2018-09-19T11:20:15+0000

KTI warnt: Finger weg von der Reparatur ohne Herstellerinfos!

Materialmix, Fahrerassistenzsysteme sowie der steigende Anteil elektrischer und elektronischer Komponenten sorgen dafür, dass die Instandsetzung moderner Fahrzeuge nur mithilfe entsprechender Reparaturinformationen für exakt das entsprechende Fahrzeugmodell durchgeführt werden sollte. Das gilt nicht nur für die klassischen Reparatur- und Servicearbeiten, sondern auch für die Instandsetzung von Unfallschäden. Das Kraftfahrzeugtechnische Institut KTI sensibilisiert Fachbetriebe für die Relevanz dieser Daten bei der Reparatur. So betont der Leiter der Schadenforschung beim KTI Helge Kiebach: "Der Austausch einer beschädigten Windschutzscheibe war in der Vergangenheit eine wenig komplexe Tätigkeit. Das gilt jedoch nicht mehr für aktuelle Fahrzeugmodelle, die beispielsweise mit Kameratechnik für Fahrerassistenzsysteme ausgestattet sind. Hier kann der Tausch ohne Reparatur- und Wartungsinformationen beziehungsweise ohne Diagnose-Systeme nicht fachgerecht durchgeführt werden." ## Wie kommt der Betrieb an diese Daten? Den Zugang zu den technischen Informationen der Hersteller regelt die Gruppenfreistellungsverordnung (GVO 1400/2002). Die Daten sind in von den Automobilherstellern eingerichteten Portalen hinterlegt, auf denen sich freie Reparaturbetriebe zumeist mit personengebundenen oder Firmen-Daten registrieren müssen. Die Reparatur- und Wartungsinformationen sind nicht kostenfrei, die Bezahlung kann z. B. über Kreditkarte erfolgen, deren Daten zur Abbuchung vorab angegeben werden müssen. [Eine übersichtliche Auflistung der Portale der meisten Hersteller finden Sie hier.](https://schaden.news/download/link/gBdb) ## Technische Ausstattung: Das brauchen Sie für den Zugang Voraussetzungen für das sogenannte „Pass-Thru“-Verfahren sind ein Computer mit
Internetzugang, eine Registrierung bzw. ein gültiges Abonnement im Internetportal des jeweiligen Fahrzeugherstellers sowie ein „Pass-Thru“-fähiges Diagnoseinterface (Fahrzeugkommunikationsschnittstelle – VCI). Der Begriff Pass-Thru bezeichnet dabei die Möglichkeit, auch Diagnose und Reprogrammierung von Fahrzeugkomponenten und -systemen online über den Fahrzeughersteller durchzuführen. Das ist insbesondere für freie Karosserie- und Lackierbetriebe relevant, da sie so für Tätigkeiten wie Softwareupdates zur Problembeseitigung elektronischer Fehler, die Initialisierung bzw. Kalibrierung von Sensoren und/oder Kameras von Fahrerassistenzsystemen, zur Neuprogrammierung/Codierung von Steuergeräten und Systemkomponenten oder zum Erhalt diebstahlrelevanter Daten mittels bisheriger Diagnosemöglichkeiten nicht mehr auf die Kooperation der jeweiligen Markenbetriebe angewiesen sind.
Lisa Möckel