2021-03-31T11:05:04+0000

Wie kommen Betriebe jetzt durch die Krise?

Die abflachende Auftragslage setzt Betriebe im Unfallschadenmarkt weiterhin unter Druck. Grundsätzlich unterscheidet Unternehmensberaterin Marina Markanian zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen, um durch die Krise zu kommen: ## Kurzfristige Maßnahme: Liquidität aufbauen Ist ein Betrieb akut von den Auswirkungen der Pandemie betroffen, ist es für den Unternehmer essenziell, für ausreichend Liquidität zu sorgen. Dazu gehören beispielsweise das Senken laufender Kosten, die Entsendung der Mitarbeiter in Kurzarbeit. Zudem haben das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Bundesministerium der Finanzen (BMF) die Überbrückungshilfen erweitert: Im Rahmen der Überbrückungshilfe III erhalten Betriebe beispielsweise Fixkostenzuschüsse für Monate mit Umsatzeinbußen von mindestens 30 Prozent zwischen November 2020 und Juni 2021. Zudem können auch bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen bis zu 20.000 Euro pro Monat zur Umsetzung von Hygienekonzepten rückwirkend bis März 2020 erstattet werden, ebenso wie Investitionen in die Digitalisierung zum Aufbau einer Struktur für die reibungslose kontaktlose Fahrzeugübergabe. Zudem können auch KfW-Förderprogramme bei der Liquiditätsbeschaffung helfen. ## Mittelfristig Betrieb digital aufrüsten „Gerade die Pandemie zeigt uns unsere Schwachstellen in Betriebsabläufen auf“, betont Marina Markanian und erklärt: Erkenne ich, dass die Arbeitszeiten immer überschritten werden, kann ich dahin entgegensteuern. Oder die Fehlersuche lässt erkennen, dass die Kalkulationen zu optimieren sind – hier kann der Unternehmer seine Mitarbeiter zu einer Kalkulationsschulung schicken. Wer erkennt, dass sein Betrieb Nachholbedarf in der Digitalisierung hat, kann eine mittelfristige Maßnahme beispielsweise auch eine Förderung der Digitalisierung im K&L-Betrieb sein. Dazu gehört beispielsweise das Programm [Digital jetzt](https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/digital-jetzt.html) vom BMWi. Dieses Programm bietet nach Angaben des Ministeriums finanzielle Zuschüsse und soll Firmen dazu anregen, mehr in digitale Technologien sowie in die Qualifizierung ihrer Beschäftigten zu investieren. „Dabei handelt es sich um Maßnahmen, mit denen sich das Unternehmen zukunftsfähig aufstellt“, erklärt Marina Markanian. ## Langfristig Strategien entwickeln Mit nachhaltigen Marktveränderungen zu reagieren und seinen Betrieb strategisch auf Jahre sicher zu positionieren, empfiehlt die Unternehmensberaterin als langfristige Strategie. Gerade jetzt, in Krisenzeiten, ist es ihrer Meinung nach ein geeigneter Zeitpunkt, um diese Pläne umzusetzen und mit dem Blick nach Vorn in das Unternehmen zu investieren. „Das kann beispielsweise die Verlagerung der Geschäftsfelder, beispielsweise auf gefragte Leistungen, wie Caravan-Instandsetzung oder Industrielackierung, sein“, erläutert die Expertin. Auch die Erweiterung des Geschäftsgebiets, beispielsweise durch die Errichtung einer zweiten Annahmestelle in der Region, können langfristig zu mehr Umsatz im Unternehmen beitragen. „Diese Maßnahmen lassen sich ebenfalls durch Fördermittel umsetzen“, erklärt Marina Markanian abschließend.
Ina Otto
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