2021-10-06T11:32:29+0000

Ersatzteilmarkt: Lieferengpässe bei Autoglas?

In Eisenach schließt der Stellantis-Konzern den Produktionsstandort von Opel bis Ende des Jahres. In Ingolstadt stoppt die Produktion bei Audi für einige Wochen. In Leipzig steht das Werk von BMW wochenweise still. Die Lage bei Volkswagen in Zwickau oder Ford in Köln ist ähnlich. Die Krise auf dem Halbleitermarkt und unterbrochene Lieferketten bringen die Fertigung der Automobilhersteller in diesem Jahr immer wieder ins Stocken. Das hat jetzt auch Auswirkungen auf den Unfallschadenmarkt. ## Stopp in der Automobilproduktion wirkt sich auf Aftersales aus Betroffen ist vor allem die Verfügbarkeit von Ersatzteilen. „Seit rund einem Jahr haben die starken Schwankungen in der Produktion der Automobilindustrie immer wieder auch Auswirkungen auf die Fertigung von Autoglas“, bestätigt Anja Killmaier, Sales & Marketing Managerin Pilkington Automotive Deutschland GmbH im Gespräch mit schaden.news. „Die Planbarkeit in unseren Werken für die Autoserie zu produzieren hat deutlich abgenommen, unsere Fertigung muss sich ständig an das Auf und Ab der Serienproduktion anpassen.“ Das hat Folgen für die Versorgung mit Ersatzteilen in der Reparaturbranche. Für bestimmte Modelle ist Autoglas derzeit nicht immer verfügbar. Den Grund dafür erklärt Anja Killmaier: „Wir fertigen an unseren unterschiedlichen Standorten für die verschiedenen Automobilhersteller jeweils modellspezifisches Autoglas. Fällt die Produktion an einem Standort aufgrund eines Produktionsstopps für die Autoserie aus, trifft dies auch die Verfügbarkeit dieses modellspezifischen Autoglases als Ersatzteil für den Aftersales Markt.“ ## Mehr Aufwand bei Werkstattsystemen Obwohl Pilkington immer wieder mit Hochdruck an der Sicherstellung der Verfügbarkeit arbeitet, spüren zunehmend auch Autoglas-Systeme wie junited AUTOGLAS oder Scheiben-Doktor die Auswirkungen, da auch andere Hersteller von der Situation in der Automobilwirtschaft betroffen sind. „Wir setzen auf eine Vielzahl von Lieferanten, doch die Verfügbarkeit schwankt in den letzten Monaten stark“, erklärt Michael Schnitzler, Geschäftsführer von junited AUTOGLAS Deutschland auf Nachfrage der Redaktion. „Unsere Partnerbetriebe gehen mit der schwerer werdenden Situation sehr professionell um. Unsere Lieferanten unternehmen große Anstrengungen um unseren Partnern die Scheiben rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. Aber es kommt vereinzelt zu Verzögerungen bei den Lieferzeiten.“ Auch der Mehraufwand für die 306 Partnerbetriebe von junited AUTOGLAS sei in den vergangenen Wochen gestiegen. „Unsere Partnerbetriebe investieren bei der Suche nach den Scheiben mehr Zeit, um den Kunden den gewohnten junited-Service bieten zu können.“ Ähnlich sieht die Lage derzeit bei dem Lizenzsystem Scheiben-Doktor aus. Geschäftsführer André Herrmann sprach gegenüber schaden.news davon, dass seine Partner bisher von den Lieferproblemen der Glasindustrie bisher weitgehend verschont geblieben wären. „Wir haben mit den vier Herstellern Pilkington, Saint Gobain, AGC Glass und Guardian Automotive Rahmenverträge vereinbart und lassen unseren Partnern freie Hand bei der Wahl ihres Scheibenlieferanten.“ Komme es bei einem Glashersteller zu Verfügbarkeitsproblemen, können die Scheiben-Doktor-Betriebe bei einem der drei anderen Vertragspartner ordern.
Christian Simmert
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