2021-11-16T13:15:56+0000

Kassensturz im Betrieb – so ist der Blick auf die Zahlen realistisch

Im November ist Zeit für den Kassensturz. Kurz vor Jahresende steht die Bilanz auf dem Prüfstand. „Wer jetzt auf seine Zahlen schaut, hat noch die Möglichkeit, zu optimieren und eine Schieflage zu vermeiden", erklärt Marina Markanian von der bpr Mittelstandsberatung in Dortmund. Wer dafür einen Einblick in seine Zahlen in Echtzeit hat, kann seine Ausgangssituation auf reeller Basis bewerten. ## Drei Zahlen in Echtzeit Insbesondere empfiehlt die Expertin dabei den Blick auf drei Zahlen. Erstens auf die Eigenkapitalquote. Diese gibt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital eines Unternehmens an und gilt als eine der wichtigsten kreditrelevanten Größen. „Die Eigenkapitalquote sollte mindestens 25 Prozent betragen", erklärt die Unternehmensberaterin. Als zweiter Faktor sollte der Unternehmer einen Blick auf seinen Cash Flow wagen. Dahinter verbirgt sich der Jahresüberschuss, der um die nicht zahlungswirksamen Erträge und Aufwendungen korrigiert wurde. „Doch der Cash-Flow sagt etwas über die Fähigkeit des Unternehmens aus, die laufenden Geschäfte sowie zukünftige Investitionen und Gewinnausschüttungen an Unternehmenseigentümer aus eigenen Mitteln zu zahlen“, erklärt Marina Markanian. Dritte Kennzahl ist das Working Capital. Diese gibt Auskunft darüber, wie wirtschaftlich stabil das Unternehmen tatsächlich ist. „Langfristige Investitionen müssen auch langfristig finanziert werden, damit die Liquidität nicht in Schieflage gerät“, betont Marina Markanian. Definiert wird das Working Capital als Differenz von Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Dieses Ergebnis sollte natürlich positiv ausfallen. ## Zahlen mit Sparringspartner branchenbezogen auswerten Alle genannten Kennzahlen sollten von einem Experten geprüft und bewertet werden. Unerlässlich dafür ist, das die Zahlen aktuell und so transparent wie möglich einsehbar sind. Das digitale Buchhaltunginstrument ps accounting (siehe Infobox links) liefert diese Zahlen in Echtzeit. „Der Betriebsinhaber bleibt dabei Herrscher seiner Daten. Mit Unterstützung eines Unternehmensberaters kann er allerdings auf Augenhöhe und vor dem branchenbezogenen Hintergrund eine Auswertung vornehmen.“ Der Berater wird somit zum Sparringspartner des Unternehmers.
Ina Otto
Lesens Wert

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