2024-01-24T09:39:58+0000

Experten prognostizieren weniger Neuzulassungen von E-Autos in diesem Jahr

Wie geht es nach dem vorzeitigen Aus der Kaufprämie mit der Elektromobilität in Deutschland weiter? Diese Frage beschäftigt Experten aktuell. Denn das Absatzwachstum bei Elektroautos hat sich in Deutschland bereits im vergangenen Jahr verlangsamt. Zwischen Januar und Dezember 2023 registrierte das Kraftfahrtbundesamt (KBA) 524.219 Neuzulassungen vollelektrischer Pkw – ein Zuwachs um elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2022: 471.000). Gleichzeitig stiegen die Gesamtzulassungen aller Antriebe um sieben Prozent auf 2,84 Mio. Fahrzeuge, sodass der BEV-Marktanteil mit 18,4 Prozent nur marginal gewachsen ist (Marktanteil BEV 2022: 17,7 Prozent). ## Deutsche Hersteller liegen im Heimatmarkt vorn Ein Blick auf die Automobilmarken zeigt dabei unterschiedliche Entwicklungen. Mit rund 71.000 verkauften BEVs im Gesamtjahr steigert VW seinen Absatz um über elf Prozent. Da Tesla im Vergleich zum Vorjahr einen Absatzrückgang um neun Prozent auf nunmehr 64.000 Einheiten verbucht, verliert der Elektropionier erstmals seine Spitzenposition auf dem deutschen Fahrzeugmarkt. Die heimischen Premiummarken BMW, Mercedes-Benz und Audi rücken mit 40.000, 37.000 bzw. 31.000 neu zugelassenen BEVs auf die Ränge 3 bis 5 vor. „Bemerkenswert dabei ist, dass Tesla der einzige nicht-deutsche Hersteller in den Top fünf ist. Noch im letzten Jahr war VW als einziger deutscher Hersteller in den Top fünf vertreten. Hyundai, Fiat und Opel waren alle vor den deutschen Premium-Herstellern BMW, Mercedes und Audi. Die weitläufige Meinung, dass die deutschen Hersteller in der Elektromobilität den Anschluss verlieren, trifft zumindest nicht für den Heimatmarkt Deutschland zu“, betont Stefan Moeller in dem bekannten YouTube-Format nextnews. [Dort berichtet der Geschäftsführer von nextmove, einem der führenden Elektrofahrzeuge-Vermieter Deutschlands, jeden Freitag über Neuigkeiten und Trends rund um Elektromobilität. ](https://schaden.news/de/article/link/43457/interview-nextmove-elektromobilitaet) ## Center of Automotive Management prognostiziert rückläufige BEV-Neuzulassungen Doch unabhängig von der steigenden Zahl deutscher E-Auto-Modelle ist die zukünftige Entwicklung des Elektrofahrzeugmarktes in Deutschland aus Sicht des Mobilitätsexperten Dr. Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM), mit großen Unsicherheiten behaftet. In einer aktuellen Studie zu den Entwicklungstrends der Elektromobilität in Deutschland heißt es: „Angesichts konjunktureller Risiken, der vorzeitigen Beendigung der Kaufprämie für Elektroautos und weiterhin mangelnder preisgünstiger Modelle rechnet das Center of Automotive Management (CAM) für das laufende Jahr 2024 mit rückläufigen BEV-Neuzulassungen in einer Spanne zwischen 430.000 bis 480.000 Pkw.“ ## „E-Autos müssen billiger werden“ Vor allem die vergleichsweise hohen Anschaffungspreise sind aus seiner Sicht ein Kaufhindernis. „Es ist davon auszugehen, dass viele Automobilhersteller im Jahr 2024 durch entsprechende Rabattierungen die Anschaffungspreise reduzieren und damit geringere Margen in Kauf nehmen werden. Erst im Jahr 2025 kann aufgrund einer höheren Anzahl kostengünstiger Modelle wieder mit einer stärkeren Dynamik der Elektromobilität in Deutschland gerechnet werden“, schätzt der Experte vom Center of Automotive Management. Eine Meinung, die auch Stefan Moeller von nextmove teilt. Er spricht von einer nicht unüblichen Stagnation, die auch Innovationsforscher immer wieder aufzeigen. „Wir stehen an der Schwelle und die Überwindung der Kluft kann durchaus etwas dauern. Auch Norwegen, wo E-Autos heute schon 90 Prozent der Neuzulassungen ausmachen, hatte dieses Szenario vor einigen Jahren durchlebt. Klar ist: E-Autos müssen billiger in der Anschaffung werden.“
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