2026-04-22T09:10:44+0000

Abrisskanten im Klarlack vermeiden: So gelingt der saubere Übergang beim Spot Repair

Im Spot Repair sind saubere Übergänge im Klarlack entscheidend für ein unsichtbares Reparaturergebnis. Dennoch bleiben sichtbare Abrisskanten nicht immer aus – gerade wenn es hektisch wird im Werkstattalltag oder den Lackierergesellinnen und -gesellen noch die nötige Erfahrung fehlt. In der Regel gibt es zwei Hauptursachen für Abrisskanten, wie Tina Bönisch, Anwendungstechnikerin der Peter Kwasny GmbH, weiß: „Entweder wurde zu nah und zu scharf an der Schadstelle abgeklebt oder es wurde mit dem Klarlack zu nah an die abgeklebte Fläche lackiert.“ Im Videotipp mit schaden.news zeigt die Fahrzeuglackierermeisterin, wie Abrisskanten im Klarlack vermieden werden und erklärt Schritt für Schritt, worauf es ankommt. ## Reinigen und Anschleifen: Grundlage für den sauberen Verlauf Zu Beginn wird die Oberfläche gründlich gereinigt, um Schmutzpartikel zu entfernen und zusätzliche Kratzer zu vermeiden. Anschließend wird die Fläche vorpoliert, um Mikrokratzer zu egalisieren und eine gleichmäßige Ausgangsbasis zu schaffen. Ziel sei es, bereits in der Vorbereitung Störungen im Lackbild zu vermeiden, so Tina Bönisch im Video. Nach dem erneuten Entfetten mit Silikonentferner erfolgt das Anschleifen der Schadstelle in abgestuften Körnungen. „Ich beginne an der Schadstelle mit einem P1500, erweitere den Bereich danach mit P2000 und gehe mit P3000 in die Auslaufzone. Wichtig ist dabei, dass die Schleifzonen wirklich gut ineinandergreifen und übergehen“, betont Tina Bönisch im Video. Außerdem gibt sie gerade jungen Fachkräften noch folgenden Tipp mit an die Hand: „Achtet darauf, dass ihr die Flächen nicht zu klein wählt, gerade wenn ihr es noch nicht oft gemacht habt. Das gilt auch für das Abkleben. Lieber weiter hinten abkleben, als eine Abrisskante zu riskieren.“ Um beim Abkleben einen weichen Übergang zu garantieren, nutzt die Fahrzeuglackierermeisterin zudem zusätzlich ein Blending Tape. Möglich seien darüber hinaus auch Tunnel oder aus Klebeband geformte Rollkanten. In der Praxis haben sich unterschiedliche Vorgehensweisen etabliert. ## Lackieren: Klarlack gezielt staffeln und ausnebeln Der Klarlackauftrag erfolgt anschließend mit dem 2K Klarlack Glanz von SprayMax in mehreren aufeinander abgestimmten Spritzgängen. Im ersten Gang wird die Reparaturstelle deckend lackiert. Nach kurzer Ablüftzeit folgt ein zweiter Spritzgang, bei dem der Bereich leicht erweitert wird, ohne den Klarlack bis an den späteren Endrand zu ziehen. Im abschließenden Spritzgang wird der Klarlack gezielt ausgenebelt. Dabei wird mit größerem Abstand und reduzierter Materialmenge gearbeitet, um einen weichen Verlauf zum Altlack zu erzeugen. Entscheidend sei, die Bewegung kontrolliert aus der bestehenden Fläche in die Reparaturzone zu führen, um ungewollte Kantenbildung zu vermeiden, beschreibt Tina Bönisch ihr Vorgehen. ## Beilackieren: Übergang mit Beispritzlack anlösen Direkt im Anschluss an den Klarlackauftrag erfolgt der Übergang mit dem 1K-Beispritzlack oder der 1K-Beispritzverdünnung von SprayMax – je nachdem, mit welchem Produkt der Anwender besser zurechtkommt. Dieser wird fein in die Randzone eingenebelt und sorgt dafür, dass sich der frische Klarlack im Übergangsbereich optisch mit dem Altlack verbindet. Wichtig ist dabei eine kontrollierte Anwendung in mehreren leichten Sprühstößen. Der Übergang soll angelöst, aber nicht durchnässt werden, betont die Anwendungstechnikerin im Videotipp. Nur so lasse sich ein gleichmäßiger Verlauf ohne sichtbare Ränder erzielen. ## Finish: Übergang egalisieren und aufpolieren Nach der Durchtrocknung schleift Tina Bönisch die Übergangszone mit einem Trizact-Papier mit 3000ender-Körnung an. Dabei wird gezielt die beilackierte Fläche bearbeitet, um eventuell matte Stellen oder Spritznebel zu egalisieren. Ein weiterer Tipp vom Profi: „Beim Polieren gehe ich mit der Fläche mit, also in die lackierte Fläche rein – so habe ich es gelernt.“ Zu guter Letzt wird die Fläche maschinell aufpoliert, bis ein homogener Glanzgrad erreicht ist.