2026-05-13T11:11:21+0000

Nachwuchsförderung: „Auszubildenden eine Bühne geben“

Im Karosserie- und Lackzentrum der Mobilitätsgruppe Autohaus Weeber GmbH in Böblingen hängt seit Kurzem mehr als nur Dekoration an der Wand. Eine sogenannte „Wall-of-Fame“ zeigt von Auszubildenden gestaltete Fahrzeugteile – und macht die Ausbildung damit auf ganz besondere Weise im Werkstattalltag sichtbar. Für Betriebsleiter Sascha Horvath ist das Projekt nicht nur eine Form der Wertschätzung, sondern auch ein klares Bekenntnis zur Nachwuchsförderung. Denn angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels stehen Karosserie- und Lackierbetriebe zunehmend vor der Herausforderung, junge Menschen frühzeitig für das Handwerk zu begeistern und langfristig an den Betrieb zu binden. ## Arbeit der Nachwuchskräfte sichtbar machen Die Idee zur sogenannten „Azubi-Wand“ entstand gemeinsam mit Werkstattleiter Patrick Wagner. „Uns war wichtig, einen Bereich zu schaffen, der Ausbildung sichtbar macht und den Auszubildenden eine eigene Bühne gibt“, erklärt Sascha Horvath, der sich als Obermeister der Karosserie- und Fahrzeugbauer-Innung Stuttgart schon lange für die Nachwuchsförderung im Handwerk stark macht. Denn gerade im stressigen Werkstattalltag kommt die Wertschätzung bisweilen etwas zu kurz. Termingetreue Reparaturen, optimale Abläufe und reibungslose Prozesse stehen im Mittelpunkt – Zeit für kreatives Arbeiten bleibt da selten. „Mit der Azubi-Wand wollten wir bewusst einen Gegenpol schaffen, bei dem Kreativität, handwerkliches Können und persönliche Entwicklung im Mittelpunkt stehen“, betont der Betriebsleiter gegenüber schaden.news. ## Aus Altteilen wird Handwerkskunst Die ausgestellten Werkstücke sind Fahrzeugteile, die im regulären Reparaturprozess keine weitere Verwendung mehr finden. Doch statt sie zu entsorgen, dienen sie den aktuell sechs Auszubildenden als Übungs- und Gestaltungsflächen. Vorbereiten, spachteln, schleifen, instandsetzen und lackieren – die jungen Nachwuchskräfte können sich so ausprobieren und ihr Können zeigen. „Die Auszubildenden arbeiten dadurch sehr praxisnah und können verschiedenste Arbeitsschritte aus beiden Berufsfeldern – Karosserie- und Fahrzeugbaumechanik sowie Fahrzeuglackierung – kennenlernen und anwenden“, so Sascha Horvath. Gleichzeitig entstehe Raum für eigene Ideen, wie der Innungsobermeister betont: „Besonders schön ist aus unserer Sicht, dass jeder Auszubildende seinen eigenen Stil und seine eigene Idee einbringen kann.“ Genau diese persönliche Handschrift mache die Wand auch für Mitarbeiter, Kunden und Besucher interessant. ## Erfolgreiches Ausbildungskonzept Die Resonanz innerhalb des Betriebs fällt durchweg positiv aus. Wie der Betriebsleiter gegenüber schaden.news betont, seien die angehenden Fachkräfte stolz darauf, ihre Arbeiten sichtbar präsentieren zu können. „Gleichzeitig entsteht dadurch eine ganz andere Wertschätzung für ihre tägliche Arbeit“, erklärt er. Das stärke Motivation und Selbstvertrauen. Die Wall-of-Fame ist dabei nur eine von mehreren Maßnahmen, die die Autohaus Weeber GmbH ergreift, um junge Menschen für das Handwerk im Allgemeinen und die Unfallreparatur im Speziellen zu begeistern. An erster Stelle stehen laut Sascha Horvath ein modernes und wertschätzendes Umfeld: „Dazu gehören eigenverantwortliches Arbeiten, abwechslungsreiche Aufgaben, moderne Arbeitsplätze, Unterstützung im Alltag und vor allem das Gefühl, ernst genommen zu werden und Teil eines Teams zu sein.“ Weiterhin erhalten Auszubildende für besonders gute Leistungen einen Monat lang einen Cubra Born inklusive Ladekarte. Maßnahmen, die Wirkung zeigen: denn schon jetzt sind alle vier Ausbildungsplätze für September im Karosserie- und Lackzentrum in Böblingen vergeben. Sascha Horvath betont abschließend: „Junge Menschen sollen bei uns nicht einfach nur einen Beruf erlernen, sondern Freude am Handwerk entwickeln, Perspektiven erhalten und sich langfristig mit dem Unternehmen identifizieren können.“
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