2024-01-10T12:40:58+0000

Von der Backstube in die Autowerkstatt

Dass sie ins Handwerk will, war für Wiebke von der Heiden eigentlich immer schon klar. Nur in welches, darüber war sie sich anfangs noch unsicher. „Nach meinem Fachabitur mit der Fachrichtung Gestaltung hatte ich keine konkreten Berufsvorstellungen. Konditorin war aufgrund meines gestalterischen Verständnisses irgendwie naheliegend, weshalb ich schließlich eine Ausbildung in dem Beruf begonnen habe“, erinnert sich die 24-Jährige im Gespräch mit schaden.news zurück. ## Nach Praktikum folgt Festanstellung 2021 schloss sie schließlich ihre Gesellenprüfung als Konditorin ab. Richtig glücklich war sie aber nicht. „Ich habe einfach gemerkt, dass das nicht meine Erfüllung ist“. Deshalb fasste sie in diesem Jahr den Entschluss, sich beruflich neu zu orientieren und absolvierte diverse Praktika. Unter anderem auch in der sächsischen Autolackiererei Wünsche & Sohn in Weinböhla. „Ich habe mich schon immer für Autos und speziell für Oldtimer interessiert. Ich habe einen Lada Niva, den ist selbst in Schuss halte und teils auch getunt habe“, erzählt sie. Schon nach einer Woche in dem Familienbetrieb war für Wiebke deshalb klar: „Hier will ich bleiben.“ Das freute auch Betriebsjunior Michael Wünsche: „Es hat sich schnell gezeigt, dass Wiebke viel Talent, Geschick und auch Interesse mitbringt. Deshalb war für mich klar, dass ich ihr die Chance gebe.“ ## „Spachteln oder Ausmischen von Rezepturen – das habe ich früher täglich gemacht, bloß mit anderen Zutaten“ So erhielt sie als Quereinsteigerin im Mai eine Festanstellung und eignet sich mit Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen seit dem täglich neues Wissen rund um die Unfallreparatur und -lackierung an. Vieles geht ihr dank ihrer Ausbildung zur Konditorin leicht von der Hand. „Es gibt tatsächlich viele Parallelen. Zum Beispiel beim Spachteln oder Ausmischen von Farbtonrezepturen – das habe ich früher täglich gemacht, bloß mit anderen Zutaten“, erklärt sie lachend. ## Vorliebe für Oldtimer und Felgen Besonders angetan haben es der jungen Frau aber vor allem zwei Segmente: Die Arbeit an Oldtimern und die Felgenaufbereitung. „Bei den Oldtimern ist es der ganze Prozess: Die Fahrzeuge kommen teilweise verbeult und verrostet bei uns an und in monatelanger Arbeit hauchen wir ihnen neues Leben ein. Bei den Felgen geht die Aufbereitung natürlich sehr viel schneller. Hier reizt mich vor allem der Nachhaltigkeitsaspekt. Man muss bei Schäden im Grenzbereich nicht gleich neue Felgen kaufen, sondern kann diese nachhaltig aufbereiten.“ Und weil Wiebke von der Heiden so schnell dazu lernt, darf sie inzwischen auch immer öfter in die Lackierkabine – hat unter anderem die Ganzlackierung eines restaurierten Wartburgs sowie eines Trabants übernommen. „Das war toll. Und das glückliche Gesicht der Fahrzeugbesitzer, wenn sie ihr Auto abholen, ist unbezahlbar.“ ## Mit Weiterbildungen fachliches Know-how vertiefen Mit der Anstellung in dem Familienbetrieb hat die 24-Jährige ihre berufliche Erfüllung gefunden. Im nächsten Jahr stehen nun verschiedene Weiterbildungen auf dem Plan, um das teils schon angeeignete fachliche Know-how zu festigen und zu vertiefen. „Ich bin absolut glücklich mit meinem Job. Es war genau die richtige Entscheidung“, betont sie abschließend.
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