2021-04-14T11:31:00+0000

HUK-Coburg: Betriebe sollen Digitalausbau finanzieren – trotz Rekordergebnis im Krisen-Jahr

Das Corona Krisen-Jahr 2020 war für den größten Kfz-Versicherer Deutschlands ein Rekordjahr. Der Jahresüberschuss beträgt 400 Millionen Euro, zusätzlich zahlte die HUK-Coburg noch 225 Millionen Euro an Beitragsrückgewähr und Beitragserstattungen aus. Auch in der Sparte Kraftfahrt verzeichnete der Konzern mit einem Plus von 4,4 Prozent ein Rekordneugeschäft. Der Vorstandsvorsitzende Klaus-Jürgen Heitmann zeigte sich während der Bilanz-Pressekonferenz am 13. April, zu der das Nachrichtenmagazin schaden.news nicht eingeladen wurde, offenbar zufrieden. ## Coburger profitieren kräftig vom Rückgang der Schadenhäufigkeit Rein rechnerisch scheint die HUK-Coburg insgesamt das Jahr der Pandemie mit einem satten Plus von 625 Millionen Euro abzuschließen, zählt man Jahresüberschuss und Rückerstattungen zusammen. Im Vorjahr 2019 betrug der Jahresüberschuss 453 Millionen Euro. Damit zählt der Kfz-Versicherer zu den Gewinnern in der Corona-Krise. Der Grund dürfte vor allem an der geringeren Schadenhäufigkeit liegen. Denn durch Lockdown und deutlich gesunkener Fahrleistung ist der Schadenaufwand stark zurückgegangen. Nach Angaben des Kfz-Versicherers wurde während des ersten Lockdowns im Frühjahr knapp 60 Prozent und gegen Ende des Jahres 50 Prozent weniger Auto gefahren. ## HUK reduziert Schadenkosten um mehr als 11 Prozent, Umsatz fehlt den Partnerwerkstätten Diese Entwicklung sorgte laut HUK-Coburg dafür, dass im Jahr 2020 die Schaden-Kosten-Quote von 97,2 (2019) auf 85 Prozent extrem stark gesunken ist. Eine Kostenreduzierung, die in der Geschichte des Unternehmens einmalig sein dürfte. Der Rückgang an Reparaturkosten fehlt im Umsatz der Partnerwerkstätten. Wie hoch der Umsatzverlust genau liegt, bleibt derzeit jedoch noch unklar. Da der Kfz-Versicherer bewusst keine Angaben über die Anzahl gesteuerter Unfallschadenreparaturen vorlegte, können die Auswirkungen auf die Partnerwerkstätten momentan nicht genau beziffert werden. schaden.news hat jedoch bei der HUK-Coburg nachgefragt und recherchiert derzeit zu diesem Thema. Eine weitere Berichterstattung dazu folgt. ## Betriebe sollen Digitalausbau bezahlen Klarheit gibt es hingegen bei den Kosten für den Ausbau der digitalen Servicestruktur im Werkstattnetz. Hier kooperiert HUK-Coburg mit dem Anbieter Gudat Solutions. Die Partnerwerkstätten sollen künftig die Plattform „Digitales Autohaus“ nutzen, um webbasierte Lösungen zu implementieren. So soll eine Online-Terminbuchung für Kunden ermöglicht werden. Informationen über die Kosten dafür liegen schaden.news vor. So werden eine Einrichtungsgebühr pro Standort von 2.100 Euro und weitere 2.340 Euro Lizenzkosten im Jahr fällig. Damit beteiligen sich die 1.600 Partnerwerkstätten rechnerisch mit 7,1 Millionen Euro am digitalen Ausbau des Werkstattnetzes. ## Telematik-Tarife stark nachgefragt Eine positive Entwicklung verzeichnen die Coburger auch bei den Abschlüssen von Kfz-Policen mit Telematik-Tarifen. So ist den Unterlagen zur Bilanz-Pressekonferenz zu entnehmen, dass nahezu 400.000 solcher Verträge bestehen, bei denen die Autofahrer ihre Bewegungsdaten zur Verfügung stellen. Die Auswertung zeigt: Bei 284 Millionen Fahrten und 3,8 Milliarden gefahrenen Kilometern hat es rund 17.000 Schäden gegeben.
Christian Simmert
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