2021-09-15T13:29:27+0000

Carbon: Wie man Dellen „massiert“ und Aluminium „zum Tanzen“ bringt

Am Stand der Karosserieinstandsetzungsprofis von Carbon können sich die Messebesucher davon überzeugen, was sich in dem Eigeltinger Unternehmen seit dem letzten Automechanika-Auftritt vor drei Jahren so alles getan hat. „Weder mit unserem Alurepair VISAR noch mit unserem CBR-System waren wir bislang auf dieser Messe vertreten – umso glücklicher sind wir, dies alles jetzt unseren Kunden zu zeigen“, erklärt Carbon Betriebsleiter Felix Scholl im Video-Interview. Auf die pandemiebedingt veränderten Rahmenbedingungen hätten sich er und das Team schon im Vorfeld eingestellt. Die Möglichkeit, sich endlich wieder auf der Leitmesse präsentieren zu können, sei hier wichtiger gewesen als etwaige Vorbehalte, zumal man mit Blick auf den Markt mit einer vollständigen Rückkehr auf das Vorkrisenniveau rechne. ## Geballtes Ausbeul-Know-how in neuer Produktlinie Entsprechend ambitioniert gestaltet sich auch der Messeauftritt der Carbon GmbH: „Von Alu- und Bolzenschweißen bis zur Klebetechnik – wir packen alles aus, was wir haben und zeigen unser gesamtes Portfolio“ berichtet der Betriebsleiter. Angesprochen auf die Leistungsmerkmale des im eigenen Haus entwickelten Carbon Body Repair (CBR-) Systems betont Felix Scholl das um mehr als die Hälfte reduzierte Gewicht und die Ergonomie der Werkzeugkomponenten, die durch die Kombination aus Kohlefaser und Kohlefaserfaser­verstärktem Kunststoff ermöglicht werden. Nicht minder bedeutend sei allerdings die Leistungseinheit, welche ein intuitives Auswählen aus sechs vordefinierten Instandsetzungsprogrammen ermögliche. „Die Programme sind von uns selbst getestet worden und deshalb besonders nah an der Praxis“, erklärt der Experte und fügt hinzu: „Im CBR steckt unsere gesamte Erfahrung, die wir im Laufe der letzten 24 Jahre gesammelt haben.“ ## Live-Workshop mit den Autodocs Gemeinsam mit den Autodoktoren sowie dem Dienstleister FabuCar zeigte Scholls Kollege Ralf Rathmann gleich im Anschluss an das Gespräch, die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Carbon-Lösungen in einem einstündigen Workshop. Dieser wurde zugleich in einem Live-Stream der Automechanika Digital Plus übertragen, wo ihn registrierte Messebesucher noch bis Ende des Monats abrufen können. Angefangen beim Strecken verformter Karosserieteile mittels Klebetechnik und der AiroPower Druckluftpresse demonstrierte der versierte Anwendungstechniker die Verwendung der Gluetech Plus-Technologie. In Kombination mit diversen Adapterhaken und Zugbrücken können hier bei Bedarf Kräfte im Tonnenbereich entfaltet werden. ## Alu-Instandsetzung als Beitrag zur Nachhaltigkeit Wesentlich filigraner ging es anschließend mit dem Easy Tool weiter, mit dem ein typischer Streifschaden durch Aufbringen von Schweißpunkten und anschließendem „Massieren“ der Außenhaut entlang der Delle beseitigt wurde. Dass Instandsetzen vor allem auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit ist, wurde besonders beim Thema Aluminium-Reparatur deutlich, die wesentlich weniger Energieaufwand benötigt als die Herstellung oder der weltweite Versand von Neuteilen. Mit dem speziell auf dieses Material abgestimmten VISAR System und gezieltem Einsatz eines Brenners konnten sich die Autodoktoren direkt davon überzeugen, dass „Wärme neben dem Kleben das A und O bei der Alu-Instandsetzung“ ist – so Trainer Ralf Rathmann. Unter seiner Anleitung entwickelten die beiden rheinischen Reparatur-Profis schnell ein Gefühl für das richtige Verhältnis von Erhitzung und Vorspannung des Metalls. Das prozesssichere Aufschweißen von Massepunkten rundete den kurzweiligen Workshop ab.
Christoph Hendel
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