2025-04-02T09:24:34+0000

„Fehlendes Puzzleteil“: Glasurit will Farbtonfindung optimieren

Die Farbtonfindung stellt Fahrzeuglackierer immer wieder vor Herausforderungen, insbesondere angesichts der zunehmenden Komplexität moderner Lacke. Glasurit hat mit ImagePLUS ein neues digitales Tool entwickelt, das diesen Prozess optimiert und Werkstätten eine noch genauere Farbtonbestimmung ermöglichen soll. Bei den Würzburger Karosserie- und Schadenstagen hatte die schaden.news-Redaktion die Möglichkeit, bereits vor der Markteinführung einen Blick auf das Tool zu werfen. ## „Pigmente anhand realer Aufnahmen vergleichen“ „Der Name ImagePLUS deutet bereits an, worum es geht: Image steht dabei für das Bild und das Plus für die Weiterentwicklung, die wir geschaffen haben", erklärt David Baumeister, Technischer Leiter bei Glasurit, im exklusiven Videointerview. Der Kunde habe jetzt die Möglichkeit, Farbtöne hinsichtlich ihrer Nuancen, Pigmente und Unterschiede anhand von realen Aufnahmen zu vergleichen. Statt auf künstlich generierten oder simulierten Farbdarstellungen basiere ImagePLUS laut David Baumeister auf echten Bildern. „Das ist das Puzzleteil, das bisher gefehlt hat“, so der Technische Leiter. ## „Prozess bleibt gleich, nur die Darstellung ändert sich“ Parallel zu dem digitalen Tool hat Glasurit mit dem ScanR auch ein neues Farbtonmessgerät eingeführt. Am eigentlichen Farbtonfindungsprozess ändere sich für die Werkstätten jedoch nichts. Mit dem ScanR wird der Farbton gemessen und in die cloudbasierte Plattform Refinity übertragen. Zusätzliches Equipment, wie ein separater Bildschirm für die Ansicht, werde nicht benötigt. „Das Einzige, was sich wirklich ändert, ist die Darstellung“, so Baumeister. Die Bilder werden aus sechs unterschiedlichen Winkeln aufgenommen und zusammengefügt, um eine realistische Darstellung zu gewährleisten. Das System zeigt den gemessenen Farbton (Ziel) und die vorhandenen Farbtonreferenzen (Original) nebeneinander auf dem Bildschirm. „Die Werkstätten können so einen 1:1-Vergleich durchführen und genau erkennen, wie die Grobheit der Pigmente und Strukturen beschaffen sind“, führt David Baumeister aus. ## „Zusätzliche Unterstützung, um noch genauer zu arbeiten“ Parallel zur neuen Darstellung empfiehlt der Fahrzeuglackierermeister den Anwendern, auch die bewährte Spektralkurven-Analyse im Blick zu behalten. „Die Kombination aus Pigmentierung und Spektralkurven sorgt dafür, den optimalen Farbton zu bestimmen. Mit ImagePLUS bieten wir den Betrieben also eine zusätzliche Unterstützung, um noch genauer zu arbeiten und ihre Prozesse effizienter zu gestalten.“ ## „Über 90 Prozent der Reihe 100 bereits in Datenbank hinterlegt“ Aktuell seien bei ImagePLUS bereits über 90 Prozent der Farbtöne der Reihe 100 hinterlegt. Denn, so David Baumeister: „Diese Datenbank haben wir bereits vor einigen Jahren aufgebaut, sodass wir heute auf eine riesige Sammlung zurückgreifen können.“ Sollte dennoch ein Farbton nicht als Bild hinterlegt sein, stehe den Anwendern weiterhin die Spektralkurven-Analyse zur Verfügung. Zudem arbeite Glasurit kontinuierlich daran, die Datenbank zu erweitern.