um sie zu bewegen“, erklärt Jörn Moldenhauer. Das Fahrzeug wird einmal auf die Bühne gestellt, durchläuft alle Arbeitsschritte und wird erst nach Abschluss der Reparatur wieder unter Spannung gesetzt. Aufgrund des derzeit rasanten Anstiegs an neu zugelassenen E-Autos wird für die Ernst Jüntgen GmbH & Co. KG und alle anderen K&L-Werkstätten in der Republik der Mover wohl künftig noch relevanter. ## Feedback der Mitarbeiter positiv Dass sich die Investition rentiert hat, zeigt sich auch an der Rückmeldung der Mitarbeiter. „Nach einer gewissen Zeit sind die Kollegen von selbst auf mich zugekommen und haben gefragt, ob wir noch mehr Bühnen anschaffen können“, berichtet Jörn Moldenhauer. Der Grund: Ohne das System würden die Abläufe spürbar ins Stocken geraten. „Der Mover ist im Grunde der beste Freund der Mitarbeiter“, sagt der Geschäftsführer. Sein Fazit nach knapp drei Jahren ist klar: „Es ist eine absolute Platzersparnis, eine Arbeitserleichterung und einfach absoluter Komfort. Würde ich immer wieder machen.“ _Autorin: Sina Ehlers_