2026-01-21T13:56:12+0000

VW rüstet Werk in Zwickau auf Autorecycling um

Die Absatzkrise in der Automobilwirtschaft zwingt viele Konzerne zum Umdenken. Gleichzeitig einigte sich die EU Ende vergangenen Jahres auf eine neue Altautoverordnung, die Autobauer stärker dazu verpflichtet, gebrauchte Fahrzeuge zu recyclen. Volkswagen investiert nun am Standort in Zwickau nach eigenen Angaben bis zu 90 Millionen Euro, um neben der Fertigung der ID-Modelle im sächsischen Werk künftig auch gebrauchte Fahrzeuge zu zerlegen. ## Demontage beginnt noch dieses Jahr Das Werk in Zwickau wird damit bei Volkswagen jetzt zum Pionier für die Kreislaufwirtschaft. Noch in diesem Jahr sollen die ersten 500 Altautos demontiert und verwertet werden. Im Jahr 2027 werde sich die Stückzahl stetig steigern, heißt es bei VW Sachsen. Ab dem Jahr 2030 sollen die Beschäftigten dann am Standort in Zwickau jährlich bis zu 15.000 Fahrzeuge zerlegen, um wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen und Fahrzeugkomponenten wiederzuverwenden. Nachdem das Werk schon beim Umstieg auf E-Autos Pionier im Konzern gewesen sei, übernehme es nun erneut eine Vorreiterrolle, sagte VW-Sachsen-Chef Danny Auerswald. „Jetzt erschließen wir den wichtigen Geschäftsbereich der Kreislaufwirtschaft.“ Denn bei VW Sachsen werden künftig nicht nur Altautos recycelt, sondern auch weltweit gültige Standards für den Konzern entwickelt. ## Mehr Gebrauchteilen für den Schadenmarkt Diese aktuelle Meldung trifft die Unfallreparaturbranche mitten in der Diskussion um den Einsatz von gebrauchten Originalersatzteilen bei der Instandsetzung. [Ende Januar wird der deutsche Verkehrsgerichtstag über dieses Thema diskutieren und verabschiedet dazu eine Empfehlung.](https://www.schaden.news/de/article/link/44860/verkehrsgerichtstag-diskutiert-unfallschadenreparatur-mit-gebrauchtteilen) Experten gehen davon aus, dass auch weitere Automobilhersteller dem von VW eingeschlagenen Weg folgen werden, um die Vorgaben der EU zu erfüllen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Damit stünden Werkstätten und Reparaturfachbetrieben perspektivisch künftig mehr gebrauchte Originalersatzteile zur Verfügung. [Im Exklusiv-Interview mit schaden.news hatte Dominik Hertel (Geschäftsführer der Restwertbörse net.casion) Anfang Januar dieses Jahres angekündigt, die Verfügbarkeit von gebrauchten Ersatzteilen weiter zu verbessern. ](https://www.schaden.news/de/article/link/44858/net-casion-gebrauchte-ersatzteile-werden-fester-bestandteil-der-reparatur)
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