2026-03-11T10:43:33+0000

Nachfolge gesichert: Mitarbeiter führt Stegmann GmbH weiter

Bis zum Jahr 2030 stehen etwa 125.000 Handwerksbetriebe in Deutschland vor einem Generationswechsel, heißt es laut Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und einer KfW-Studie. Auch viele Inhaberinnen und Inhaber von K&L-Betrieben müssen sich mit der Frage nach einer geeigneten Nachfolge auseinandersetzen. Markus Stegmann hat das bereits getan. 18 Jahre hat der heute 54-Jährige den väterlichen Karosserie- und Lackierbetrieb in zweiter Generation geführt, im Januar übergab er die Stegmann GmbH komplett in die Hände seines früheren Mitarbeiters David Am Ende. ## „Bevor du einen anderen Betrieb kaufst, nimm meinen“ Doch von vorn: Markus Stegmann beschäftigte sich bereits 2023 mit der Frage, wie es mit dem Familienbetrieb künftig weitergehen soll. Damals war er 51 Jahre – eine zeitnahe Nachfolgeregelung war also keinesfalls zwingend erforderlich. Dennoch wollte er nicht unter zeitlichen Druck geraten und das Thema frühzeitig angehen. „Ich habe selbst keinen Nachfolger. Es gab diverse Kaufangebote von verschiedenen Investoren, die ich jedoch ablehnte. Das kam für mich zu keiner Zeit in Frage.“ Durch Zufall erfuhr der damalige Inhaber schließlich, dass sein Mitarbeiter David Am Ende lange schon den Wunsch nach einer Selbstständigkeit hegte und auch bereit war, zu investieren. Markus Stegmann suchte das Gespräch und unterbreitete das Angebot, seinen Betrieb zu übernehmen. ## Harmonische Übergabe binnen zwei Jahren Schnell einigten sich die beiden Männer, mit dem Jahr 2024 begann auch der Übergabeprozess. „Wir haben sehr viele Gespräche geführt, waren dabei immer auf Augenhöhe. Die größte Herausforderung für mich war, die Verantwortung Stück für Stück abzugeben. Immerhin bin ich seit meinem 16. Lebensjahr Teil des Betriebes gewesen“, erinnert sich Markus Stegmann zurück. Der Vorteil: David am Ende war zu dem Zeitpunkt bereits sechs Jahre im Unternehmen tätig, hatte als Mitglied des Führungsteams sowohl bereits Personalverantwortung als auch Einsicht in die administrativen Prozesse. „Wirklich langwierig und zeitaufwendig gestalteten sich hingegen die bürokratischen Notwendigkeiten rund um die Übernahme“, betont David Am Ende im Gespräch mit schaden.news. Ende des letzten Jahres informierten sie schließlich auch die Belegschaft über die bevorstehende Betriebsübergabe. „Die Kolleginnen und Kollegen waren im ersten
Moment überrascht, danach folgte die Erleichterung. Mit David übernimmt jemand, der im Team sehr geschätzt und voll integriert ist. Das macht es für alle Beteiligten einfacher“, so Markus Stegmann. ## Neuer Chef, bewährte Strategie Seit dem 1. Januar 2026 ist David Am Ende nun offiziell Inhaber der Stegmann GmbH, die mit insgesamt 33 Mitarbeitenden und zwei Standorten in Bad Dürrheim eine feste Größe in der Region ist. Der 45-Jährige will auch künftig an der Strategie des Betriebes festhalten und setzt einen klaren Fokus auf die Instandsetzung von Elektrofahrzeugen. „Wir sind seit acht Jahren Tesla Approved Bodyshop, außerdem Partner von NIO. Und seit kurzem auch exklusiver Werkstattpartner für die Marke BYD“, erzählt er. Mit der Oldtimerrestauration hat der Betrieb zudem ein weiteres lukratives Standbein. Größere Investitionen seien in naher Zukunft ebenfalls nicht notwendig oder geplant, denn Markus Stegmann hat die Werkstattausstattung durch kontinuierliche Investitionen stetig auf dem neuesten Stand der Technik gehalten. „Markus war immer jemand, der Potenziale gesehen hat – sowohl im Markt als auch in seinen Mitarbeitern“, lobt er seinen früheren Vorgesetzten. ## „Bin froh, mein Lebenswerk in guten Händen zu wissen“ Markus Stegmann selbst bleibt dem Unternehmen übrigens als Mitarbeiter erhalten. „Ich bin jetzt 54 Jahre. Es mag sein, dass ich mir mit der Übergabe noch hätte ein bis zwei Jahre Zeit lassen können, aber für mich war und ist das die perfekte Lösung! Ich bin sehr froh darüber, mein Lebenswerk in guten Händen zu wissen.“ Zum Abschluss wendet sich der ehemalige Betriebsinhaber noch an übergabewillige Inhaberinnen und Inhaber im Unfallreparaturmarkt: „Ich weiß, dass viele Kolleginnen und Kollegen vor der gleichen Problematik stehen, wie ich damals. Wer Fragen hat oder Interesse an einem Erfahrungsaustausch, darf gern jederzeit auf mich zukommen.“
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