2022-09-21T10:53:42+0000

HUK-Coburg: „Wir sehen die dramatische Entwicklung und reagieren“

Der Ernst der Lage ist Kfz-Versicherern, Schadensteuerern und Verbänden gleichermaßen bewusst. Diese gemeinsame Grundhaltung zeigte sich beim Schadentalk in Frankfurt deutlich. Nach Einschätzung der HUK-Coburg sind die Folgen der Krise für den Schadenmarkt derzeit jedoch noch nicht absehbar. „Die Auswirkungen für die Betriebe werden individuell sehr unterschiedlich sein“, war Thomas Geck in der Diskussion während der Automechanika und im Video-Interview mit schaden.news überzeugt. „Wir sind im Gespräch mit den Partnerwerkstätten und mit den Verbänden.“ ## Keine Veränderung beim Streitthema Lackmaterial Die Ankündigung von Thomas Geck gilt allerdings nicht für das umstrittene Prinzip, dass das Lackmaterial im gesteuerten Schadengeschäft im Stundensatz eingepreist ist. „Das Thema Lackmaterial steht für uns nicht zur Diskussion.“ Damit bleibt der Branche dieses Streitthema erhalten, denn der Bundesverband der Partnerwerkstätten (BVdP) hält diese Form der Abrechnung angesichts der aktuellen Materialpreisentwicklung „nicht mehr für zeitgemäß“. ## Weitere Bewegung beim Stundensatz? „Wir haben in den letzten Jahren bewiesen, dass wir reagieren“, erklärte der Leiter Schadenprozessmanagement während der Abschlussrunde des Talks in Frankfurt. Preisanpassung im Juni und während der Corona-Pandemie, die Zahlung von Pauschalen sowie das Vorkassenprinzip in der Schadensteuerung – tatsächlich sind die Coburger in den letzten Jahren immer wieder auf die Partnerwerkstätten zugegangen. Die Frage lautet aber, reicht das aus? Im Video-Interview, das im Anschluss des Schadentalks in Frankfurt geführt wurde, signalisiert Thomas Geck dann doch Bewegung: „Wir werden die Lage aufarbeiten. Die Situation mit Energiezuschlägen ist noch relativ frisch. Das Ganze bewerten wir gerade und werden daraus ein Paket schnüren, das ich gerne vor den Jahresgesprächen auf den Markt bringen würde.“ ## Neuausrichtung des Werkstattnetzes wird kommen Beim Schadentalk wurde auch klar, dass die HUK-Coburg ihr Werkstattnetz neu aufstellen wird. Erstmals erläuterte Thomas Geck, wie die Eckpunkte aussehen: [„Wir werden künftig eine stärkere Kategorisierung in der Schadensteuerung haben“, betonte er auf dem Podium in Frankfurt. ](https://youtu.be/yMnMZFuoTVE?t=2953) Bereits jetzt habe der Schadensachbearbeiter der HUK-Coburg ein technisches Steuerungstool, um die unterschiedlichen Unfallschäden zielgenauer in die richtige Partnerwerkstätten zu lenken. Jetzt gehe es darum das Netzwerk passend dazu aufzustellen. „Wir glauben, dass es nicht wirtschaftlich sinnvoll ist, dass alle 960 freien Betriebe, die wir derzeit in unserem Netz haben, sich mit den Kompetenzen Elektromobilität oder Fahrerassistenzsysteme in Gänze aufstellen müssen.“ Die HUK-Coburg werde jetzt ihr Werkstattnetzwerk entsprechend modellieren. Das bedeutet im Klartext: Künftig wird nicht mehr in jede Partnerwerkstätte jeder Schaden gesteuert, sondern stärker nach Kategorien gelenkt. Thomas Geck nannte ein konkretes Beispiel: Bei einem Strukturschaden an einer Batterie eines Elektrofahrzeuges benötige man spezialisierte Betriebe in einem Netz – „das werden nicht 960 Betriebe sein können“.
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