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2022-10-26T10:50:46+0000

Steigende Kosten: „So können Betriebe jetzt gegenhalten“

Die Energiekosten explodieren, Material wird teurer und in der Spirale erhöhen sich auch die Löhne für die Mitarbeiter. Zahlreiche Betriebe stehen derzeit vor immensen Herausforderungen und fragen sich, wie sie diese erhöhten Ausgaben noch kompensieren können. „Die Weitergabe der Kostensteigerungen ist endlich. Man läuft Gefahr, dass Schönheitsreparaturen verschoben werden oder unterbleiben“, weiß auch Unternehmensberater Herbert Prigge aus seinen derzeitigen Gesprächen mit K&L-Betrieben. Er weiß auch: „Bei der Reparatur von Schäden halten die Steuerer dagegen und zieren sich, auskömmliche Preissteigerungen mitzugehen. Und eine rein auf Zeit angelegte Energiekostenpauschale auf jede Rechnung greift zu kurz.“ Der Experte von der bpr Mittelstandsberatung aus Dortmund empfiehlt daher einen Mix aus verschiedenen Maßnahmen, um die Preissteigerungen aufzufangen. ## Sparen, sparen, sparen An erster Stelle steht dabei, Einsparpotenziale zu identifizieren: „Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über die bisherigen und bei gleichem Verbrauch künftigen Energiekosten für Strom, Gas und Öl. Prüfen Sie dann, welche Einsparungen direkt und mit minimalem Aufwand umsetzbar sind.“ Hier sollten alle Mitarbeiter eingebunden werden. Einige Beispiele: Heizung und Beleuchtung abschalten, wenn sie nicht benötigt werden. Bereits ein Grad weniger Heiztemperatur im Büro bedeuten 6 Prozent Einsparpotenzial. Zudem rät Herbert Prigge, aktuelle Verträge für die Energieversorgung zu prüfen. Er warnt jedoch davor, vorschnelle Entscheidungen zu treffen oder einen bestehenden Vertrag zu kündigen. Zudem sollten Fenster und Hallentore nur geöffnet werden, wenn unbedingt nötig. „Wenn noch nicht geschehen, empfiehlt es sich, Lichttechnik auf LED umstellen. Zudem können durch Lecks in Lüftungsleitungen erhebliche Kosten entstehen. Daher unbedingt prüfen! Apropos Überprüfen: Eine grundsätzliche Überprüfung und Verbesserung aller Prozesse in Hinblick auf Energieeffizienz wäre ein weiterer Schritt. Als Beispiel nennt Herbert Prigge hier energiesparende Lacksysteme. ## Investieren – jetzt erst recht! „Krisen bringen auch immer neue Chancen mit sich“, betont der Unternehmensberater. Daher ermutigt er Betriebe gerade in der jetzigen Situation, nach vorn zu schauen und weiter zu denken. Gerade deshalb sei es jetzt wichtig, Investitionen für die Zukunft prüfen und umzusetzen. „Dazu gehören beispielsweise Isolationsarbeiten an der Halle, der Lackierkabine oder den Büros. Auch eine Modernisierung in Gesamtheizungstechnik käme in Frage. Zudem gilt es, das Wärmerückgewinnungspotential zu prüfen. Vor allem im Winter sind bis zu 50 Prozent Einsparung möglich“, führt Herbert Prigge aus. Investieren können Betriebe beispielweise auch in effizientere Trocknungstechnologie, beispielsweise Infrarottrockner. Darüber hinaus sollten die Betriebe sich überlegen, ob sie selbst Energie erzeugen können. Daher lohne es sich, Angebote für Energieerzeugungsanlagen, beispielsweise Photovoltaikanlagen mit Speicher oder ein Blockheizkraftwerk einzuholen. Dafür können Unternehmen auch Fördermöglichkeiten nutzen, beispielsweise das KfW Energieeffizienzprogramm oder das Programm der KfW für erneuerbare Energien. „Unsere [bpr Fördermittelhotline gibt Auskunft, welche Förderung im jeweiligen Fall in Anspruch genommen werden kann](https://bpr-mb.de/foerdermittel-hotline/)“, betont Herbert Prigge. ## Preise anpassen Als dritten großen Schritt empfiehlt Herbert Prigge, das Jahr 2023 mit steigenden Kosten und auskömmlichen Gewinn zu planen. „Berücksichtigen Sie dabei unbedingt die Abschreibungen für die Investitionen in energetische Sanierungen oder Investitionen. Und berechnen Sie daraus den notwendigen Stundenverrechnungssatz mit und ohne Gewinn und passen Sie Ihre Preise an!“, appelliert der Unternehmensberater an die K&L-Betriebe. Letztendlich sei eine Grundvoraussetzung dafür, seine betrieblichen Kennzahlen im Blick zu behalten. „Wer sich intensiv mit seinen Zahlen beschäftigt, fühlt sich damit auch sicherer“, fügt er hinzu. „Wer alle drei genannten Aspekte berücksichtigt, kann auch klar und zielgerichtet argumentieren und damit der aktuellen Entwicklung entgegenwirken“, betont Herbert Prigge. In den nächsten Tagen werde zudem die Politik ihre Hilfs- und Entlastungsmaßnahmen konkretisieren. „Wir von der bpr Mittelstandsberatung werden die Möglichkeiten der K&L-Branche diesbezüglich prüfen und gebündelte Informationen zusammenstellen“, gibt der Unternehmensberater einen abschließenden Ausblick.
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