2017-11-29T11:08:24+0000
# So lackieren Sie auch im Winter fehlerfrei Der Winter ist im Anmarsch, die Temperaturen sinken. Auch in der Werkstatt wird es kühler. Jetzt heißt es: Augen auf beim Ausmischen und Lackieren. Denn kalte Temperaturen setzen den Lackmaterialien zu. „Die ideale Verarbeitungstemperatur liegt bei 20°C. Darunter steigt die Viskosität an, die Produkte werden dickflüssiger. Das führt zu Verlaufsstörungen bis hin zum Lackläufer“, erklärt Jörg Sandner, Trainingsleiter bei Spies Hecker. ## Mischraum heizen, Fehlstellen vermeiden Konkret bedeutet das: Nicht ausreichend temperierte Lackmaterialien und auch die Applikation bei zu niedrigen Temperaturen erhöhen die Gefahr von zu hohen Schichtdicken auf dem lackierten Objekt. Die Folge sind Fehlstellen wie zum Beispiel Kocher oder Orangenhaut, die aufwändige Nacharbeiten erfordern. Deshalb gilt: „Im Winter sollte auch der Mischraum konstant geheizt werden und alle Lackmaterialien, Grundierungen und Füller sollten gut temperiert sein“, betont der Lackexperte aus Köln. ## Konstante Temperaturen im Lager und bei der Verarbeitung Besonderes Augenmerk gilt im Winter auch dem Wasserbasislack. Die Lagertemperatur für diese Produkte sollten zwischen +15°C und +25°C liegen, optimal sind +20°C.
Eine kurzfristige Lagerung von wenigen Tagen bei mindestens +5°C ist auch möglich, auf jeden Fall müssen aber die Verarbeitungstemperatur eingehalten und die Produkte frostfrei gelagert werden. Bei sehr ungünstigen Bedingungen kann eine beheizbare Mischbank helfen. Jörg Sandner betont: „Um allerdings mögliche Fehlerquellen, wie offenstehende Schiebetüren oder nicht ausreichende Bevorratung in der Mischbank auszuschließen, sollten Sie eine konstant temperierte Raumtemperatur anstreben.“ ## Achtung, kaltes Fahrzeug! Vorsicht auch beim Untergrund: Das zu lackierende Fahrzeug darf ebenfalls nicht zu kalt sein. Sonst kann es zur Kondensatbildung auf der Oberfläche kommen, wenn sich das Fahrzeug in der Halle erwärmt. Darüber hinaus können zu kalte Autos Einfluss auf die Farbtonmessung haben. „Am besten holen Sie das Auto schon einige Stunden vor dem Lackieren in die beheizte Halle“, rät der Trainingsleiter. „Eine mögliche Kondensatbildung kann zu Haftungs- und Beschichtungsfehlern führen“, führt der Experte aus. ## Optimalen Härter einstellen [Pünktlich zum Wetterwechsel sollte die Werkstatt darüber hinaus prüfen, ob sie den optimalen Härter für die vorherrschende Witterung nutzt.](http://colornews.de/reparaturtechnik/lackierung/herbst-denken-sie-an-den-richtigen-haerter/) Jörg Sandner erklärt: „Die Verwendung des falschen Härters kann zu Auskochern und Nadelstichen führen. Zudem können schlechter Verlauf oder fehlerhaft aufgenommener Spritznebel auftreten.“
## Weg mit den Streusalzresten! Vor der Reparatur sollten die Fahrzeuge auf jeden Fall gründlich gereinigt werden. „Achten Sie im Winter besonders darauf, alle Streusalzreste zu entfernen. Denn gelangen Salze in die Beschichtung, droht Blasenbildung.“ Deshalb gilt: „Nach der Reinigung mit einem konventionellen Silikonentferner sollte immer mit dem wässrigen Permahyd Silikonentferner 7080 nachgearbeitet werden. Denn Salze lösen sich nur in Wasser. Wird ausschließlich mit konventionellen Silikonentfernern gereinigt, können Rückstände verbleiben, die Fehlstellen verursachen“, erklärt Jörg Sandner. ## Vor dem Bekleben drei Monate warten Auch nach der Lackierung sollten Betriebe die niedrigeren Temperaturen immer im Blick haben. „Gerade bei kaltem Wetter sollten in den ersten drei Monaten nach der Beschichtung bei der Reinigung der Oberfläche keine Hochdruck- oder Dampfstrahlgeräte verwendet werden. Zur Reinigung eignen sich kaltes Wasser ohne Zusatzmittel und eine weiche Waschbürste“, führt der Experte aus. Außerdem empfiehlt er, mit dem Aufbringen von Klebefolien auf frisch lackierten Fahrzeugen im Winter noch drei Monate zu warten. „Beschriftungsarbeiten sollten außerdem auch nur an temperierten Oberflächen bei 18 bis 20°Celsius durchgeführt werden“, unterstreicht Jörg Sandner abschließend.
Lisa Möckel