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2026-05-13T11:08:19+0000

Energiepreis-Schock: Mit diesen drei Hebeln steuern Betriebe jetzt gegen

Strom und Gas sind für K&L-Betriebe längst keine vernachlässigbaren Nebenpositionen mehr, sondern beeinflussen die Rentabilität. Verschärft wird die Situation derzeit durch die weltpolitische Situation, die die Energiekosten weiter in die Höhe treibt. Doch Betriebsinhaber sind der Preisspirale nicht schutzlos ausgeliefert: „Wer jetzt seine Kennzahlen analysiert und gezielt in Effizienz sowie Eigenversorgung investiert, kann die Kostenlast deutlich senken und sich unabhängiger vom volatilen Markt aufstellen“, erklärt Marina Markanian. ## Energiekosten als Steuerungselement Angesichts massiv angezogener Preise für Strom und Gas rät die Unternehmensberaterin von der bpr Mittelstandsberatung in Dortmund dazu, zunächst einen kühlen Kopf zu bewahren und die Ausgangssituation präzise zu analysieren. Energiekosten sollten dabei nicht länger als reines Sparproblem, sondern als Steuerungsproblem begriffen werden. „Statt sie in den allgemeinen Restkosten zu verstecken, gehören sie direkt in den Stundenverrechnungssatz“, bringt die Unternehmensberaterin es auf den Punkt. Marina Markanian führt aus: „Um den Einstieg in ein wirksames Energiemanagement zu finden, bieten sich zwei zentrale Kennzahlen an, die ohne Zusatzaufwand aus der betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA) und der Zeiterfassung gebildet werden können: die Energiekosten je produktiver Stunde sowie die Energiekostenquote vom Umsatz. Diese Werte ermöglichen einen objektiven Vergleich zwischen verschiedenen Zeiträumen und zeigen auf, wie stark die Preissteigerungen die Marge tatsächlich belasten.“ ## Hebel 1: Effizienz in der Anwendung und Kalkulation Der erste Schritt zur Kostensenkung bestehe nun darin, die größten Verbraucher in der Werkstatt zu identifizieren. In der Regel seien dies die Lackierkabine, die Druckluftversorgung, die Hallenheizung und die Beleuchtung. „Insbesondere in der Lackierung lässt sich durch den Einsatz von Niedrigtemperatur-Lacken sowie IR- oder UV-Trocknung massiv Energie einsparen. Ziel muss es sein, dass Anlagen nicht länger laufen als die tatsächlich produktive Zeit“, erklärt Marina Markanian. Reichen Einsparungen allein nicht aus, bleibt die Weitergabe der Kosten an die Auftraggeber. Die Unternehmensberaterin betont hierzu: „Der wichtigste Aspekt dabei ist, zunächst herauszufinden, wo der eigene Betrieb energiekostentechnisch überhaupt steht. Dafür ist es notwendig, seinen eigenen Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten zu kennen“. Nehmen wir mal ein einfaches Zahlenbeispiel an „Angenommen, die Energiekosten lagen bei 25.000 Euro pro Jahr und haben sich nun auf 50.000 Euro verdoppelt. Bei 10.000 verkauften Stunden pro Jahr müsste der betriebsnotwendige Stundenverrechnungssatz um mindestens 2,50 Euro erhöht werden.“ ## Hebel 2: Eigenenergie und Gebäudeoptimierung Um die Abhängigkeit vom Netzbezug dauerhaft zu reduzieren, sei die Eigenstromerzeugung mittels Photovoltaik ideal, da das Lastprofil von K&L-Betrieben mit hohen Verbräuchen tagsüber perfekt zur Solarerzeugung passt. „Ergänzend können Wärmepumpen oder Blockheizkraftwerke die Effizienz weiter steigern“, nennt Marina Markanian weitere Möglichkeiten. Auch das Gebäude selbst biete oft ungenutztes Potenzial: „Schnellschließende Tore, die Dämmung von Decken und Wänden sowie die Umstellung auf LED-Technik amortisieren sich meist sehr schnell.“ ## Profi-Tipp: Staatliche Förderung klug nutzen Für diese investiven Maßnahmen stehen Förderprogramme bereit, etwa durch die KfW oder das BAFA. „So bietet das KfW-Programm 295 zinsgünstige Darlehen mit Tilgungszuschüssen für klimafreundliche Modernisierungen“, schlägt Marina Markanian vor, rät jedoch gleichzeitig zur Vorsicht beim Timing: „Wichtig: Anträge vor der Auftragsvergabe stellen – sonst keine Förderung“. Nur wer die bürokratischen Hürden rechtzeitig nehme, sichere sich die finanzielle Unterstützung für den energetischen Umbau des Betriebs. Das Team der bpr Mittelstandsberatung unterstützt hierbei gerne.