2020-06-24T17:41:00+0000

Corona-Hilfsmaßnahmen werden erstmals eingestellt

Mehr als drei Monate nach dem Lockdown normalisiert sich das Leben in Deutschland wieder Stück für Stück und damit offenbar auch der Straßenverkehr. Wirft man einen Blick auf den [„Mobility Trend“ von Apple Maps](https://www.apple.com/covid19/mobility) , dann wird in der Republik seit Ende Mai sogar mehr Auto gefahren als vor der Corona-Krise. Wie sich diese neue Normalität auf die Unfallschadenzahlen auswirkt, bleibt jedoch noch ungewiss. Die offiziellen Angaben darüber liegen seit dieser Woche (22.06.) für den Monat April vor. [Demnach sind die Blechschäden um 37 Prozent zurück gegangen.](https://schaden.news/de/article/link/41759/blechschaeden-april-2020) Klar ist, dass diese Statistik der Blick in den Rückspiegel, der Blick auf tiefste Krisenzeiten ist. Für Betriebsinhaber sind die Daten jedoch eine wichtige Orientierung, um vor dem Hintergrund des Rückgangs ihrer eigenen Aufträge das Ausmaß der Corona-Krise auf ihr Unternehmen besser einschätzen zu können. ## Gesteuertes Schadengeschäft tritt auf der Stelle Nach wie vor meldet Innovation Group seit drei Wochen kaum substanzielle Veränderungen bei den vermittelten Reparaturaufträgen von Kfz-Versicherern. „Das Reparaturvolumen liegt derzeit bei minus 12 Prozent, verglichen mit dem Zeitraum vor dem Lockdown“, lautete die Auskunft vom Vorstandsvorsitzenden Matthew Whittall am 23. Juni gegenüber schaden.news. Er spricht von einer stabilen Entwicklung. Einen positiven Trend sehen die Stuttgarter beim Schadengeschäft mit Flotten, Fuhrpark und Leasing. „Fleet scheint sich derzeit zu erholen“, erklärt Matthew Whittall. Allerdings liegt das Reparaturvolumen mit 19 Prozent nach Angaben von Innovation Group immer noch deutlich unter dem Niveau von Anfang März. ## Corona-Maßnahmen: Entscheidung bei Innovation Group offen, HDI und SSV streichen Fallpauschale Wie es mit den Hilfsmaßnahmen in der Branche weitergeht, ist derzeit ebenfalls unklar. Innovation Group spricht momentan mit seinen steuernden Kfz-Versicherern über eine mögliche Verlängerung der Corona-Hilfsmaßnahmen für den Monat Juli. Das Ergebnis ist offen. Eine Entscheidung soll bis zum 29. Juni fallen. Die Kehrtwende hat der Kfz-Versicherer HDI mit seinem Werkstattnetz Schadenschutzverband (SSV) bereits eingeläutet. Die Hannoveraner streichen künftig bis auf weiteres die Corona-Pauschale, die sie Anfang April eingeführt hatten. Auf Anfrage von schaden.news heißt es dazu in einer Stellungnahme: „Aufgrund der bereits eingeleiteten und sich weiter abzeichnenden Zurücknahmen von Kontaktbeschränkungen einerseits und der spürbaren Zunahme von Unfallschäden (einhergehend mit der Zunahme des Straßenverkehrs) auf nahezu „Vor-Corona-Niveau“ andererseits, planen wir derzeit nicht, die temporär beschränkte „Corona-Pauschale“ für unsere Partnerwerkstäten zu verlängern. Selbstverständlich werden wir die weiteren Entwicklungen kontinuierlich beobachten und halten uns die Umsetzung etwaiger Maßnahmen offen.“ Auf nochmalige Nachfrage wollten die Hannoveraner die „spürbare Zunahme von Unfallschäden“ jedoch nicht näher beziffern. Offizielle Zahlen liegen für den Monat Juni noch nicht vor. Noch im Mai hatte SSV die Aufwandspauschale in Höhe von 50 Euro pro Schadenfall für seine Partnerwerkstätten verlängert und bis Juni befristet ausgezahlt. Damit ist es jetzt wohl vorerst vorbei. ## Wie verhält sich die HUK-Coburg?
„Zur Fortführung der Unterstützungsmaßnahmen für Partnerwerkstätten befinden wir uns in Abstimmung“, heißt es auf Nachfrage von schaden.news beim größten deutschen Kfz-Versicherer HUK-Coburg. Wie die Entscheidung ausfällt, ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig unklar. Inzwischen seien laut Angaben aus Coburg seit dem 24. März 2020 aber rund 27,05 Mio. Euro an Reparaturkostenvorschüssen in insgesamt 23.566 Schadenfällen ausgezahlt worden. Wie oft die Corona-Kostenpauschale in Höhe von 45 Euro pro gesteuertem K&L-Schadenfall ausgezahlt wurde, konnte der Kfz-Versicherer nicht mitteilen. „Die Auswertung, wie oft die Pauschale gezahlt wurde, liegt uns noch nicht vor. Sie gestaltet sich schwierig, da eine maschinelle Abfrage nicht möglich ist.“
Christian Simmert