2017-10-11T08:33:58+0000
# K&L-Betriebe unter Strom: Als Servicepartner elektrische Streetscooter reparieren Längst erweitern Unternehmen, aber auch Kommunen, Städte und Gemeinden ihre Fuhrparks mit Elektrofahrzeugen. Damit steigt der Bedarf an qualifizierten Fachbetrieben, die in der Lage sind, Elektroautos zu reparieren. „Wer frühzeitig mit der Unfallschadenreparatur von E-Autos beginnt, eignet sich Know-how an, mit dem die Marktposition des eigenen Betriebes gestärkt wird“, ist sich Jörg Kluge vom Karosserie- und Lackierzentrum Claudia und Jörg Kluge in Zwenkau bei Leipzig sicher. ## Spezialwissen nimmt mit jedem Elektroauto zu Als Servicepartner von G.A.S. plant der qualifizierte Fachbetrieb, Streetscooter instandzusetzen. „An den rein elektrisch fahrenden Kleintransportern werden wir zukünftig Lackschaden- und Karosseriereparaturen sowie Mechanikarbeiten durchführen“, erklärt der Mitinhaber. Dabei sind Elektroautos im Zwenkauer Betrieb nichts Neues, denn im Lackierzentrum wurden schon Elektrofahrzeuge, wie der Renault Zoe oder Hybridbusse repariert. „Entscheidend war, dass wir uns frühzeitig dafür entschieden hatten, auch Unfallschäden an Elektroautos instandzusetzen. Damit konnten wir uns bis heute Spezialwissen aneignen, das mit jedem neuen Fahrzeug weiter wächst“, beschreibt Jörg Kluge seinen Einstieg in die E-Mobilität.
## Welche Voraussetzungen muss ein Betrieb erfüllen, um E-Autos zu reparieren? Arbeiten an Elektrofahrzeugen dürfen nur von geschulten Mitarbeitern ausgeführt werden. Und das gilt unabhängig vom Hersteller, denn E-Autos sind Hochvoltanlagen. „Zwei unserer Mitarbeiter haben wir zu speziellen Streetscooter-Schulungen geschickt. Hierbei wurden wir von G.A.S. unterstützt“, erinnert sich Jörg Kluge an den Start der Partnerschaft und fügt hinzu: „Die Schulungen wurden von der DEKRA in Dresden durchgeführt. Zuvor haben unsere beiden E-Auto-Spezialisten ihre physikalischen Grundkenntnisse im Bereich Elektrik aufgefrischt.“ Auch bei der Ausrüstung musste der Betriebe nachlegen. So wurden etwa Spannungsprüfer und isolierte Elektrowerkzeuge angeschafft. „G.A.S. unterstützt uns auch an dieser Stelle und liefert unter anderem Datenkabel zum Auslesen der Bordcomputer sowie Ladekabel für die Streetscooter“, beschreibt Jörg Kluge die Zusammenarbeit. ## Worauf muss der Betrieb bei der Reparatur von E-Autos achten? Sowohl für rein elektrisch fahrende Autos wie auch für Hybridfahrzeuge gelten besondere Sicherheitsbestimmungen. „Als Erstes wird der Bereich um das Fahrzeug abgegrenzt, sodass niemand versehentlich in die Nähe gelangen kann. Zusätzlich wird auf dem Dach des Fahrzeuges gut sichtbar ein Schild platziert, das auf die Reparatur eines Elektroautos hinweist. Und ganz wichtig: Bevor überhaupt mit der Arbeit begonnen wird, muss sichergestellt sein, dass der Wagen spannungsfrei ist und auch bleibt. Versehentliches Einschalten der Spannung muss absolut ausgeschlossen sein“, schildert Jörg Kluge den Vorbereitungsprozess.
Zudem weist der Inhaber daraufhin, dass alle Mitarbeiter im Betrieb für die Elektroautos sensibilisiert werden müssten – unabhängig davon, ob sie direkt an den Fahrzeugen arbeiteten. ## Wo findet der K&L-Betrieb Unterstützung für den Reparaturprozess? Wie bei der Instandsetzung von Unfallschäden an Fahrzeugen mit klassischem Verbrennungsmotor, so bieten die Automobilhersteller auch für ihre Elektroautos Informationen. „Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Drehmomente oder Fragen zum Lenkgetriebe geht“, erklärt Jörg Kluge und fügt hinzu: Gerade bei Trocknung nach der Lackschadenreparatur sind die Temperaturen besonders wichtig, denn die in E-Autos verbauten Hochvoltbatterien dürfen wir bestimmte Temperatur-Obergrenzen keinesfalls überschreiten.“ Diese Grenzbereiche unterscheiden sich je nach Hersteller und Modell. Deshalb müssen sie vor der Reparatur geprüft werden. Nur so stellt der K&L-Betrieb sicher, dass kein Schaden an den Hochvolt-Batterien entsteht.
Ingo Köcher