2026-07-15T10:01:22+0000

Die Lage ist ernst!

In den letzten Tagen haben wir viele, sehr viele Gespräche geführt. Vor allem mit Betrieben, aber auch mit Werkstattausrüstern und Lackherstellern. Unser Eindruck: Das Bild einer ausgewachsenen Wirtschaftskrise scheint sich derzeit im Schaden Business zu verfestigen. Oft haben wir in den letzten Wochen und Monaten über die aktuelle Situation im Unfallreparaturmarkt berichtet und schon [im Februar in unserer Web-TV Sendung mit den Spitzenverbänden, über die sich abzeichnende Entwicklung diskutiert](https://www.youtube.com/watch?v=FRCRnt0_N5M). Jetzt ist klar: Bundesweit beklagen K&L-Werkstätten einen langanhaltenden und ausgeprägten Rückgang des Reparaturvolumens – auch in der Schadensteuerung. Die Ursachen dafür sind zahlreich, strukturell und überlagern sich. Konkret heißt das: Geringere Schadenhäufigkeit, Zunahme der fiktiven Abrechnung und mehr Totalschäden sorgen für leere Lackierkabinen. Damit aber nicht genug. Die Betriebe stehen gleichzeitig unter massivem Kostendruck. Energie, Materialpreise, Löhne und Investitionskosten lasten besonders schwer, wenn der notwendige Umsatz fehlt. Das Ergebnis dieser Entwicklung spiegelt sich [in der aktuellen Insolvenzstatistik](https://schaden.news/de/article/link/45139/insolvenzzahlen-april-2026) wider. Wir berichten heute über das Zahlenwerk mit neuem „Negativ-Rekord und über [die Insolvenzverfahren von Gambs Fahrzeugtechnik sowie der Kaupp Gruppe](https://schaden.news/de/article/link/45137/schadenmarkt-kommt-jetzt-die-pleitewelle) – zwei besonders bedeutende K&L-Unternehmen aus Bayern und Baden-Württemberg mit insgesamt 180 Beschäftigten, die akut von der Firmenpleite bedroht sind. Die Lage erscheint momentan auch deshalb so ernst, weil die dramatisch schlechte wirtschaftliche Entwicklung der letzten Monate längst auf das gesamte Schaden-Business durchschlägt: Zahlungsausfälle häufen sich, der Fachhandel verzeichnet zum Teil zweistellige Umsatzeinbrüche und die Bereitschaft für Investitionen nimmt ab. Das bestätigen unsere Gespräche der letzten Tage. Natürlich laufen die Geschäfte im Großen und Ganzen irgendwie weiter und nicht jeder Betrieb ist gleich in seiner Existenz gefährdet. Allerdings kochen momentan wohl viele K&L-Werkstätten eher auf Sparflamme. An größere Sprünge ist derzeit eher nicht zu denken und leider ist mit einer Kehrtwende kaum zu rechnen, weil in den Sommermonaten ohnehin vielerorts die Schadenhäufigkeit noch weiter zurück geht und uns im Herbst die globalen Krisen und deren Folgen für den deutschen Markt wieder einholen werden. Wo wir im September stehen, diskutieren wir[ beim Schadentalk während der Automechanika in Frankfurt](https://schadentalk.de/automechanika/). Dann sprechen wir über den Ernst der Lage und zeigen Wege aus der Krise auf.
Lesens Wert

Mehr zum Thema