2021-09-29T09:16:23+0000

Abdeckfolie: Wiegen gegen den Etikettenschwindel

Besonders bei Verbrauchsmaterialien, wie Abdeckfolie, erscheinen die Kostendifferenzen derart attraktiv, dass Betriebe die vermeintlich günstigeren Produkte einkaufen. Diese können sich im Nachhinein jedoch als Fehlkauf und sogar als überdurchschnittlich kostenintensiv herausstellen. Beispiel Lackierfolie: Vorsicht ist hier bei besonders günstigen Eco-Produkten geboten: „Hier stimmen oft die Angaben auf dem Etikett nicht mit den tatsächlichen Breiten- oder Längenangaben sowie Dicke überein. Besonders ärgerlich: Anbieter, die nur unvollständige Angaben machen oder sogar überhaupt keine Einheiten angeben und dann anstelle von Meter in Yards ausliefern. Rollen mit Fehlmengen von bis zu 70 Metern bei einer als 300-Meter-Rolle deklarierten Lackierfolie sind bereits in Lackierbetrieben aufgetaucht. Der Schaden ist drastisch, denn eine solche Fehlmenge entspricht dem durchschnittlichen Abdeckmaterial von 12 Fahrzeugen“, erklärt Horn & Bauer Key Account Manager Ingo Preuß. ## „Folie für zehn Lackiervorgänge fehlte“ Der Experte führt aus: „Neben eindeutigen Qualitätsunterschieden schwanken die handelsüblichen Dicken von Folien zwischen 8 und 10 μm.“ Wie aussagekräftig das Rollengewicht von einer Eco HDPE Lackierfolie ist, zeigt Horn & Bauer mit seiner Qualitätstabelle. Allein durch das Wiegen der Rolle lässt sich so feststellen, ob die angegebenen Spezifikationen einer Folie korrekt sind. Dabei ist zu beachten, dass bei der Folienherstellung Toleranzen grundsätzlich produktionstechnisch nicht zu vermeiden sind. Die offizielle Norm macht hier für Folienbreite, Folienlänge und Dicken unterschiedliche Vorgaben. Bei Längen sind hier z. B. die geringsten Abweichungen von nur 2 Prozent bzw. 6 Meter bei einer 300 Meter Rolle erlaubt. In jüngster Vergangenheit werden einige Folienanbieter besonders einfallsreich, berichtet Ingo Preuß: „Ein Beispiel: Eine Lackierfolie war mit 4 x 300 Meter ausgezeichnet, das Gewicht betrug 8,6 kg incl. Pappkern. Nach Überprüfung der Rollenlänge ergab sich eine Länge von 240 Meter bei einer durchschnittlichen Dicke von 9 μm. Nach Rückfrage zur Foliendicke kam die Aussage, es handele sich um eine 7 μm Folie. Letztendlich führen beide Wege zum ähnlichen Rollengewicht. Fakt ist aber auch, dass dann Folie für zehn Lackiervorgänge fehlt.“ Ingo Preuß empfiehlt K&L-Betrieben daher, vor dem Folienkauf zu prüfen, ob wirklich so viel Folie auf der Rolle ist, wie vom Anbieter angegeben. Um die korrekte Materialmenge von Eco-Folie zu erkennen, [hat Horn & Bauer eine Qualitätstabelle erstellt](https://schaden.news/download/link/p688 ). Mit dieser können Anwender schnell prüfen, wie viel Gewicht die Folienrolle auf die Waage bringen müsste. „Ein Blick auf die Waage bringt dann den Beweis, ob die angebotene Folie tatsächlich die Materialmenge enthält, die sie verspricht.“
Ina Otto
Lesens Wert

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