2026-07-15T09:54:38+0000

MagicMix: Echtzeitdaten aus Lackierkabine sollen die Prozesssicherheit erhöhen

PPG | Nexa Autocolor rollt derzeit das neue Tool „MagicMix“ in den Markt aus. Die Anwendung unterstützt Fahrzeuglackierer bei der Auswahl von Produkten, Härtern, Verdünnern und Mischungsverhältnissen. Grundlage sind Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte, die im gesamten Tagesverlauf in der Lackierkabine erfasst werden und somit auch Schwankungen sichtbar machen. Welchen Einfluss diese Faktoren auf die Lackierung haben, zeigt sich aktuell besonders deutlich: Vielerorts lagen die Temperaturen konstant über 30 Grad. Fakt ist: Hohe Temperaturen verändern die Verarbeitungsbedingungen. Klarlacke ziehen schneller an, Verarbeitungsfenster werden kürzer und die Wahl der richtigen Materialeinstellung gewinnt an Bedeutung. Genau hier setzt MagicMix an. ## Empfehlungen auf Basis von Echtzeitdaten Technische Grundlage sind dafür MagicSensor und MagicBox. Die Sensoren werden per Magnet oder Halterung in der Lackierkabine installiert und erfassen dort Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Echtzeit. Die Daten werden per Bluetooth an die MagicBox übertragen. Die Sensoren sind explosionsgeschützt und damit für den Einsatz in der Lackierkabine oder Multibox geeignet. Auf Basis der Temperatur und Luftfeuchtigkeit erstellt MagicMix Vorschläge für Produkte und Mischungsverhältnisse – beispielsweise für Grundierung, Füller, Basislack oder Klarlack. Anwender können zusätzlich Parameter wie Bauteilgröße, Trocknungsmethode oder das OneVisit-Applikationsverfahren auswählen. „Für die optimal Performance unserer Premium-Produkte ist die exakte Einhaltung der Mischungsverhältnisse essenziell“, erklärt Dirk Dey, Color-IT-Experte bei PPG. Nach seinen Angaben verknüpft das System die aktuellen Kabinenbedingungen mit den technischen Vorgaben der Produkte und erstellt daraus konkrete Empfehlungen für den Lackierer. ## Routinen auf dem Prüfstand MagicMix berücksichtigt sowohl vorhandene Materialien als auch individuell hinterlegte Favoriten. Gleichzeitig kann das System Alternativen empfehlen, wenn diese unter den jeweiligen Bedingungen besser geeignet sind. „Unser oberstes Ziel ist mehr Prozesssicherheit – sowohl für erfahrene Fahrzeuglackierer als auch für junge Fachkräfte“, betont Dirk Dey. Die Rückmeldungen aus den Pilotbetrieben sind laut dem Lackhersteller durchweg positiv und bereits jetzt verzeichnet PPG laut Dirk Dey eine hohe Nachfrage nach dem neuen Feature. Zudem zeigen die Erfahrungen, dass das System beispielsweise auch erfahrene Lackierer dazu anregt, gewohnte Materialeinstellungen zu hinterfragen. So berichtete ein langjähriger Anwender von einem Aha-Effekt, nachdem das Programm bei bestimmten Temperaturen andere Härter und Verdünner vorgeschlagen hatte als jene, die er bislang standardmäßig einsetzte. ## Mehrwert vor allem in Sommer- und Wintermonaten Besonders in den Sommer- und Wintermonaten sieht PPG den Nutzen des Systems. Statt sich ausschließlich auf Erfahrungswerte zu verlassen, erhalten Fahrzeuglackiererinnen und -lackierer Empfehlungen auf Basis der tatsächlich gemessenen Bedingungen in der Kabine. Das soll helfen, die Materialauswahl besser auf die jeweilige Situation abzustimmen und optimale Lackierergebnisse zu erzielen.