2024-07-24T10:02:16+0000

IFL-TeMi: Das sind die Herausforderungen beim Anheben von HV-Fahrzeugen

Auch wenn die Neuzulassungen von Elektroautos weit hinter den Erwartungen von Politik und Herstellern liegen – der Anteil von Hochvoltfahrzeugen im Markt und somit auch in den Reparaturwerkstätten nimmt weiter zu. Wird bei der Instandsetzung verunfallter Fahrzeuge ein Ausbau der Akkumulatoren und das damit verbundene Anheben der Stromer notwendig, so stellt das die Betriebe regelmäßig vor Herausforderungen. Über die möglichen Probleme durch kritische Aufnahmepunkte am Unterboden und eine erforderliche Anpassung der Arbeitsprozesse informiert die Interessengemeinschaft für Fahrzeugtechnik und Lackierung e.V. (IFL) in ihrer aktuellen Technischen Mitteilung. ## Sicheres Anheben stellt Herausforderung dar Die IFL empfiehlt den Betrieben im Umgang mit Hochvoltfahrzeugen zukünftig einen noch größeren Fokus auf Sicherheit und entsprechende Fachkenntnisse zu legen. Dies gelte insbesondere für Arbeiten an verunfallten Elektroautos. Die Herausforderung bestehe gerade in der richtigen Aufnahme und dem sicheren Anheben des Fahrzeugs, ohne dabei Schäden an Akku, Anbauteilen oder Verkleidungen zu verursachen. Gerade die Sicherheit des Anwenders dürfe laut aktueller TeMi nicht vernachlässigt werden. ## Kenntnisse über Karosseriebauweise hilfreich Konkret nennt die IFL zwei Probleme beim Anheben der E-Autos: Die oft sehr kleinen Aufnahmepunkte am Unterboden und die meist aus Verbundwerkstoffen bestehenden Hilfsrahmen oder Verkleidungen, welche das Gewicht eines ganzen Fahrzeuges nicht allein auf der Hebebühne tragen könnten. Ursache dafür sei die oft verbreitete Leichtbauweise in diesem Bereich. Kommt es hierbei zu Fehlern, so könne dies im schlimmsten Fall zu Beschädigungen an Karosserie oder Akku führen. Um dies zu vermeiden, rät die Interessengemeinschaft, sich bereits vor Reparaturbeginn genaustens mit der Konstruktion des Fahrzeugs und den jeweiligen Herstellervorgaben auseinanderzusetzen. Hilfe dazu finden Betriebe beispielsweise über die Wissensdatenbank www.repair-pedia.eu, heißt es in der aktuellen IFL-TeMi. ## Hebebühnenhersteller bieten Adaptermöglichkeiten Am Beispiel eines verunfallten VW ID.3 beschreibt die IFL, wie schnell ein Ausbau der Hochvolteinheit notwendig sein kann und welche Herausforderungen für Reparaturbetriebe damit einhergehen. Um die Fachwerkstätten bei diesem Arbeitsschritt weiter zu unterstützen und den Prozess zeitgleich noch sicherer zu gestalten, trat das IFL-Team mit verschiedenen Hebebühnenherstellern in Kontakt. Von ihnen wollte die Interessengemeinschaft mehr über deren Ansätze und Möglichkeiten auf diesem Gebiet erfahren. Demnach könnte eine Adapterlösung für verschiedenste HV-Fahrzeugmodelle eine Möglichkeit sein, bei der die jeweiligen Aufnahme-Pads je nach Anforderung austauschbar seien. Deren Einsatz könne den Zugang zur Batterie erleichtern und den gesamten Prozess effizienter und sicherer gestalten, so die IFL. ## Weiterhin Investitionen in Schulungen und Ausrüstung Unabhängig davon rät die Interessengemeinschaft für Fahrzeugtechnik und Lackierung e.V. auch weiterhin in die richtige Werkstattausrüstung und entsprechende Weiterbildung auf diesem Gebiet zu investieren. Nur so könnten Kfz-Betriebe den steigenden Anforderungen zukünftig gerecht werden. [Die aktuelle IFL-TeMi können Sie sich hier kostenfrei herunterladen.](https://schaden.news/download/link/geMM)