2026-09-02T10:52:09+0000

„Hier geht ein Lebenstraum in Erfüllung“: CARMA Automotive vor dem Start

Noch riecht es nach Neubau, überall wird gehämmert, geschraubt und montiert. Die Arbeitsplätze sind leer, das Werkstattequipment fehlt noch, der Einbau der Lackieranlagen läuft auf Hochtouren. Doch lange wird es nicht mehr dauern, bis am Albert-Einstein-Ring in Erftstadt Fahrzeuge repariert und lackiert werden. Nach Monaten der Planung und gut 1,5 Jahren Bauzeit nimmt die CARMA Automotive GmbH Ende September den Betrieb auf. Für Geschäftsführer Onur Cevik eine ganz besondere Zeit. Bislang war sein Betrieb unter dem Namen MG Die Autolackierer bekannt. Mit dem Neubau vollzieht der junge Unternehmer auch strategisch den nächsten Schritt: Aus dem klassischen Karosserie- und Lackierbetrieb wird ein Full-Service-Reparaturzentrum, direkt an der A1. „Hier geht tatsächlich ein Lebenstraum in Erfüllung“, betont Onur Cevik im exklusiven Video-Interview mit schaden.news. ## Mehr als nur ein größerer Betrieb Der Neubau schafft dafür die räumlichen Voraussetzungen. Auf rund 6.500 Quadratmetern Grundstück entstehen zwei Hallen. 1.800 Quadratmeter entfallen auf Karosserie und Lack, weitere rund 1.200 Quadratmeter auf Mechanik, Räder- und Felgeninstandsetzung sowie Einlagerung. Insgesamt stehen rund 3.700 Quadratmeter überdachte Fläche zur Verfügung. Doch Onur Cevik will nicht einfach mehr Fahrzeuge in eine größere Halle stellen. Die Abläufe sollen sich grundlegend verändern. Kurze Wege, eigene Versorgungen an den Arbeitsplätzen und Multifunktionsplätze in der Lackiererei sollen unnötige Bewegungen vermeiden. Bei der Planung setzte Cevik deshalb auch auf den Blick von außen: Gemeinsam mit PPG tauschte er sich über Konzepte anderer Betriebe aus und nutzte die Erfahrungen aus anderen Werkstätten, um die eigene Planung zu hinterfragen. „Wir wollen die Fahrzeuge so wenig wie möglich bewegen und so schnell wie möglich, wieder auf die Straße bekommen“, erklärt er. ## 75 Durchläufe pro Woche geplant Wie viel Potenzial im neuen Standort steckt, zeigen die geplanten Durchlaufzahlen. Am bisherigen Standort schafft das Team in gut gefüllten Wochen 35 bis 40 Aufträge. Bis Ende 2026 sollen daraus zunächst 50 bis 55 Karo-Lack-Durchläufe pro Woche werden. Im ersten vollständigen Betriebsjahr peilt CARMA 70 bis 75 Reparaturdurchläufe an. Mechanik und Glas sind dabei noch nicht eingerechnet. Gleichzeitig setzt Onur Cevik bewusst auf mehrere Standbeine. Karosserie und Lack, Mechanik, Glas, Hagel- und Dellenreparatur, Rädereinlagerung sowie Leasingaufbereitung sollen am neuen Standort zusammenkommen. Seine Überlegung: „Wenn die eine Sparte ein bisschen schwächelt, wird die andere es auffangen.“ ## Zeit und Energie im Blick Besonders deutlich wird der Prozessgedanke bei der neuen Überdachung zwischen den Hallen. Am bisherigen Standort führten Regen und Wind immer wieder dazu, dass Fahrzeuge umgeparkt werden müssen – geschätzter Aufwand: rund 450 Stunden pro Jahr. Die neue Überdachung soll diese unnötigen Bewegungen reduzieren. Auch energetisch setzt Onur Cevik den Neubau anders auf. Der Standort kommt komplett ohne fossile Brennstoffe aus. Wärmepumpen, Wärmerückgewinnung, Photovoltaik und Speicher bilden die Grundlage des Energiekonzepts. „Wir sind hier wirklich stolz darauf sagen zu können, dass wir komplett CO2-neutral unterwegs sind demnächst“, so der Geschäftsführer. Die Weichen für den Neustart sind gestellt und der Wechsel von MG Die Autolackierer zu CARMA Automotive steht für mehr als einen neuen Namen am Eingang. Der Neubau bündelt Full-Service-Dienstleistungen, schafft neue Kapazitäten und soll die Abläufe effizienter machen. Nun richtet sich der Blick auf die ersten Fahrzeuge, die demnächst durch die neue Halle laufen werden.
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