Von
 
2023-08-09T10:28:16+0000

Wie wird sich unser Mobilitätsverhalten in Zukunft verändern, Herr Prof. Dr. Bratzel?

Der Mobilitätsforscher Prof. Dr. Stefan Bratzel geht davon aus, dass das Mobilitätsverhalten der Deutschen in den kommenden Jahren immer digitaler und multimedialer wird. Eine entscheidende Rolle werden Apps dabei spielen, unterschiedliche Verkehrsmittel miteinander abzustimmen. „Wir werden zukünftig verstärkt auf Apps zurückgreifen, um den Weg von A nach B zu planen“, meint er im schaden.news-Interview, das im April am Rande der BVdP-Netzwerkstatt in Kassel aufgenommen wurde. ## Mitte der 20er-Jahre werden mehr E-Fahrzeuge als Verbrenner zugelassen sein Wann aber werden mehr E-Fahrzeuge als Verbrenner über die Straßen rollen? Auch auf diese Frage hat der Mobilitätsforscher eine konkrete Prognose. Laut dem Experten wird dieser Punkt Mitte der 20er-Jahre erreicht sein. Dabei werde insbesondere das Thema Ladeinfrastruktur einen wichtigen Einfluss auf die Beschleunigung dieser Entwicklung nehmen, erklärt Prof. Dr. Stefan Bratzel. Bis dahin müsse jedoch noch die sogenannte Reichweitenangst bei den Nutzern reduziert werden. ## E-Mobilität: Chinesische Hersteller werden sich auch im deutschen Markt etablieren Leitmarkt für die E-Mobilität sei momentan China. „Es kommen neue Akteure mit ins Spiel, die auch auf den deutschen Markt drängen und den etablierten Playern erheblich Konkurrenz machen werden“, ist sich Prof. Dr. Stefan Bratzel sicher. Bereits seit Jahren sehe der Mobilitätsforscher, dass die Innovationsstärke der asiatischen Automobilhersteller steigt – insbesondere hinsichtlich der Elektromobilität, aber auch hinsichtlich der Connected Cars. In Deutschland werde dieser Wandel hin zur E-Mobilität mit Marken wie BYD oder Nio stattfinden, „weil diese durch hohe Qualität und Innovationskraft auch bei deutschen Kunden überzeugen wird“, führt Prof. Dr. Stefan Bratzel aus. ## Reparatur- und Serviceprozess wird durch E-Mobilität weiter digitalisiert Der Experte prognostiziert dadurch erhebliche Auswirkungen, mit denen Werkstätten im Reparaturprozess zukünftig durch die steigende Anzahl an E-Fahrzeugen zu tun haben werden. So werde der Serviceaufwand von E-Fahrzeugen gegenüber dem von Verbrennern mit rund 40 Prozent zwar geringer sein. Doch auch E-Fahrzeuge werden nach Ansicht des Mobilitätsforschers durch Unfälle an Lack und Karosserie beschädigt werden. „Die Prozesse, die hinter der Reparatur stecken, müssten aber nach und nach digitalisiert werden“, betont Prof. Dr. Stefan Bratzel. ## Kfz-Versicherer müssen digitale Service-Pakete anbieten Diese Digitalisierung und die damit einhergehende Transformation hat auch Auswirkungen auf die Rolle der Kfz-Versicherer. „Künftig wird es nicht mehr reichen, eine Versicherung für Endkunden anzubieten, sondern muss mehrere Pakete digitaler Services miteinander verknüpfen, um genug Wertschöpfung zu haben, um in dieser neuen Welt bestehen zu können.“
Lesens Wert

Mehr zum Thema