2026-04-08T10:14:16+0000

Preisschock für die Branche

Langsam, aber sicher wirkt sich der Iran-Krieg auch auf den Unfallreparaturmarkt aus. Erste Preiserhöhungen für Verbrauchsmaterialien hat es bereits gegeben, der Mobilitätsservice für Werkstattkunden wird teurer, erste Logistiker erheben einen variablen Dieselkostenzuschlag und in den Konzernzentralen der Lackhersteller werden neuerliche Preisaufschläge auf Reparaturlacke längst diskutiert. Kein Wunder, nahezu alle Materialien und Betriebsmittel die in K&L-Werkstätten benötigt werden, hängen direkt oder indirekt vom Ölpreis ab – und der kennt seit Wochen nur eine Richtung: steil nach oben. Diese Entwicklung muss nun auch bei der betrieblichen Gesamtkostenrechnung eingepreist werden. Genauso wie die Energiekosten, die das Heizen von Trocknungs- und Lackierkabinen jetzt viel teurer machen. Die noch einigermaßen gute Nachricht: Der Preisschock kommt in der Branche wohl erst nach und nach an. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Betriebe aus der Corona-Krise gelernt haben. Denn damals hatten enorm viele Werkstätten börsengebundene Energieverträge abgeschlossen. Die Folge damals: die Energiekosten schlugen sofort auf die Kosten durch. Heute sollten mehr Betriebe krisenfester aufgestellt sein, auf regenerative Energie umgesattelt oder längerfristige Vertragskonditionen bei Gaslieferanten vereinbart haben. Es kommt jetzt darauf an, wie lange der Iran-Krieg (noch) dauert. Doch egal, wie der Krieg zu Ende geht, jedem dürfte klar sein, dass die bereits zerstörten Produktionskapazitäten am Golf für Öl und Gas sowie die gestörten Lieferwege weiterhin zu anhaltend hohen Preisen führen werden. Wenn das so ist, werden in der Folge auch die Löhne weiter steigen und die Gesamtkosten geraten noch stärker unter Druck, die dann von den Werkstätten auf die Stundensätze umgelegt werden. Im Ergebnis wird die Unfallschadenreparatur bei dieser Preisspierale noch teuer. Dieses Szenario gilt übrigens auch für die Schadensteuerung. Zwar hatte Innovation Group die Stundensätze in den letzten Monaten massiv drücken können, doch das wird gerade bei den Kooperationsbetrieben mit viel gesteuerten Reparaturvolumen aus Stuttgart angesichts der Kriegsfolgen nun zum Problem. Allerdings haben wir aus der Diskussion über Innovation Group gelernt, dass die Stundensätze in der Schadensteuerung eben nicht vertraglich festgelegt sind. Also können auch die Partnerwerkstätten ihre Stundensätze jederzeit nach oben anpassen. Wer den Mut hat, sollte die Lage jetzt genau beobachten. Den Kooperationsbetriebe, die die neuen Verträge voreilig und ohne Verhandlungen unterschrieben haben, dürfte es jetzt vor dem drohenden Kostendruck besonders schwerfallen das Ruder rumzureißen.
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