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2026-04-29T09:27:16+0000

„Wir dürfen die kleinen Betriebe nicht aus den Augen verlieren“

_Seit 1. Januar ist Jeanette Ast-Leiner als Business Director bei Axalta Coating Systems an Bord. Im exklusiven Interview spricht sie über ihre ersten Monate in der neuen Verantwortung und den Umgang mit dem massiven Kostendruck in der K&L-Branche. Erfahren Sie außerdem, warum Axalta trotz des Trends zur Automatisierung auch die kleinen Betriebe nicht aus den Augen verliert und was Axalta für die kommende Automechanika plant._ __Frau Ast-Leiner, Sie sind seit Januar dieses Jahres Business Director bei Axalta Coating Systems. Was war Ihre persönliche Motivation für den Wechsel?__ __Jeanette Ast-Leiner:__ Ich bin seit September an Bord, wobei ich die volle Verantwortung seit Januar trage, nach einer sehr intensiven viermonatigen Übergabe durch meinen Vorgänger. Für mich war nicht der Wunsch entscheidend, „auf Biegen und Brechen“ zu wechseln. Vielmehr bot sich bei Axalta eine Möglichkeit zur persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung. Die Verantwortung ist hier deutlich breiter gefächert – ich bin nun auch für Logistik und einen größeren Personalstamm zuständig. Zudem hat es mich gereizt, für einen Marktführer mit so starken Marken wie Spies Hecker, Standox und Cromax zu arbeiten. Was ich erst jetzt im Alltag richtig schätze: Die Arbeitsweise passt perfekt zu mir. Ich habe einen großen Gestaltungsspielraum und bin freier in meinen Entscheidungen. __Wie sind die ersten Monate in der neuen Position gelaufen?__ __Jeanette Ast-Leiner:__ Die Zeit verging wie im Flug. Deutschland ist für Axalta einer der wichtigsten Märkte in Europa, entsprechend wird die Meinung der hiesigen Verantwortlichen sehr geschätzt. In den ersten Monaten lag mein Fokus darauf, Präsenz zu zeigen – sowohl intern als auch extern. Ich habe viel Zeit investiert, um mich meinen Mitarbeitern in vielen Lagern persönlich vorzustellen. Gleichzeitig war es mir wichtig, Kundenstimmen einzufangen, etwa bei Veranstaltungen wie der Repanet-Hauptversammlung in Verbindung mit dem Five Star Partnertreffen auf Mallorca, um zu verstehen, wo der Schuh aktuell wirklich drückt. __Der Kostendruck ist in unserer Branche derzeit eines der brennendsten Themen. Wie geht Axalta damit um?__ __Jeanette Ast-Leiner:__ Wir wirken dem Kostendruck auf mehreren Ebenen entgegen. Intern setzen wir auf strikte Effizienzsteigerung und hinterfragen jede Investition genau. Zudem steuern wir unsere Lieferanten strategisch, um Optimierungen im Einkauf zu nutzen. Oft können wir steigende Preise durch effizientere Prozesse und geringeren Materialeinsatz beim Kunden kompensieren. __Sie sind viel im Markt unterwegs. Was sind Ihrer Erfahrung nach derzeit – neben dem Kostendruck – die größten Herausforderungen für die K&L-Betriebe, und wie reagiert Axalta darauf?__ __Jeanette Ast-Leiner:__ Der Fachkräftemangel bleibt das Dauerthema – qualifizierte Lackierer zu finden, ist extrem schwer. Hinzu kommt eine aktuell sehr volatile Auftragslage. Wo Betriebe vor kurzem noch Aufträge ablehnen mussten, wird heute wieder aktiv um jedes Fahrzeug gerungen. Axalta unterstützt hier ganzheitlich: Wir bieten eine Seminarreihe zur Nachwuchsgewinnung und Führungskräfteentwicklung an. Zudem
helfen wir unseren Kunden durch Beratungen zum Thema Prozessoptimierung und setzen dabei auch auf unsere starke Zusammenarbeit mit aspaara – eine KI-gestützte Optimierungslösung für Planung und Betriebsabläufe in K&L-Betrieben. Zusätzlich sind wir mit unserer Eigenmarke Audurra im Zubehörbereich in der Lage, für unsere Kunden attraktive Gesamtangebote zu schnüren und bieten somit die Möglichkeit der Lieferantenkonsolidierung, um in den Betrieben Komplexität und Kosten zu senken. __In der Branche ebenfalls stark diskutiert ist der Einsatz von Robotik und Automatisierung. Wo steht Axalta bei diesen Entwicklungen?__ __Jeanette Ast-Leiner:__ Mit unserer vollautomatischen Mischmaschine Axalta Irus Mix sind wir klarer Vorreiter. Wir haben bereits eine Vielzahl von Geräten im Markt installiert. Automatisierung hilft, dem Fachkräftemangel zu begegnen, aber ich sehe auch eine Gefahr: Kleine Betriebe dürfen nicht den Anschluss verlieren. Während große Unternehmen oft leichter investieren können, ist es unsere Aufgabe, Lösungen anzubieten, die auch für kleinere Werkstätten wirtschaftlich tragfähig bleiben. __Der Technologiewandel wird auch auf der Automechanika im September ein wichtiges Thema sein. Welches Konzept setzt Axalta für seinen Messeauftritt um?__ __Jeanette Ast-Leiner:__ Wir werden definitiv mit einem starken Auftritt vertreten sein – in der Halle und auch wieder auf einer Außenfläche, ähnlich wie vor zwei Jahren. Ich will noch nicht zu viel verraten, um den Überraschungseffekt nicht zu schmälern, aber es wird sich lohnen wieder bei Axalta vorbeizuschauen. Ein Treffpunkt für den Austausch auf Augenhöhe - ich freue mich persönlich sehr darauf. __Vielen Dank für das Interview!__
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