2022-10-12T09:28:39+0000

GDV-Regionalklassen: Das ändert sich für Versicherte mit Kfz-Haftpflicht

Folgt nun nach dem Ende des Tankrabatts der nächste Preisschock für Autofahrer? Zumindest für einige der rund 37 Prozent Versicherungsnehmer mit reiner Kfz-Haftpflichtversicherung könnte es im kommenden Jahr teurer werden. Der Grund dafür ist die Einteilung der rund 400 Zulassungsbezirke in Regionalklassen, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einmal jährlich aus den Schadenbilanzen der Bezirke berechnet. ## Künftig nur noch halb so viel Bezirke mit niedrigster Regionalklasse Die Regionalklasse spiegelt die Schaden- und Unfallbilanz einer Region wider. Um sicherzustellen, dass die Risikogerechtigkeit innerhalb einer Regionalklasse gewahrt bleibt, werden bei dem Verfahren Regionen mit ähnlichen Schadenbilanzen zusammenfasst. Diesmal haben die Versicherer allerdings die dafür geltenden Verteilungskriterien neu geordnet. Um der niedrigsten Regionalklasse der Kfz-Haftpflichtversicherung zugeteilt zu werden, muss die Schadenbilanz eines Bezirks jetzt fast 22 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt liegen. Bislang galten hier 15 Prozent, was zur Folge hat, dass nun nur noch 24 statt 55 Bezirke die niedrigste Regionalklasse erreichen. Am anderen Ende der Skala beginnt die höchste Einstufung nicht mehr ab 20 Prozent, sondern erst ab rund 30 Prozent über dem Schnitt. Anstelle von 19 Bezirken mit diesem Höchstwert wird es künftig also nur noch zwei geben. Für insgesamt 244 Bezirke – das entspricht rund 26,8 Millionen Haftpflicht-versicherten Fahrzeughaltern – hat die Neuberechnung somit keine Folgen und die Regionalklasse bleibt gleich. Eine günstigere Einstufung erhalten rund 5,5 Millionen Autofahrer in 67 Bezirken. Höher eingestuft werden dagegen Autofahrer in 101 Bezirken; das entspricht rund 10 Millionen Versicherungsnehmern mit Haftpflicht. „Die Veränderungen gleichen sich wie jedes Jahr unter dem Strich aus“, kommentiert GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen die Anpassungen in einer Medienmitteilung des Gesamtverbands. Bei Preiserhöhungen haben Versicherte allerdings ein Sonderkündigungsrecht und können zu einem günstigeren Anbieter wechseln. ## Wo kracht es am häufigsten und wo am wenigsten? Auch in diesem Jahr glänzen wieder die Bundesländer Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern mit besonders guten Schadenbilanzen. Gemessen am Bundesdurchschnitt verursachen die Autofahrer hier weniger beziehungsweise weniger teure Schäden. Mit fast 30 Prozent unterhalb dieses Mittelwerts weist diesmal der Bezirk Elbe-Elster in Brandenburg die bundesweit beste Schadenbilanz auf. Aufgrund des höheren Verkehrsaufkommens gelten vor allem in Ballungsräumen hohe Regionalklassen. Erwartungsgemäß haben daher wieder die Autofahrer der Bundeshauptstadt die schlechteste Schadenbilanz, allerdings auch Offenbach. Kaum besser verhält es sich in Augsburg und München (jeweils Regionalklasse 11). Zumindest bei den Großstädten über 300.000 Einwohner hat die Neuberechnung allerdings bewirkt, dass die Zahl der mit "12" – und damit am schlechtesten – bewerteten Metropolen von acht auf eine (Berlin) zurückging.