2021-04-20T22:00:00+0000

DeVilbiss: „Wir wollen uns auf dem deutschen Markt neu positionieren“

Seit der Einführung der Basislackpistole DV-1 vor drei Jahren ist es ruhig geworden um den englischen Lackierpistolenhersteller. Was DeVilbiss für 2021 plant, wie der Hersteller aus Südengland mit dem Brexit umgeht und wie K&L-Betriebe konkret unterstützt werden, darüber sprach schaden.news exklusiv mit Patric Schiffer, Sales Manager für Zentraleuropa. ___Herr Schiffer, in den letzten Jahren ist es etwas still geworden um DeVilbiss. Nun wollen Sie in die Offensive gehen, richtig?___ __Patric Schiffer:__ Genau. Wir sind aktuell noch in der Position des Underdogs – und das ist auch manchmal gar nicht so schlecht. Wir haben in den letzten 2 bis 3 Jahren mit der Einführung der neuen DV-1 europaweit viele Marktanteile gewinnen können und wir glauben, dass wir an den Erfolg, welchen wir in Europa haben auch in Deutschland anknüpfen können. ___Sie sind ein international tätiges Unternehmen. Inwiefern macht Ihnen der Brexit zu schaffen?___ __Patric Schiffer:__ Wir sind natürlich stark vom Brexit betroffen, da unser Logistikstandort in Südengland in Bournemouth ist. Will heißen, seit dem Brexit beliefern wir von außerhalb der EU unsere Kunden innerhalb der EU. Die Herausforderung, die wir seither haben, ist die Logistik – die Abwicklung über die Paketdienste – die momentan überfordert sind aufgrund der Masse an Paketen. Aber auch die Empfänger müssen sich erst auf die neue Situation und die Zollabwicklungsprozeduren einstellen. Zusätzlich erschwert wird die Situation durch die weltweite Pandemie. In Summe entsteht dadurch im Moment viel Fehlerpotential. ___Was bedeutet das jetzt konkret für die Lackierbetriebe in Deutschland und wie werden Sie das Problem in Zukunft lösen?___ __Patric Schiffer:__ Für die Lackierbetriebe kommt es aktuell zu großen Verzögerungen bei der Lieferung. Vor dem EU-Austritt konnten wir eine Lieferung innerhalb von 2-3 Werktagen gewährleisten. Diese wollen wir künftig wieder sicherstellen und nehmen derzeit ein neues europäisches Verteilerzentrum in Holland in Betrieb. Damit wollen wir gewährleisten, dass wir die Transportzeit und Transportabwicklung wieder auf ein Niveau bringen, wie es bei Lieferungen innerhalb der EU der Fall ist. ___Wie unterstützen Sie Ihre Kunden in Deutschland konkret bei Fragen und Problemen?___ __Patric Schiffer:__ Vertriebsseitig betreut unser Technical Sales Manager Jens Trümper den deutschsprachigen Raum und unsere Kunden. Außerdem erhalten unsere Händler von uns Reparaturschulungen, um Betriebe bei Problemen unterstützen zu können. In der Regel sind es Anwender- und Supportfragen, die schnell und unkompliziert gelöst werden können. ___Dürfen sich die Betriebe in diesem Jahr noch auf neue Produkte aus Ihrem Hause freuen?___ __Patric Schiffer:__ Produkttechnisch wird es in diesem Jahr auf jeden Fall spannend, da wir
einige Neuheiten auf den Markt bringen. Unter anderem haben wir vor einigen Wochen ein neues Setup zur DV-1 eingeführt. Außerdem gibt es demnächst ein neues Bechersystem mit dem Namen „Snap & Flow“. Und zu guter Letzt planen wir den Launch einer neuen Smart Repair-Pistole auf Basis der DV-1 Technologie. ___Welche Technologien wendet DeVilbiss an, um beispielsweise die Spritzqualität zu optimieren?___ __Patric Schiffer:__ Dafür haben wir in unserem Labor in Bournemouth einen speziellen Versuchsaufbau eingerichtet. Bei der DV-1 beispielsweise haben wir mit einer Hochgeschwindigkeitskamera die Bewegung (laminare und turbulente Strömungen) von Material und Luft an der Düse analysiert und mithilfe dieser Aufnahmen enorm verbessert. Weiterhin arbeiten wir mit speziellen Simulationsprogrammen, um Aufschluss über die Sprühdynamik und Veränderung der Einflüsse zu erlangen. Das Ergebnis ist die Entwicklung einer der besten, vielleicht sogar der besten Handsprühpistole auf dem Markt – die DV1. ___Zum Abschluss kurz zusammengefasst: Auf welche drei Faktoren legt DeVilbiss 2021 sein Hauptaugenmerk?___ __Patric Schiffer:__ Die Sicherstellung der Lieferung hat bei uns momentan höchste Priorität. Zudem suchen wir für unsere geplanten Produktneuheiten freiwillige Testbetriebe. Im Spätsommer steht dann die Automechanika auf dem Programm, auf der wir uns – sofern es bis dahin noch möglich sein sollte – präsentieren wollen.
Ina Otto